Böhler, Eduard Fridolin 

Geburtsdatum/-ort: 28.11.1878;  Schönau im Wiesental
Sterbedatum/-ort: 28.01.1964;  Schönau im Wiesental
Beruf/Funktion:
  • Geistlicher, Heimatforscher
Kurzbiografie: 1897 Abitur in Freiburg i. Br.
1897-1900 Theologiestudium in Freiburg i. Br.
1901-1903 Vikar in Meersburg
1903-1907 Vikar in Freiburg, St. Johann
1907-1909 Prädikaturverweser in Offenburg
1909-1912 Pfarrverweser von St. Damian und Hugo in Bruchsal
1912-1952 Hofpfarrer daselbst
1942 Geistlicher Rat
Weitere Angaben zur Person: Religion: römisch-katholisch
Eltern: Vater: Joseph Böhler, Gastwirt (Vierlöwen)
Mutter: Magdalena, geb. Steiger
Geschwister: 3
GND-ID: GND/1012376028

Biografie: Franz Hundsnurscher (Autor)
Aus: Baden-Württembergische Biographien 1, 34

Vierzig Jahre lang stand der „Hofpfarrer“, ein ganz von der Persönlichkeit Böhlers geprägter Begriff, wie ein guter Hirte während zweier Weltkriege mit ihren furchtbaren Zerstörungen und zweier Nachkriegszeiten mit ihren Nöten sowie während der bedrängnisvollen Zeit der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft inmitten seiner Gemeinde, die er am liebsten mit einer „chinesischen Mauer“ umgeben hätte zu ihrem Schutz. Der von Natur aus stille, bedächtige und zurückhaltende Schwarzwälder wußte, was er wollte, und nahm seine Aufgaben beharrlich wahr. Neben der Pfarrseelsorge oblag ihm während der Kriegszeit auch die Seelsorge an der Wehrmacht, den Lazaretten und den Gefangenen. Für seine Verdienste als Jugendführer und Seelsorger erhielt er 1959 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Aus seiner Hofpfarrei sind während seiner Amtszeit 21 geistliche Berufe hervorgegangen.
Schon als Vikar begann er mit einer Materialsammlung zu einer Geschichte der Talvogtei und Pfarrei Schönau. Bei der Bombardierung von Bruchsal, bei der auch die Hofpfarrkirche und das Pfarrhaus total zerstört wurden, verlor er seine ganze Habe. Nur sein Schönauer Geschichtswerk blieb erhalten. 1952 trat er in den Ruhestand und kehrte in seine Schwarzwaldheimat zurück, wo er noch als „Vikar“ in der Seelsorge mitwirkte und trotz eines Schlaganfalls geistig so frisch blieb, daß er zahlreiche heimatkundliche Beiträge abfassen, seine Geschichte von Schönau vollenden und deren Druck erleben konnte. Ein zweiter Schlaganfall führte zum Tode.
Werke: Geschichte von Schönau im Schwarzwald. 1960 (Freiburg i. Br.: Rombach), 395 S.; weitere Veröffentlichungen vgl. BbG: III Nrn. 20849, 20867; V/1 Nrn. 25066, 25438, 25886, 29906 a, b; V/2 Nrn. 31154, 31160, 31161; VIII/1 Nrn. 47149, 47150
Nachweis: Bildnachweise: nicht feststellbar

Literatur: FDA 89 (1969), 543 f.
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