Marktheidenfelder Platte

(Naturraum Nr. 132)

Die Marktheidenfelder Platte in der Großlandschaft Mainfränkische Platten - Quelle LUBW

Die Marktheidenfelder Platte in der Großlandschaft Mainfränkische Platten - Quelle LUBW

Die Marktheidenfelder Platte ist ein Naturraum an der Nordgrenze des Landes Baden-Württemberg, der mit seinem überwiegenden Teil zum Land Bayern gehört. Nach Norden grenzt der baden-württembergische Teil an den Sandstein-Spessart, nach Osten an den bayerischen Teil der Marktheidenfelder Platte und im Süden und Westen an das Tauberland. Die Marktheidenfelder Platte hat ihren Namen nach der bereits in Bayern liegenden gleichnamigen Gemeinde. Sie ist Teil der größeren Mainfränkischen Platten, die gelegentlich auch als Fränkische Platte, (Main-)fränkische Gäufläche oder Gäuplatte bezeichnet werden. Zu diesen Platten gehören außerhalb Baden-Württembergs auch die Wern-Lauer-Platte und das Hesselbacher Waldland sowie die im östlichen Mainland eingeschlossenen Gäulagen zwischen Würzburg und Schweinfurt. Gemeinsam bilden sie mit den südwestlich anschließenden Neckar- und Tauber-Gäuplatten die Schichtstufe des Muschelkalks.

Die mit flachen Hügeln besetzte, zertalte Hochfläche ist in ihrem Zentrum aus Muschelkalk aufgebaut. Im Westen findet sich Röt, im Osten Lettenkeuper. Das Gelände fällt von den zwischen 370 bis 400 m hohen Randlagen im Norden und Süden zur Mitte hin auf 200 bis 300 m Höhe über NN ab und zeigt ein bewegtes Relief. Das von Ackerbau geprägte Landschaftsbild wird durch eingestreute Dörfer und Waldparzellen aufgelockert. Der gesamte Mainfränkische Bereich wurde aufgrund der lösshaltigen Böden und guter klimatischer Bedingungen schon sehr früh besiedelt. Siedlungen, zumeist Haufendörfer in heute flurbereinigter Gewannflur, entstanden vorwiegend entlang der Fließgewässer. An süd- und südwestexponierten Muschelkalkhängen wird häufig Wein- oder Obstbau betrieben. Zum Teil finden sich hier aber auch Schafweiden sowie Trocken- und Halbtrockenrasen.

Wie die übrigen Mainfränkischen Platten ist die 574 qkm große Marktheidenfelder Platte durch eine intensive ackerbauliche Nutzung gekennzeichnet. Im Gegensatz zu den benachbarten Naturräumen und dem östlichen Teil der Marktheidenfelder Platte weist die Landschaft vermehrt Gehölz- und Waldbestand auf. Die Buchen- und Eichen-Hainbuchenwälder stehen zum Teil unter Mittelwaldbewirtschaftung. In den Kiefernwäldern auf den ehemaligen Hutungen steht Magerrasen. Entlang der Talflanken findet sich zum Teil Trockenrasen mit landesweit herausragender Bedeutung für den Artenschutz.

Das Klima ist kontinental warm mit warmen Sommern und milden Wintern bei durchschnittlichen Jahrestemperaturen zwischen 8,5 bis 9,5 Grad Celsius. Die durchschnittlichen Jahresniederschläge bewegen sich im Regenschatten von Spessart und Rhön um 600 mm.