Beuron - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0786

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Klosterort im felsenbekränzten Durchbruchstal der Donau durch die Alb, das hier durch eine Flussschlinge kesselartig erweitert ist.
Historische Namensformen:
  • Pussen Buron
  • Purron
  • Bueron
Geschichte: 786 (Fälschung 18. Jahrhundert) Pussen Buron, 861 Purron (hierher?), 1097 Bueron. Bei der naheliegenden Ableitung des Ortsnamen von bur = Haus könnte dieser auf eine Siedlung der älteren Ausbauzeit hindeuten. Ein weiterer Hinweis auf eine der Klostergründung vorausge­hende Siedlung kann vielleicht der Papsturkunde von 1097 entnommen wer­den. Vermutlich um 1077 gründete hier der Edelfreie Peregrinus (von Hoßkirch?) ein Kloster, das 1146 der Augustinerregel unterstand (Augustinerchorherrenstift). Päpstliche Bestätigung der Propstei 1097; kaiserliches Privileg der freien Vogtwahl 1131. Die Vogtei wurde 1253 an Graf Friedrich von Zollern übertragen, der die Herrschaft Mühlheim innehatte; mit dieser blieb die Vogtei fortan verbunden (1303 Verpfändung an das Bistum Konstanz, 1391 Verkauf an die Herren von Weitingen). Mit den Herren von Enzberg, Vögte 1409 bis 1615, lag das Kloster fast ständig im Streit. Enge Verbindung mit dem Chorherrenstift Kreuzungen (bei Konstanz), das ebenso wie der Bischof das Visitationsrecht hatte. Vorübergehender Niedergang im 16./17. Jahrhundert; 1687 zur Abtei erhoben. Das eigentliche Klostergebiet erstreckte sich über den Reinfelderhof das Bäratal aufwärts bis Bärental (Hammer), wobei das Dorf Bärenthal samt Ensisheim jedoch erst 1751 erworben wurden. 1802 Aufhebung des Klosters und Inbesitznahme durch das Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen. Das Obervogteiamt Beuron wurde 1830 mit dem (nach 1850 preußischen) Oberamt Wald vereinigt; 1862 Oberamt (1925 Landkreis) Sigma­ringen. Beuron bildete zusammen mit Bärenthal eine zwischen Württemberg und Baden liegende hohenzollerische Exklave.

Ersterwähnung: 1097
Kirche und Schule: Auf eine ältere (Pfarr-?)Kirche deutet vielleicht die Papsturkunde von 1097 hin; nach einer ansprechenden Deutung ist hier die Rede von einer Martinskirche, die der Heiligen Maria geweiht werden soll. Später sind als Klo­sterpatrone der Heilige Martin und die Jungfrau Maria (Maria Himmelfahrt) genannt. Wallfahrt (zu der Pieta des 15. Jahrhunderts) erstmals 1669 nachweisbar. Nach der Aufhebung des Augustinerklosters erhielt der Ort erst 1826 eine Kuratkaplanei; 1863 Pfarrkuratie, 1901 Pfarrei. 1863 gründeten die aus Bonn stammenden Brüder Maurus und Placidus Wolter in den leerstehenden Gebäuden ein Benediktinerkloster. Sie wurden dabei durch die Fürstinwitwe Catherine von Hohenzollern tatkräftig unterstützt. Die Brüder Wolter, die dem Orden 1855/56 in Rom beigetreten waren, lehnten sich eng an die französische Abtei Solesmes an. Wiedereröffnung der Wallfahrt. 1868 Erhebung zur Abtei. Zahlreiche Tochtergründungen, insbesondere während der Schlie­ßung des Klosters und des Exils des Konvents im Kulturkampf 1875 bis 1887. Konstituierung der Kongregation 1884 (Erzabtei). Weitere Ausdehnung der Kongregation nach 1918; hervorzuheben sind die Neubesiedlungen von Neresheim (1920) und Weingarten (1922). Das Mutterkloster erlangte besondere Bedeutung durch das 1911 begründete Palimpsestinstitut und seit dem 2. Weltkrieg durch das Vetus-Latina-Institut. Pater Anselm Schott († 1896 in Maria Laach) begründete 1884 das »deutsche Meßbuch«. Die romanisch-gotische Klosteranlage wurde von 1694/96 an durch Barockbauten weitgehend ersetzt: Südflügel, Ostflügel 1701/05, Kirche 1732/38. 1739 Abbruch der wenig südlich gelegenen alten Kirche (außer dem Turm). Die barocke Innenausstattung der Kirche wurde durch Peter (Pater Desiderius) Lenz (1832 bis 1928) und seine Kunstschule von 1872 an teilweise entfernt und umgestaltet. Restaurierung im Barockstil 1947/51. Refektoriumsbau 1888/89, Gnadenkapelle mit Grablege der Erzäbte sowie Atelier 1898/99, Gastflügel 1906, Bibliothek 1925/26. Die Ökonomie nach dem Brand von 1959 außerhalb wieder aufgebaut. Evangelische nach Tuttlingen.
Patrozinium: Sankt Martin
Ersterwähnung: 1097

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