Burte, Hermann 

Andere Namensformen:
  • (Familienname Strübe)
Geburtsdatum/-ort: 15.02.1879;  Maulburg, Landkreis Lörrach
Sterbedatum/-ort: 21.03.1960;  Lörrach, beigesetzt Maulburg
Beruf/Funktion:
  • Schriftsteller, Dichter und Maler
Kurzbiografie: 1897 Abitur an der Oberrealschule Freiburg i. Br., mit Auszeichnung in Deutsch und Zeichnen, Abiturrede auf Hebel
1897-1904 Studium an der Großherzoglich Badischen Kunstgewerbeschule und der Großherzoglich Badischen Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe. Berufsziel: Zeichenlehrer
1904 Vortrag vor dem Badischen Kunstgewerbe-Verein in Karlsruhe über den englischen Kunstgewerbe-Reformer William Morris. Daraufhin: staatliches Einjahres-Reisestipendium für England zum Studium der englischen dekorativen und angewandten Kunst
1904-1907 Aufenthalte in England und Frankreich. In England Besuch der avantgardistischen Werkstätten für dekorative und angewandte Kunst; in Paris Fortbildung im Malen und Zeichnen nach eigenem Plan. In beiden Ländern autodidaktische Literatur- und Theaterstudien. Erste eigene, vor allem dramatische Versuche
1907 Preisträger eines Berliner Wettbewerbs um den besten Entwurf eines „volkstümlichen“ Romans. Titel seiner Einsendung: „Der blonde Teufel“
1908-1960 Freischaffender Schriftsteller und Dichter (Lyrik und Lyrik-Übersetzung, Bühnen- und Prosadichtung, Essays, Feuilleton, Rede) sowie Maler (Öl, Pastell, Aquarell, Graphik). Tätig vor allem in Lörrach (bis 1945), Efringen-Kirchen (bis 1958) und Maulburg (bis 1960). Längere Aufenthalte in Berlin (vor 1916) und der Schweiz (nach 1920). Wehrdienst (1916-1918). Reisen nach Nord- und Ostdeutschland (vor 1914), England und Frankreich (nach 1920)
1913 Kleist-Preis der Kleist-Gesellschaft, Berlin (zusammen mit Reinhold Johannes Sorge, gefallen 1916), auf Vorschlag Richard Dehmels
1914 Benennung für den preußischen Schiller-Staatspreis (gestiftet 1859). Veto Kaiser Wilhelms II. als König von Preußen gegen die Empfehlung der staatlichen Vorschlagskommission (aus unbekanntem – dynastischem? – Grund)
1924 Dr. phil. h. c. der Universität Freiburg i.Br. (zusammen mit dem Schriftsteller Emil Strauß)
1927 Preußischer Schiller-Staatspreis (zusammen mit Fritz von Unruh und Franz Werfel) auf Vorschlag des Preußischen Kultusministers Becker
1929 Ehrenbürger der Gemeinde Maulburg
1936 Badischer Hebel-Staatspreis (gestiftet 1936) als dessen erster Träger
1937 Lyrik-Preis der Zeitschrift „Die Dame“ für das Gedicht „Scheitel der Pallas“
1938 Großdeutscher Mundartenpreis „Goldener Spatz von Wuppertal“ im freien Wettbewerb mit 40 weiteren Bewerbern
1939 Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft des Deutschen Reiches (gestiftet 1932)
1939 Ehrenbürger der Stadt Lörrach mit lebenslangem (tatsächlich nur bis 1945 dauerndem) Wohnrecht in dem von ihm seit 1920 als Mieter bewohnten sogenannten „Flachsländer Hof“ in Lörrach: 1945 von der französischen Besatzungsmacht beschlagnahmt
1944 Hans-Thoma-Medaille der Badischen Landesregierung (als Maler)
1944 Scheffel-Ring (Oberrheinischer Dichter-Ring) des Scheffelbundes (jetzt Literarische Gesellschaft), Karlsruhe
1953 Goldener Ehrenring „Dem deutschen Gedicht“ (gestiftet 1953) des „Deutschen Kulturwerkes europäischen Geistes“, München
1957 Jean-Paul-Medaille der (1926 gegründeten) Jean-Paul-Gesellschaft, Bayreuth
1958 Ehrenbürger der Gemeinde Efringen-Kirchen
1959 Ehrenmitglied des Landesvereins Badische Heimat, Freiburg i.Br.
Weitere Angaben zur Person: Religion: ev.
Verheiratet: unverheiratet
Eltern: Vater: Friedrich Strübe, Fabrikbuchhalter
Mutter: Elisabeth, geb. Kuhny
Geschwister: 5: Bruder Adolf (geb. 1881), Maler und Hochschul- bzw. Akademieprofessor in Berlin und Freiburg i.Br.; 4 Schwestern, darunter eine Stiefschwester aus erster Ehe der Mutter
GND-ID: GND/118517821

Biografie: In: Badische Biographien NF 2 (1987), 53-57
Werke: (i. Ausw.): 1907 Drei Einakter: Der kranke König, e. Königsdrama; Donna Ines, e. Liebestragödie; Das neue Haus, e. Lustspiel i. Versen (Burte: „Geschrieben, um mir die Hand zu bilden.“); 1910 Patricia (154 Sonette „an eine Engländerin“. 2. Aufl. 1918, 3. Aufl. 1922); 1913 Die Flügelspielerin (77 Sonette); 1914 Der Letzte Zeuge. Bühnenstück (U: Heidelberg 1914); 1917 Simson. Schauspiel (U: Karlsruhe 1918. Als Buch 1921 in 6. Aufl. In Dtld. 1933/45 „Aufführung nicht erwünscht“.); 1921 Die Flügelspielerin und ihr Tod (Um 34 Sonette erweiterte Neuauflage der Erstausgabe von 1913); 1925 Mit Rathenau am Oberrhein. E. autobiographisches Fragment (1948 Neudruck); 1926 Apollon und Kassandra. Dramatische Dichtung in Versen (U: Freiburg 1926); 1930 Krist vor Gericht. Drama (U: Basel 1930); 1930 Ursula. Hochdeutsche Gedichte (232 G.); 1932 Prometheus. Dichtung Tür die Bühne (U: Dresden 1935); 1933 Der Dichter Emanuel Stickelberger, ein Versuch; 1933 Der besiegte Lurch. Ein Gleichnis des Kampfes gegen das Leiden (Zuerst 1927 als Privatdruck: „Der Kampf gegen den Lurch, eine parabolische Erzählung“); 1934 Gedichte Voltaires, ins Deutsche übertragen (46 Übertr.); 1936 Warbeck, e. Schauspiel (U: Karlsruhe 1935); 1938 Anker am Rhein, e. Ausw. neuer Gedichte (51 hochdt. G.); 1943 Libretto zu der Oper „Das Schloß Dürande“ (nach der Novelle Eichendorffs) des Schweizer Komponisten Othmar Schoeck (U: Berlin 1943); 1943 Sieben Reden (Rede auf Hebel, gespr. 1935 in Hausen i. Wiesental; Die europäische Sendung der deutschen Dichtung, gespr. 1940 in Weimar; Volk und Sprache am Oberrhein, gespr. 1940 in Straßburg; Rede auf Schiller, gespr. 1941 in Frankfurt a. M.; Wesen und Wert des Dichters Grabbe, gespr. 1941 in Bochum; Die deutsche Sendung von Laut und Letter, gespr. 1942 in Mainz; Worte an Bartels, gespr. 1942 in Weimar); 1944 Hermann Burte gegen John Masefield, (königl. engl. „Poeta Laureatus“). Deutsche Antwort auf englische Verse; 1949 Adler und Rose. Übersetzungen französischer Gedichte aus vier Jhn., frz. u. dt. (94 Übers.; 1966 in 2. Aufl. ersch.); 1950 Die Seele des Maien, Gedichte um Hebel aus 50 Jahren (27 G.; 1982 in 2. Aufl. m. 7 Zeichn. Burtes); 1953 Psalter um Krist, Geistliche Strophen, (53 G.) 1986 i. 2. erw. Aufl. mit 13 Zeichnungen Burtes; 1953 Das Heil im Geiste (277 Ged., z. T. Wiederabdrucke); 1957 Stirn unter Sternen (210 G.); 1959 Lied aus Murperg (d. i. Maulburg) (50 alem. u. hochdt. G.); postum: 1963 An Klotzen, Rhein und Blauen (46 alem. u. hochdt. G.).<br /> Vertonungen: Zahlreiche Vertonungen von „Madlee“-Gedichten, u. a. von Franz Philipp (Abb. von Ph.s Hs. d. Vertonung d. Gedichte „Gabe“, in: „H. Burte 100 Jahre“, 1979); 1978 „Do wo der Rhy go Norde zieht ...“. Lieder u. Gedichte, i. Alemannisch u. Hochdeutsch. Basel: Tonstudio Lusin (i. Komm.). Vertr.: Hermann-Burte-Gesellschaft, Lörrach.<br /> Zum Werk des Malers: Bilder in öffentlichen Sammlungen der Städte Lörrach, Karlsruhe, Mannheim und Winterthur; im Hermann-Burte-A. in Maulburg und in Markgräfler und Schweizer Privatbesitz. Ausstellungen: 1937 in Freiburg und Mannheim durch die örtlichen Kunstvereine; 1955 in Müllheim (aus Markgräfler Privatbesitz); 1960 in Maulburg; 1964 in Lörrach (Gedenkausstellung); 1969 in Maulburg; 1980 und 1981 in Efringen-Kirchen (Ölbilder bzw. Aquarelle und Zeichnungen). 1978 [Buchveröffentlichung]: „Skizzen“ (78 Skizzen mit Begleittext v. Robert Feger: „Der Zeichner H. Burte“).<br /> Nachlaß: Werkmanuskripte, literarischer und künstlerischer Nachlaß: Hermann-Burte-A. der Hermann-Burte-Gesellschaft e. V, Lörrach, 7864 Maulburg, Hermann-Burte-Straße 73.
Nachweis: Bildnachweise: und Handschrift: Porträtfotos: Hermann-Burte-A., Maulburg; Oberrhein. Dichtermuseum, Karlsruhe; GLAK; Deutsches Literatur-A., Marbach a. N. Auch (u. a.) in den Festschriften: „H. Burte 60 Jahre“, 1939 (Aufnahme v. 1917) und „H. Burte 80 Jahre“, 1959 (Altersbild). 1982 [Verlagsveröffentlichung]: „Zehn Handschriften“ (Gedicht-Autographen). Mappe mit losen Blättern u. Begl.--Text v. Magdalena Neff: „Ein Blick in das Leben und Schaffen des Dichters“.

Literatur: BbG VIII Nr. 48352-48305: Literatur d. Jahre 1960- 1972; Forts.: LbBW 1, 1973/74, Nr. 5931; 3, 1984, Nr. 8936-8940. Soweit noch nicht erschienen: Literaturnachweise durch die Bibliographischen Arbeitsstellen der Landesbibliotheken Karlsruhe und Stuttgart. Zum „Fall Burte“ zuletzt: Auszüge aus Dokumenten im Nachlaß von H. Burte, Verlag d. Hermann-Burte-Gesellschaft, Lörrach, Oktober 1978 (Masch.Schr. vervielf, nicht i. Buchhandel).
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