Misse, Kolke und Hochmoore

Der Große und Kleine Hohlohsee bei Kaltenbronn - Quelle LMZ BW

Der Große und Kleine Hohlohsee bei Kaltenbronn - Quelle LMZ BW

Hochmoore des Nordschwarzwalds

Die Hochmoore sind nach der letzten Eiszeit vor etwa acht- bis zehntausend Jahren entstanden. Hohe Niederschläge füllten die Vertiefungen auf den wasserundurchlässigen und nährstoffarmen Buntsandsteinschichten der Hochfläche, die allmählich versumpften. Eine lehmige Deckschicht verhinderte eine Versickerung des Niederschlags. So entstand in der Nacheiszeit zunächst ein Niedermoor. Das stetige Wachsen und Absterben der auf Regenwasser angewiesenen Pflanzen führte zur Entstehung einer immer höher werdenden Torfschicht, die sich langsam zum Hochmoor entwickelte und die hier Mächtigkeiten von bis zu 7,50 m erreicht. Ende des 19. Jahrhunderts gab es aufgrund des Streumangels in der Viehhaltung zwischen 1889 und 1902 wiederholte Ansätze, in diesen Hochmooren Torf zu stechen. Die schlechte Qualität des Torfes und die langen Transportwege machten diese Vorhaben unwirtschaftlich. Nur wenige Pflanzen wie Sträucher, Moose oder Wollgräser können mit dem an sich nährstoffarmen Regenwasser überleben, sodass hier eine zwar artenarme, aber auch einzigartige Vegetation entstanden ist.

Hochmoorkolke

Unter einem Kolk versteht man zunächst eine durch Wasserstrudel  erodierte Vertiefung, die – in geeigneter Lage – häufig zum Ausgangspunkt einer Hochmoorentwicklung wird. Hier kann sich das Wasser, vielfach Niederschlagswasser, sammeln, das dann der Vermoorung und Verlandung  unterliegt. Im Zentrum solcher Regen- bzw. Kesselmoore bleibt meist das Moorauge, ein Kolk in engerem Sinn, als offener See bestehen. Die braunen Mooraugen werden an allen Seiten von Moor- bzw. Torfflächen umgeben. Ihr Wasser stammt ganz vorwiegend von Niederschlägen, daneben aber auch aus dem umgebenden Hochmoor, das ja auch ein großer Niederschlagsspeicher ist. Infolge des ständigen Wasserzuflusses geht die Verlandung dieses Gewässers nur unmerklich voran. Sofern ausreichend Nährstoffe zugeführt werden – das braune Moorwasser ist nährstoffarm, huminsäurereich und kalkfrei – kann sich sogar ein auf dem Wasser aufschwimmender Schwingrasen bilden, der sich in seiner Vegetation vom umgebenden Moor unterscheidet.

Misse im Nordschwarzwald

Als Misse – auch Missen, Müssen oder, nach alter Schreibweise, Miß oder Müß- bezeichnet man Waldmoore in Kamm-, Sattel-, Plateau- oder Muldenlagen, die durch meist kleinflächige Vermoorungen mit geringen Torfmächtigkeiten entstanden sind. Der Ausdruck ist ein lokaler, im Nordschwarzwald gebrauchter Begriff, der möglicherweise auf das Wort Moos, für Torfmoose, zurückgeht.