Rau, Edmund 

Geburtsdatum/-ort: 04.01.1868;  Dobel, Landkreis Calw
Sterbedatum/-ort: 04.05.1953;  Stuttgart
Beruf/Funktion:
  • Jurist, Staatsrat, Staatsminister und Staatspräsident, Präsident des Württembergischen Verwaltungsgerichtshofes
Kurzbiografie: 1878-1887 Nach Volksschule Warmbronn Gymnasium Leonberg
1887-1891 Studium (zunächst Wirtschaftswissenschaften, seit 1890 Jura) in Tübingen
1893-1896 Unständige Verwendung beim Stadtpolizeiamt und bei der Stadtdirektion Stuttgart
1897 I.04. Amtmann in Stuttgart nach kurzer Amtstätigkeit in Blaubeuren, 1899 Kollegialhilfsarbeiter bei der Zentralstelle für Handel und Gewerbe
1900 Hilfsarbeiter, ab 1901 Ministerialsekretär im Range eines Regierungsassessors im Königlich Württembergischen Departement des Innern
1902 IV.23. Oberamtmann in Tettnang
1906 Wiedereintritt ins Innenministerium als Ministerialassessor im Range eines Regierungsrats; 1907 Kanzleidirektor; Januar 1909 Vortragender Rat im Range eines Ministerialrats
1909 Ritter I. Klasse des Friedrich-Ordens und Träger der Landwehr-Dienstauszeichnung 2. Klasse
1911 Verleihung des Ordens der württembergischen Krone
1918 I Mit der Versehung der Geschäfte eines ständigen Rats des Staatsministeriums beauftragt, (06.11.) Ernennung zum Wirklichen Staatsrat und ständigen Rat des Staatsministeriums, (25.11.) Übernahme der Geschäfte als Ministerialdirektor im neu gebildeten Ernährungsministerium
1923-1924 Nach dem Rücktritt von Wilhelm Keil (04.06.) führt Rau die Geschäfte des Arbeits- und Ernährungsministeriums
1924 IV.08. Wahl zum Staatspräsidenten; Rau übernimmt die Ressorts Arbeit, Ernährung und Kultus
1924-1930 Nach der Bildung der Regierung Bazille versieht Rau wieder seine bisherigen Amtspflichten und organisiert vorrangig die Auflösung der beiden Ministerien
Seit 1925 Vorsitzender der Zentralstelle für Wohltätigkeit in Württemberg
1930-1933 Hauptamtlicher Präsident des Württembergischen Verwaltungsgerichtshofs
1930 Dr. sc. pol. h.c. der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen
1931-1937 Herausgeber der „Württembergischen Zeitschrift für Rechtspflege und Verwaltung“
1933 III.31. Eintritt in den Ruhestand als Präsident des Verwaltungsgerichtshofs aus politischen Gründen, (September) Alterspräsident des Evangelischen Landeskirchentages in Stuttgart
1942 Nach der Zerstörung ihres Stuttgarter Hauses (Bombenangriff) siedelt die Familie nach Schorndorf um
1953 Verleihung des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
Weitere Angaben zur Person: Religion: evangelisch
Verheiratet: 1897 Ulm, Mathilde, geb. Kühner (1876-1955)
Eltern: Karl Gottlieb David (1815-1883), evangelischer Pfarrer in Dobel, seit 1873 in Warmbronn
Maria Sophie, geb. Kurz (1830-1898)
Geschwister: 9
Kinder: 4 Töchter
1 Sohn (wenige Wochen alt +)
GND-ID: GND/133697150

Biografie: In: Baden-Württembergische Biographien 3, 303-305
Quellen: HStAS: E 130 Protokolle der Sitzungen des württembergischen Staatsministeriums; Verhandlungen des Landtags des freien Volksstaates Württemberg auf dem 1. ordentlichen Landtag in den Jahren 1920/24, Protokoll-Bände 6-8 (1923/24), Personalakten EA 1/151, Bü 35
Nachweis: Bildnachweise: I. Eberl/H. Marcon (vgl. Literatur) 744

Literatur: Karl Weller, Die Staatsumwälzung in Württemberg 1918-1920, 104; Wilhelm Keil, Erlebnisse eines Sozialdemokraten, Bd. 2, 1948, 243, 269, 284, 287; Max Miller, Eugen Bolz – Staatsmann und Bekenner, 1951, 259; Munzinger-Archiv (Internationales Biographisches Archiv) Lieferung 12/53; Waldemar Besson, Württemberg und die deutsche Staatskrise 1928-1933. Eine Studie zur Auflösung der Weimarer Republik, 1959, 375 und 377; Waren Ernest Gade, Württemberg and the Reich 1924-1928. Archive Study in the Relations between the Reich and Länder. Phil. Diss., Stanford University 1971, 9, 139, 176ff., 333ff.; Werner Kratsch (Hg.), Das Verbindungswesen in Tübingen. Eine Dokumentation im Jahre des Universitätsjubiläums, 1977, 87; Paul Sauer, Der württembergische Landtag, in: Günther Bradler/Franz Quarthal (Red.), Von der Ständeversammlung zum demokratischen Parlament. Die Geschichte der Volksvertretungen in Baden-Württemberg, 1982, 205-223, bes. 211ff.; Immo Eberl/Helmut Marcon (Bearb.), 150 Jahre Promotion in der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen. Biographien der Doktoren, Ehrendoktoren und Habilitierten 1830-1980 (1984), 1984, 599f. Zeitungen: Stuttgarter Neues Tagblatt Nr. 155 (09.04.1924); Stuttgarter Zeitung Nr. 2 (03.01.1953) und Nr. 105 (07.05.1953)
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