Das Stuttgarter Neue Lusthaus

Neues Lusthaus: Rekonstruierte Ansicht der Giebelseite

Das Neue Lusthaus (1580-1593) in Stuttgart gehörte zu den bedeutendsten Profanbauten der Renaissance in Deutschland. Nur noch einige Ruinenreste, versetzt in den Stuttgarter Schlossgarten, zeugen heute von der einstigen Pracht. 

Das Gebäude wurde von Georg Beer (1527-1600), Hofbaumeister unter Herzog Ludwig, an der Stelle des heutigen Kunstgebäudes am Schlossplatz erbaut und diente höfischen Vergnügungen. Der große Festsaal wurde von einem freitragenden bemalten Tonnengewölbe überspannt und maß ca. 57 × 20 × 14 Meter. Mehrere Umbauten zum Opernhaus und Hoftheater ließen das eindrucksvolle Gebäude mehr und mehr verschwinden. Ein letzter großer Umbau 1845 führte zum Abriss der noch vorhandenen Reste (Umfassungsmauern, Bassinhalle im Erdgeschoss und Treppenanlagen des Arkadenumgangs). Dem für den Abriss zuständigen Baumeister Carl Friedrich Beisbarth (1808-1878) gelang es in akribischer Arbeit, die vorhandenen Bauteile in 515 Bauaufnahmen zu dokumentieren und fehlende Stücke in seinen Zeichnungen zu rekonstruieren.

Seine Dokumentation in 10 Bänden mit 460 Zeichnungen und 55 z.T. maßstabsgerechten Einzelblättern bildet die Forschungsgrundlage für die Bau- und Konstruktionsgeschichte dieses bedeutenden Renaissancebauwerks.

Partner: Universitätsbibliothek Stuttgart