Leutershausen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Namensformen: Leutershausen an der Bergstraße
Ersterwähnung: 0877 [Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Ausgedehntes Haufendorf am Hang der Bergstraße. Bereits ältere Erweiterungen nach Westen und Süden. Neubaugebiete mit gitterförmigem Straßennetz im Anschluss daran, im Westen durchsetzt mit Wohnblöcken. Im Norden am Bergstraßenhang villenartiges Neubauviertel.
Geschichte: 877 (Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert) Besitz im Weiler Hausen (in wilare Husa) durch Graf Liuther an Lorsch geschenkt. Ausbausiedlung des 8. Jahrhunderts von den Sachsenorten her, mit denen bis ins 18. Jahrhundert gemeinsame Weide bestand. Zentrum einer Lorscher Villikation. Der Ort zeitweilig an das Königtum abgegeben, Ende 12. Jahrhundert von Lorsch zurückerworben. Als Lorscher Lehensleute hatten die Edelfreien von Hirschberg (ab 1142 nachweisbar) ihren Sitz auf dem Hirschberg über Leutershausen. Sie besaßen im höher gelegenen Schanzenköpfel noch eine zweite Burg, heute ein Burgstadel geringen Umfangs. Diese war vermutlich die erste Strahlenburg, da sich die von der Familie von Hirschberg abgezweigten Strahlenberger lange vor Errichtung der Schriesheimer Burg so nannten (vgl. Stadt Schriesheim). Die edelfreie Familie von Hirschberg, im 1. Drittel des 13. Jahrhunderts ausgestorben, wurde von ihren und zugleich Lorscher Ministerialen von Hirschberg beerbt. Deren Herr war der Pfalzgraf geworden, von dem Burg und Ortsherrschaft fortan zu Lehen gingen. Die Burg Hirschberg wurde im 14. Jahrhundert vermutlich in den Auseinandersetzungen zwischen Pfalz und Mainz zur Ruine. Nach dem Aussterben der Hirschberger das pfälzische Lehen 1624 an den bayerischen Rat Nikolaus Gereon, unter schwedischer Vorherrschaft aber 1633 an Ludwig Cameriarius ausgetan. 1684 folgte der Kirchenrat Langhans und 1686 Graf Hamilton. 1700 fiel alles an den pfälzischen Kanzler Franz Melchior von Wiser, der bald in den Grafenstand erhoben wurde. 1710 begann der Bau des Schlosses am Platz ehemaliger grundherrlicher Höfe durch J. J. Rischer. Der einstige Kuppelsaal heute durch eine Attika ersetzt.

Name: Burg Hirschberg. Schloss Leutershausen.
Datum der Ersterwähnung: 1100 [12. Jahrhundert]

Ersterwähnung: 0877
Kirchengeschichte: 877 erhielt Lorsch auch eine Kirche, die wohl erst später aus dem als ursprünglich anzunehmenden Pfarrverband von Hohensachsen ausgeschieden wurde. Patrozinium Johannes der Täufer (1496). Zur Leutershausener Pfarrei zählten alle im Odenwald hinter Großsachsen gelegenen Ausbauorte. 1484 wurde der Pfarrsatz vom Erzbistum Mainz als Besitznachfolger von Lorsch ans Wormser Domkapitel verkauft, die Inkorporation unmittelbar nachher vollzogen. Reformation durch die Kurpfalz und gegen die lutherische Ortsherrschaft. 1707 Kirche zwar den Reformierten zugefallen, Chor aber den Katholiken überlassen. 1783 neues Kirchenschiff vollendet, frühgotischer Turm 1811 erhöht, 1814 katholische Ansprüche an den Chor abgekauft. 1709 katholische Pfarrei durch die Ortsherrschaft dotiert. 1742 Loretokapelle als Wallfahrt gestiftet. 1907 neugotische Pfarrkirche, in die das Gnadenbild übertragen wurde.
Patrozinium: St. Johannes der Täufer
Ersterwähnung: 1496

GND-ID:
  • 7826748-1
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