Sauer, Albert 

Geburtsdatum/-ort: 27.02.1902;  Ravensburg
Sterbedatum/-ort: 16.06.1981;  Ravensburg
Beruf/Funktion:
  • Rechtsanwalt, MdL-Z/CDU, Kultus-, Erziehungs- und Kultminister von Württemberg-Hohenzollern, Oberbürgermeister von Ravensburg
Kurzbiografie: 1908 Gymnasium Ravensburg
1921-1925 Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen und Kiel. Mitglied des Windthorst-Bundes, der Jugendorganisation der Zentrumspartei
1926 Promotion zum Dr. jur. (Juristische Staatsprüfung 1925), Doktorvater Prof. Eugen Locher
1927 Assessorexamen, Rechtsanwalt in Ravensburg
1931 Treibende Kraft der „Arbeitsgemeinschaft der Zentrumsjugend Oberschwabens“
1932/33 Zentrumsabgeordneter im letzten württembergischen Landtag
1941 Zu einer Landesschützeneinheit eingezogen; Kriegsdienst bis 1945
1945/46 In Heilbronn und Belgien insgesamt 15 Monate in US-amerikanischer und belgischer Kriegsgefangenschaft
1946 IX.15. Wahl zum Oberbürgermeister von Ravensburg (bis 1966), (13.10.) Wahl in den Ravensburger Kreistag, (19.11.) Wahl in die Beratende Landesversammlung für Württemberg-Hohenzollern; Mitglied des Verfassungsausschusses, (04./09.12.) Staatssekretär für Kultus und Erziehung im 2. Staatssekretariat (Carlo Schmid) von Württemberg-Hohenzollern
1946 V.18. Wahl in den Landtag von Württemberg-Hohenzollern; MdL, Kultusminister bis 1952,
1948-1956 1. Stellvertretender Vorsitzender der CDU Württemberg-Hohenzollern
1949-1952 Mitglied des Bundesrates; dort vom 07.12.1951 bis 25.04.1952 Vorsitzender des Ausschusses für Kulturfragen
1950 Mitglied, später Präsident der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Bundesrepublik Deutschland. (20.-22.10.) Auf dem Gründungsparteitag der Bundes-CDU in Goslar wird Sauer zum stellvertretenden Mitglied im Bundesvorstand gewählt
1951 III.09. Wahl in die Verfassunggebende Landesversammlung für Baden-Württemberg (Mitglied des Verfassungsausschusses) und in den 1. Landtag von Baden-Württemberg, MdL bis 1956
1960 Ehrensenator der Universität Tübingen
1961 Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern
1966 Verzicht auf erneute OB-Kandidatur, Rückzug ins Privatleben, Ehrenbürger von Ravensburg
Weitere Angaben zur Person: Religion: römisch-katholisch
Verheiratet: 1928 Ravensburg, Elisabeth, geb. Wörner (1902-1982)
Eltern: Julius (1875-1937), Privatbankier
Anna Rosalia, geb. Lau (1875-1932)
Geschwister: 5
Kinder: 4
GND-ID: GND/11697687X

Biografie: In: Baden-Württembergische Biographien 3, 338-340
Quellen: Nachlaß Albert Sauer im Archiv für Christlich-Demokratische Politik der Konrad-Adenauer-Stiftung in St. Augustin bei Bonn (ACDP), I-127; StAS Niederschriften über die Sitzungen des Direktoriums (ab 10.12.1946) und die Sitzungen der Kabinette Bock und Müller (1947-1952)
Werke: Pflegschaft für ungewisse und unbekannte Beteiligte. Jur. Diss., Tübingen 1926; Der Versuch einer eigenständigen Kulturpolitik. In: 10 Jahre Landesverband Württemberg-Hohenzollern der Christlich Demokratischen Union. Festschrift, 1956, 32-40; Reden Sauers in den Protokollen der Landrätetagungen und den Behördendienstbesprechungen von Württemberg-Hohenzollern (1946-1950), in den Plenarprotokollen des Landtags von Württemberg-Hohenzollern (1947-1952), des 1. Landtags von Baden-Württemberg (1952-1956) sowie in den Sitzungsberichten des Deutschen Bundesrates (1949-1952)
Nachweis: Bildnachweise: Bilddokumentation „Albert Sauer“ im Archiv des Landtags von Baden-Württemberg (Informationsdienst), Stuttgart; Paul Sauer: Die Entstehung des Bundeslandes Baden-Württemberg. Eine Dokumentation, 1977, 30, 194; „Mitglieder der letzten Regierung des selbständigen Landes Württemberg-Hohenzollern“ (Ölgemälde von Bruno Hein, im Besitz der Kassenärztlichen Vereinigung für Südwürttemberg, Tübingen, Sauer ganz links), Landesbildstelle Württemberg, Stuttgart

Literatur: Ernst-Alfred von Dücker, Albert Sauer, in: Bodenseehefte Nr. 11, 1951, 348-350; Eberhard Konstanzer, Die Entstehung des Landes Baden-Württemberg, 1969; Rolf Winkeler, Schulpolitik in Württemberg-Hohenzollern 1945-1952. Eine Analyse der Auseinandersetzungen um die Schule zwischen Parteien, Verbänden und französischer Besatzungsmacht (VKgLBW Bd. 66), 1971; Angelika Ruge-Schatz, Umerziehung und Schulpolitik in der französischen Besatzungszone 1945-1949. (Sozialwissenschaftliche Studien, Bd. 1), 1977; Artikel Albert Sauer, in: „Munzinger Archiv/Internationales Biographisches Archiv“, Lieferung 40/81; Max Gögler/Gregor Richter in Verbindung mit Gebhard Müller (Hg.), Das Land Württemberg-Hohenzollern 1945-1952. Darstellungen und Erinnerungen, 1982; Josef Weik, Der Landtag von Baden-Württemberg und seine Abgeordneten von 1952-1988. Hg vom Landtag von Baden-Württemberg, 1988
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