Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Kurzporträt

Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste ist eine Institution, die aus mehreren Vorgängereinrichtungen entstanden ist. 1761 gab Herzog Carl Eugen von Württemberg die Stiftung einer Académie des Arts bekannt. Die Kunstakademie nach französischem Vorbild, hatte ihren Sitz zunächst in einigen Dachzimmern des Stuttgarter Residenzschlosses, wurde 1766 für mehrere Jahre nach Ludwigsburg, später in die Nähe des Schlosses Solitude verlegt und konnte 1775 in die, in einer ehemaligen Kaserne eingerichtete Hohe Karlsschule hinter dem neuen Schloss einziehen. Ab 1782 wurde sie unter diesem Namen geführt und zur Universität erhoben. Nur wenige Monate nach dem Tode Carl Eugens im Jahr 1794 wurde die Akademie aus finanziellen Gründen geschlossen und erst 35 Jahre später, 1829, als Königliche Kunstschule unter der Leitung Johann Heinrich Danneckers wieder eröffnet.

„Zur Hebung der Kunstindustrie" wurde 1869, zunächst in Form kunstgewerblichen Unterrichts an der polytechnischen Schule, die Königliche Kunstgewerbeschule gegründet. Diese zweite Kunstlehranstalt konnte sich ab 1881 als selbständige Einrichtung etablieren. Ihr wurden 1902 die neu geschaffenen Lehr- und Versuchswerkstätten angegliedert. 1913, unter der Leitung von Bernhard Pankok, bezogen die beiden kunstgewerblich orientierten Einrichtungen einen Neubau auf dem Weißenhof. In den folgenden Jahrzehnten wurde immer wieder die Fusion der Stuttgarter Kunstinstitute diskutiert. Eine Entscheidung über die Vereinigung von Kunstakademie und Kunstgewerbeschule fiel jedoch erst im Oktober 1941. Seit diesem Zeitpunkt firmierten beide Lehranstalten unter der Bezeichnung Staatliche Akademie der Bildenden Künste. Die räumliche Zusammenlegung der Abteilungen für freie Kunst mit den Abteilungen für angewandte Kunst wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 vollzogen. Seit dieser Zeit hat die Staatliche Akademie der Bildenden Künste ihren Sitz im Stuttgarter Norden auf dem Weißenhofareal.

Als Lehr- und Unterrichtsmaterial der Kunstakademie dienten seit deren Gründung die königlichen Sammlungen, die heute noch die Grundlage des Bestandes der Staatsgalerie sind. Die Lehr- und Unterrichtsmaterialien der Kunstgewerbeschule, wie auch die Mustersammlung von Gipsabgüssen gingen im Krieg verloren. Die Schenkung eines Pastells von Adolf Hölzel zur Eröffnung des Werkstattbaus auf dem Akademiegelände im Jahr 1972, markierte den Ausgangspunkt für die Aufnahme einer auf Geschichte und Gegenwart der Hochschule bezogenen Sammlungstätigkeit. Seitdem sind mehrere Tausend Kunstobjekte zusammengetragen worden, die das Lehren und Lernen an der Akademie dokumentieren.
 

LEO-BW-Komponenten

Die Staatliche Akademie der Bildenden Künste bereichert das Angebot von LEO-BW durch folgende Komponenten:

Plakatsammlung der Kunstakademie
Die stetige wachsende Plakatsammlung der Akademie umfasst derzeit mehr als 1.300 Objekte und wird auf LEO-BW in einer virtuellen Ausstellung präsentiert. Diese gibt einen Überblick über das grafische Schaffen in den Ateliers und Werkstätten seit 1948. Gezeigt werden Ereignisplakate von Professorinnen und Professoren, Arbeiten aus Klassenprojekten sowie preisgekrönte Entwürfe einzelner Studierender.

Lithografien
Im Jahr 2013 wurde ein umfangreicher Bestand an Lithografien, die zwischen 1946 und ca. 1977 in der lithografischen Werkstatt der Kunstakademie Stuttgart gedruckt wurden, für die Sammlung der Kunstakademie erschlossen. Das Konvolut umfasst mehr als 1.000 Blätter, darunter vor allem beispielhafte Arbeitsproben, die der an der Akademie bekannte Lithograf und Werkstattlehrer Erich Mönch (1905-1077) sammelte. Die Präsentation auf LEO-BW zeigt eine Auswahl von 246 digital aufbereiteten Arbeiten, unter anderem Drucke von Professorinnen und Professoren, aber auch von bekannten Schülern.
 

Nachlass Erich Feyerabend
Erich Feyerabend (1889–1945) übernahm 1938 von seinem Vorgänger Gottfried Graf die Leitung der Klasse für Freie Grafik und Holzschnitt an der Kunstakademie Stuttgart, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1945 leitete. Der Nachlass des Künstlers befand sich nahezu vollständig in Familienbesitz und wurde 2012 zum großen Teil der Sammlung der Kunstakademie übereignet.
Die Präsentation auf LEO-BW zeigt eine Auswahl von 117 Gemälden, Zeichnungen und Künstlerbüchern des Künstlers.

Nachlass Kurt Weidemann
Im März 2011 verstarb der bedeutende Stuttgarter Professor, Designer, Grafiker, Typograf und Schriftgestalter Kurt Weidemann (1922–2011). Über zwanzig Jahre lehrte er an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart die Fächer Information und Grafische Praxis. In seiner Gesamtheit dokumentiert der Nachlass Leben und Arbeiten Kurt Weidemanns in umfassender Weise. Aus allen Phasen des Lebens sind wichtige Arbeiten vorhanden, von Kinder- und Jugendzeichnungen bis hin zu vollständig dokumentierten Aufträgen. Teile seines Werkes sind nun auf LEO-BW erstmalig öffentlich zugänglich.

Nachlass Sotirios Michou
Sotirios Michou war von 1974 bis 2003 als Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart tätig. Er begründete in dieser Zeit das bundesweit einzigartige Verbreiterungsfach Bildende Kunst/Intermediales Gestalten (IMG). Im Fach Intermediales Gestalten werden seit seiner Gründung Performances und andere, nichtmaterielle studentische Arbeiten durchgeführt und dokumentiert. Der Nachlass umfasst ca. 16 laufende Regalmeter Akten und Dokumente zum Studiengang und zu künstlerischen Projekten. Neben der schriftlichen und fotografischen Dokumentation der Projekte beinhaltet der Nachlass auch Filmmaterial in verschiedenen Formaten, das seit den 1970er Jahren entstanden ist. Die Videobänder in unterschiedlichen, nicht mehr gebräuchlicher Formate (U-Matic, S-VHS, HI 8) wurden konserviert und in exemplarischen Auszügen digital verfügbar gemacht. In LEO-BW ist eine kleine Auswahl dokumentierter Projekte in Form von Standbildern der Videodokumentationen und Projektunterlagen gezeigt.

Nachlass Friedrich Hermann Ernst Schneidler
F.H. Ernst Schneidler (1882-1956) lehrte von 1920  bis 1949 als Professor für Schrift, Buchkunst und Grafik an der Württembergischen Kunstgewerbeschule Stuttgart, die ab 1941 als angewandte Abteilung in der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste aufging. Seit 2013 wird der größte Teil seines Nachlasses mit weit über 1500 Arbeiten als Dauerleihgabe oder Eigentum in der Sammlung der Kunstakademie in Stuttgart bewahrt. Weitere Teile des Nachlasses, die sich in anderen öffentlichen Sammlungen, Galerien und in Privatbesitz befinden, sind ebenfalls digital aufgearbeitet worden.  

Inhaltlich umfasst der Nachlass Werke aus allen Schaffensphasen Schneidlers, angefangen von ersten Arbeiten, die noch während seines Studiums an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf entstanden, über buchkünstlerische Entwürfe, Schriftgestaltungen, Kalligrafien, typografische Arbeiten sowie Drucke seiner Juniperuspresse und sein Hauptwerk Der Wassermann. Letztere entstanden als Gemeinschaftsprojekte seiner Abteilung in den Lehr-und Versuchswerkstätten der Stuttgarter Kunstgewerbeschule. Darüber hinaus wird nun erstmals über LEO-BW Schneidlers freies künstlerisches Werk, von dem bislang nur sehr wenige Stücke in Ausstellungen präsent waren, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.   

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