Nonnenmattweiher

Der Nonnenmattweiher auf der Karte des Neuenweger und Heimbrunner Banns, angefertigt 1770-1780, anlässlich der ersten Landesaufnahme der Markgrafschaft Baden – Quelle LABW

Der Nonnenmattweiher auf der Karte des Neuenweger und Heimbrunner Banns, angefertigt 1770-1780, anlässlich der ersten Landesaufnahme der Markgrafschaft Baden – Quelle LABW

Der Nonnenmattweiher liegt im südlichen Hochschwarzwald auf etwa 915 m über NN im Gebiet des Ortsteils Neuenweg der Gemeinde Kleines Wiesental. Der am Osthang des Köhlgarten (1224 m) gelegene Weiher ist ein während der letzten Eiszeit entstandener ehemaliger Karsee, der aber wohl schon im Mittelalter verlandete. An seiner Stelle entstanden ein Hochmoor und umgebende anmoorige Weiden. Der Ortsteil Neuenweg liegt östlich des Weihers in etwa 2 km Entfernung. Im Nordosten erhebt sich der rund 6 km entfernte Belchen (1414 m) als markante Höhe. Die nächsten größeren Ortschaften sind das etwa 6 km nördlich gelegene Münstertal und das östlich etwa 7 km Luftlinie entfernte Schönau im Schwarzwald. Der Weiher ist über die L 131 und ausgebaute Fahrwege erreichbar und hat eine wichtige Funktion als Naherholungsgebiet.

Der schon im Kartenbild aufgrund seiner ovalen Form gut erkennbare Nonnenmattweiher ist etwa 325 m lang, 200 m breit und bis zu 7 m tief. Seine Fläche beträgt insgesamt etwa 3,7 Hektar, wovon etwa 0,6 Hektar auf eine große Insel im südlichen Seeteil entfallen. Der auf dem westlich liegenden Heubronner Hang entspringende Weiherbach tritt in den Weiher ein und verlässt ihn östlich, um dann über den Heubronner Klemmbach zur Wiese zu entwässern.

Der schon im Mittelalter verlandete Karsee wurde 1758 als Mühlenweiher für die talabwärts liegenden Mühlen aufgestaut und diente auch der Fischzucht. Durch den Stau und die folgende Überflutung riss die dort entstandene Moorfläche ab und schwamm auf. Am 1. März 1922 brach der durch starke Regenfälle aufgeweichte Damm und das Karbecken fiel trocken. Anfang der 1930er Jahre wurde der Damm erneuert und konnte im Sommer 1934 zwei Meter höher als zuvor eingestaut werden. Das Moor schwamm wiederum und noch großflächiger auf und bildet die bis heute bestehende schwimmende Insel (Torfinsel mit Schwingdecke) im südlichen See. Rund um den See sowie auf der Insel finden sich zahlreiche seltene Pflanzen. Aus diesem Grund wurde das Gebiet bereits 1941 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. 1987 erfolgte die weitgehende Umwandlung von rund 70 Hektar Fläche zum Naturschutzgebiet; etwa 3 Hektar blieben als Landschaftsschutzgebiet bestehen. Nur ein Teil des Sees darf als Badesee genutzt werden und ist durch eine schwimmende Barriere abgeteilt. Das Betreten der Insel ist aus Schutzgründen verboten. Mit mehreren Baumfällaktionen wurde der dichte Wald auf den Moränenwällen deutlich gelichtet und der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt.