Waldmann, Karl Wilhelm

Geburtsdatum/-ort: 20.06.1889;  Tiefenbach
Sterbedatum/-ort: 07.11.1969;  Stuttgart-Botnang
Beruf/Funktion:
  • Verwaltungsbeamter, NSDAP-Politiker, MdL, Staatssekretär, persönlicher Referent des württembergischen Reichsstatthalters, württembergischer Finanzminister
Kurzbiografie: 1911 Verwaltungsprüfung für den gehobenen Dienst, Eintritt in den württembergischen Staatsdienst
1921-1933 Beschäftigt (zuletzt als Regierungsamtmann) beim Landesgewerbeamt Stuttgart
1925-1928 Erstmalige Mitgliedschaft in der NSDAP, Mitarbeiter bei der Gauleitung Württemberg
1931 Wiedereintritt mit alter Mitgliedsnummer
1931-1932 Erneute Dienstleistung bei der Gauleitung
1932-1933 Leiter des Amtes für Innenpolitik bei der Gauleitung Württemberg-Hohenzollern, Personalreferent der Gauleitung
1932-1934 MdL, Vorsitzender des Finanzausschusses des württembergischen Landtags (ab 1932), Landtagspräsident (1933-1934)
1933-1945 Staatssekretär und persönlicher Referent von Reichsstatthalter Wilhelm Murr
1940-1941 Kriegsverwaltungschef im besetzten Frankreich
1942-1945 Württembergischer Finanzminister
Weitere Angaben zur Person: Religion: evangelisch, 11.06.1935 Kirchenaustritt
Verheiratet: 1917 Urach, Elsa, geb. Greiner
Eltern: Georg Friedrich, Landwirt und Schultheiß (1837-1914)
Eva Maria, geb. Kochendörfer (1846-1923)
Geschwister: 11
Kinder: 2
GND-ID: GND/1012560848

Biografie: In: Baden-Württembergische Biographien 3, 434-437
Quellen: Waldmanns Personalakten gelten als verschollen, die beim Stuttgarter Landesamt für Besoldung und Versorgung geführten Versorgungsakten wurden nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist kassiert; Handakten als persönlicher Referent von Reichsstatthalter Murr (HStAS E 140); Parteiunterlagen beim früheren BDC (jetzt BA Berlin); Spruchkammerakten (StAL EL 902/20, 37/18/29680); Gnadenakten (HStAS EA 11/106, 253, Nr. 22428); Akten als Kriegsverwaltungschef in Nordwestfrankreich (Archives Nationales Paris AJ 43, 898); zahlreiche Zeitungsartikel im Stuttgarter NS-Kurier. Zur Tätigkeit als Landtagsabgeordneter vgl. Verhandlungen des Landtags des freien Volksstaates Württemberg 1928-1933
Werke: Einseitige Agitationen des Württembergischen Beamtenbundes gegen die NSDAP. Eine Erwiderung, in: Nationalsozialistische Beamtenzeitung 1932, 166ff.; (Zusammen mit Wilhelm Murr) Neue Verwaltungsakademie Stuttgart, in: Ausbildung und Fortbildung. Sächsische Verwaltungspraxis 1933, 572-576; Das neue Ortsvorstehergesetz. Textausgabe und Vortrag, 1933; Verfassungsgesetze des Dritten Reiches, in: Vorträge der Württembergischen Verwaltungsakademie 1935, 98-111; Deutsche Gemeindeordnung, in: Ebd., 1-27; Schaffung eines deutschen Verwaltungsbeamten, in: Der Deutsche Verwaltungsbeamte 1936, 657ff.; Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung, in: Deutsche Verwaltung 1939, 289-293
Nachweis: Bildnachweise: A. Roser, „Beamter aus Berufung“; ders./H. Roser, Karl Waldmann (vgl. Literatur)

Literatur: P. Sauer, Württemberg im Nationalsozialismus, 1975, bes. 97-125; T. Schnabel, Württemberg zwischen Weimar und Bonn 1928 bis 1945/46, 1986, bes. 293-300; R. Müller, Stuttgart im Nationalsozialismus, 1988, 109f.; P. Sauer, Staat, Politik, Akteure, in: O. Borst (Hg.), Das Dritte Reich in Baden und Württemberg, 1988, 28; A. Roser, „Beamter aus Berufung“. Karl Wilhelm Waldmann, Württembergischer Staatssekretär, in: M. Kißener/J. Scholtyseck (Hg.), Die Führer der Provinz. NS-Biographien aus Baden und Württemberg, 1997, 781-803; H. Roser, Vom Dorfschultheiß zum hohen Ministerialbeamten. Georg Stümpfig, Kanzleidirektor im württembergischen Innenministerium und Gauamtsleiter für Kommunalpolitik, in: Ebd., 683-704; J. Scholtyseck, „Der Mann aus dem Volk“. Wilhelm Murr, Gauleiter und Reichsstatthalter in Württemberg-Hohenzollern, in: Ebd., 477-502; weitere Beiträge in „Die Führer der Provinz“, 1997; H. Roser/A. Roser, Karl Waldmann (1889-1969), in: R. Lächele/J. Thierfelder (Hg.), Wir konnten uns nicht entziehen. 30 Portraits zu Kirche und Nationalsozialismus in Württemberg, 1998, 227-250; H. Roser, Wilhelm Murr. Reichsstatthalter und NSDAP-Gauleiter in Württemberg-Hohenzollern. 1888-1945, in: Lebensbilder aus Baden-Württemberg, 1998, 488-522; P. Sauer, Wilhelm Murr. Hitlers Statthalter in Württemberg, 1998; H. Roser, NS-Personalpolitik und regionale Verwaltung im Konflikt. Kommunen und Landkreise in Baden und Württemberg 1933-1939, 1999; H. Roser, Integration statt Konfrontation. Kommunale Verwaltungseliten im Nationalsozialismus, in: G. Fritz/B. Trefz (Hg.), Nationalsozialismus in der Region. Beiträge der Backnanger Tagung vom 8. Oktober 1999, im Auftrag der Stadt Backnang - Stadtarchiv, 2001, 55-63. – Kurzbiographien in: NS-Gemeindezeitung für Südwestdeutschland 1933, 10; Das Deutsche Führerlexikon, 1934, 514f.; H. A. L. Degener, Wer ist’s?, 10. Ausgabe, 1935, 1675; Almanach der deutschen Beamten, hg. vom Reichsbund der Deutschen Beamten, 1935, 72; E. Stockhorst, Fünftausend Köpfe. Wer war was im Dritten Reich? 1967, 436; J. Weik, MdL und Landtagsgeschichte von Baden-Württemberg 1945-1984, 3. Aufl. 1984, 295
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