Bad Wurzach 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Stadt
Homepage: http://www.bad-wurzach.de
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Einwohner: 14167
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 78.0
Max. Höhe ü. NN (m): 792.71
Min. Höhe ü. NN (m): 601.91
PLZ: 88410

Die Stadt Bad Wurzach liegt im Nordosten des Landkreises Ravensburg. Das Stadtgebiet erstreckt sich im breit ausgebildeten Wurzacher Becken, das auf drei Seiten von Grundmoränengelände umgeben ist. Naturräumlich gehört das Gebiet zur übergeordneten Einheit der Riß-Aitrach-Platten, hat aber im Südwesten noch Anteil am Westallgäuer Hügelland und reicht im Osten noch mit einem Zipfel in die Holzstöcke. Der höchste Punkt liegt im Südosten bei Starkenhofen auf 792,71 m, der tiefste Punkt im Nordwesten bei Mauchenmühle auf 601,91 m. Das Stadtgebiet hat Anteil an den Naturschutzgebieten Herrgottsried, Mauchenmühle, Moore und Weiher um Brunnen, Vogelfreistätte Rohrsee und Wurzacher Ried. Die Gemeinde kam 1806 an Württemberg und wurde zunächst dem Oberamt Waldsee, ab 1810 dem Oberamt Leutkirch zur Verwaltung zugewiesen. Das fstl. Waldburg-Zeil-Wurzach`sche Amt bestand bis 1849. Seit 1938 gehört Bad Wurzach zum Landkreis Ravensburg. 1936 wurde der Kurbetrieb aufgenommen, 1948 der städtische Kurbetrieb gegründet und 1950 der Stadt das Prädikat „Bad“ verliehen. Im Zuge der Gemeindereform wurden 1972 die bis dahin selbständigen Gemeinden Arnach, Eintürn, Ziegelbach, Hauerz, Gospoldshofen, 1973 Dietmanns und Haidgau und 1975 Seibranz nach Bad Wurzach eingemeindet. Bad Wurzach hat sich seit 1945 deutlich entwickelt. Bis zum Ende der 1960er Jahre entstanden rund um den alten Ort neue, große Siedlungsgebiete. Im Westen entlang der L314 und der Bahnlinie sowie am Nordrand wurden zugleich große Industrie- und Gewerbeflächen erschlossen. In den 1970er Jahren kam nochmals eine weitere Wohnbaufläche im Südwesten hinzu. Danach ging die Neubautätigkeit stark zurück und beschränkte sich seitdem auf Einzelbauten. Eine Stadtsanierung wurde ab 1966 durchgeführt. Bad Wurzach ist über die B465 sowie Landesstraßen an den Fernverkehr angeschlossen. 1904 wurde die Bahnlinie Roßberg–Bad Wurzach als Stichstrecke zur Württembergischen Allgäubahn eröffnet. Nach der Stilllegung 2002 kaufte die Stadt die Güterverkehrsstrecke 2004 und führt den Betrieb weiter. Seit Sommer 2010 verkehrt an ausgewählten Sonn- und Feiertagen der 3-Löwen-Takt Radexpress „Oberschwaben“. Der ÖPNV erfolgt durch Buslinien des Verkehrsverbundes Bodensee-Oberschwaben.

Teilort

Wohnplatz

aufgegangener Ort

Wüstung

Das Stadtgebiet umfasst als landschaftliche Besonderheit das Wurzacher Ried, das durch Verlandung eines eiszeitlichen Schmelzwassersees entstanden ist. Es zeigt alle Ent­wicklungsstufen von Moor mit entsprechender Pflanzen- und Tierwelt (Naturschutzgebiet). Etwa zwei Drittel sind Hochmoor, knapp ein Drittel ist noch Niedermoor, der Rest anmooriges Über­gangsgelände. Das Moorprofil erreicht bis 11 Meter Mächtigkeit. Auf drei Seiten wird das breite Wurzacher Becken bis zur Stadtgebietsgrenze von rißeiszeitlichem Grund­moränengelände umgeben. Den Beckenrand bilden Geländerücken, die als verwaschene Stirnmoränen eines rißeiszeitlichen Rückzugsstadiums zu deuten sind. Nach Südsüdwesten taucht aus dem Moorgelände unter leichtem Anstieg eine typische eiszeitliche Sanderebene auf, die »Haidgauer Heide«. Die Äußere Jungendmoräne verläuft als niedere Geländeerhebung mit unruhigem Kleinrelief und geschiebereichem Unter­grund in einem Bogen um den Rohrsee und dann weiter über Eintürnen und Arnach nach Osten, südwärts schließt sich unausgeglichenes Jungmoränengelände an. Der Rohr­see (Naturschutzgebiet) und einige andere Seen im Südwestzipfel sind ehemalige Toteis­seen des würmeiszeitlichen Gletscherzungenbeckens. Bei Arnach verbreitert sich vor einem ehemaligen Gletschertor die Vorschüttsandebene (Sander) wieder. Das Wurzacher Ried wird durch die Wurzacher Ach nach Südosten zur Aitrach entwässert. Der Ostteil des Gebiets dagegen hat durch den Pfaffenrieder Bach Anschluss an die Rot, der Nordwestteil durch den Mühlbach an die obere Riß.

Wappen von Bad Wurzach

In Silber (Weiß) ein aufrechter roter Krebs.

Beschreibung Wappen

Der Krebs ist schon im frühesten bekannten Stadtsiegel zu erkennen, das in einem Abdruck aus dem Jahre 1390 auf uns gekommen ist. Vermutlich bezog sich diese Wappenfigur auf den Krebsreichtum der Aach. Von 1558 an sind drei Krebse in den Stadtsiegeln nachweisbar. Diese wurden schließlich auf einem Schrägbalken hintereinander abgebildet. Da dieses Wappen wegen der Kleinheit der Krebse in den Dienstsiegeln kaum zu identifizieren war und da auch farbliche Regelwidrigkeiten dieses Wappens, das in silbernem Schild einen mit drei roten Krebsen belegten schwarzen Schrägbalken aufwies, beseitigt werden sollten, griff die Stadt wieder auf die ursprüngliche Wappenform zurück. Das Innenministerium hat das berichtigte Wappen am 26. Mai 1966 verliehen, während die schon vor 1914 rechtmäßig geführte dreibahnige Flagge gültig blieb.