Löwenköpfchen

Löwenköpchen

Quelle: Landesmuseum Württemberg

In freier Wildbahn vor 40.000 Jahren stellte der Löwe für die eiszeitlichen Menschen eine ernst zu nehmende Bedrohung dar. Er geriet aber auch zum Gegenstand der Bewunderung. Die altsteinzeitlichen Jäger strebten danach, seine überlegene Kraft zu besitzen, ihn gleichzeitig zu bannen und zu besänftigen.
Die eiszeitlichen Ablagerungen der Vogelherd-Höhle bargen vielfältige Kleinkunstobjekte, darunter die meisterlich ausgeführte Schnitzerei des Löwenköpfchens aus Mammut-Elfenbein, die weltweit zu den frühesten Belegen des Kunstschaffens gehört. Von der ursprünglich vollplastischen Tierfigur blieb lediglich die linke Kopfhälfte mit Ohr und Nackenansatz erhalten. Auffällig sind mehrere X-förmige Einkerbungen. Zeichen dieser Art sind von weiteren zeitgleichen Figuren bekannt; die Deutung ihrer Botschaft ist rätselhaft.

Partner: Landesmuseum Württemberg