Freiherr Marschall von Bieberstein, Adolf Hermann 

Geburtsdatum/-ort: 12.10.1842;  Karlsruhe
Sterbedatum/-ort: 24.09.1912;  Badenweiler
Beruf/Funktion:
  • konservativer Politiker, Mitglied des Landtags, Mitglied des Reichstags, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes
Kurzbiografie: 1861 Reifeprüfung in Karlsruhe („vorzüglich“)
1861-1864 Jura-Studium in Heidelberg, Freiburg i.Br.
1865 Rechtspraktikant
1866 Hofjunker
1867 Referendar
1871 Amtsrichter in Schwetzingen, Staatsanwalt in Mosbach (Rang eines Kreisgerichtsassessors); Kammerjunker
1872 Staatsanwalt beim Kreis- und Hofgericht in Mannheim, 1873 Zweiter Stellvertreter des Oberstaatsanwaltes beim Oberhofgericht in Mannheim, 1875 Rang eines Kreisgerichtsrates
1875-1883 als Grundherr südlich der Murg Mitglied der I. Kammer
1876-1883 Kaiserlicher Kommissarius bei der Reichsbankhauptstelle in Mannheim
1878-1881 Mitglied des Reichstags (Deutsch-konservativ)
1879 Landgerichtsrat in Mannheim, 1882 Erster Staatsanwalt in Mannheim
1883 Kammerherr
1883-1890 außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister am Königlich-Preußischen Hof, stellvertretender Bevollmächtigter beim Bundesrat in Berlin
1885 Geheimer Legationsrat
1890-1897 Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Berlin, 1894-1897 zugleich preußischer Staatsminister
1897-1912 Botschafter in Konstantinopel
1907 Delegierter auf der 2. Haager Friedenskonferenz
1912 Botschafter in London
Weitere Angaben zur Person: Religion: ev.
Verheiratet: 14. 4. 1887 Marie-Luise (Maja), geb. Freiin von und zu Gemmingen (1862-1949), Gründerin des „Evangelischen Frauenverbandes für Innere Mission in Baden“
Eltern: Vater: August Friedrich Marschall von Bieberstein (1804-1888), Legationsrat, Bundestagsgesandter, Oberhofrichter
Mutter: Ida, geb. Freiin von Falkenstein (1810-1857)
Geschwister: Keine
Kinder: 3:
Wilhelm Pleikart, Flugkapitän und Leiter des Flughafens Königsberg
Marie-Hilda
Adolf
GND-ID: GND/118782096

Biografie: In: Badische Biographien NF 4, 195-198
Werke: Zahlreiche Beiträge in der „Bad. Landpost“.
Nachweis: Bildnachweise: Ölporträt von Fritz Mackensen, 1905; Fotos im Privatbesitz; vgl. Literatur Kühlmann, Schnabel, Wolf (1990).

Literatur: (K. L. W. A.) v. Brauer, Marschall von Bieberstein, in: BJ 17, 1915, 206-224; (K.) O. Freiherr v. Stockhorn(er), Erinnerungen e. alten Mannheimers, in: Aus Zeit u. Leben. Beil. zum „Mannheimer General-Anzeiger“, 1923, Nr. 36-37; O. Gradenwitz, Bismarcks letzter Kampf 1888-1898 (= Schriftenreihe d. Preuß. Jbb. 15) 1924, besonders 57-90, 120-159; E. Lindow, Freiherr Marschall von Bieberstein als Botschafter in Konstantinopel 1897-1912, 1934; F. Schnabel, A. Freiherr Marschall von Bieberstein Ein Staatsmann d. dt. Kaiserreiches 1842-1912, in: Mein Heimatland 22, 1935, 166-168; E. Schütte, Freiherr Marschall von Bieberstein Ein Beitrag z. Charakterisierung s. Politik, 1936; R. v. Kühlmann, Die Diplomaten, 1939, 39-51; D. B. King, Marschall von Bieberstein and the New Course 1890-1897, 1962; H. G. Sasse, 100 Jahre Botschaft in London. Aus d. Gesch. e. Dt. Botschaft, Sonderdruck aus: Mitteilungsblatt d. Vereinigung d. Angestellten d. Auswärtigen Dienstes 1962, 10 und 1963, 6; H. K. Reichert, Baden am Bundesrat 1871-1890, 1966; J. Ch. G. Röhl, Dtl. ohne Bismarck. Die Regierungskrise im Zweiten Kaiserreich 1890-1900, 1969; Großherzog Friedrich I. von Baden u. d. Reichspolitik 1871-1907, Bd. 2, hg. v. W. P. Fuchs (= VKgLBW A 24) 1975; Philipp Eulenburgs polit. Korrespondenz, Bd. 3, hg. von J. Ch. G. Röhl (= Dt. Geschichtsquellen d. 19. u. 20. Jh. 25) 1982; G. Schöllgen, Imperialismus u. Gleichgewicht. Dtl., England u. die orientalische Frage 1871-1914, 1984; S. Ph. Wolf, Der Nachlaß des A. H. Freiherrn Marschall von Bieberstein, 1988 (Masch., u. a. im Auswärtig. Amt, GLAK, StAF); Ders., Konservativismus im liberalen Baden. Studien z. bad. Innen-, Kirchen- und Agrarpolitik sowie z. süddt. Parteiengeschichte 1860-1893, 1990; Ekkhard Verchau, A. H. Marschall von Bieberstein, in: NDB 16 (1990), 256-257.
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