Hopfau - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1085

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Die zeitliche Einordnung des Ortsnamens, dessen Ersterwähnung mit der des Ortsadels 1085 zusammenfällt (mittelhochdeutsch hopfen, ouwe entspricht Hopfen, von Wasser umflossenes Land), ist unsicher. Spuren frühmittelalterlicher Siedlungstätigkeit sind vermutlich allein südlich der Glatt nachweisbar. So lassen sich die zwischen 1860 und 1870 gemachten, jedoch ohne Angabe der genauen Fundstätte überlieferten, Reihengräberfunde am westlichen Rand des Wohnplatzes Neunthausen (Flur Hörnle) lokalisieren. Berichte über eine Entdeckung (1928) beigabenloser Steinkistengräber östlich davon erhärten diese Annahme. Der Ackerbau wurde in einem nördlich der Glatt gelegenen Zelgverband betrieben (1460/61: 1. Zelge westlich in Richtung Nießental, 2. Zelge nördlich am Weg nach Iflingen und 3. die »Haberzelg« östlich am Weg nach Glatt). Die Zahl der Gebäude ging von den erstmals feststellbaren 22 (1634) als Folge des 30jährigen Kriegs auf 18 (1655) zurück. Schließlich 1735 zählte der Ort 29 Häuser, davon 24 mit einer Scheune. Am Sommerberg, der auch Rebberg genannt wurde, bildeten Häuser an der Dürrenmettstetter Steige einen Wohnplatz, der 1676 sieben Haushalte umfasste. Im Jahr 1685 lebten dort 47 Erwachsene, deren Anzahl bis 1710 auf 52 anstieg. Hopfau verfügt über Siedlungserweiterung am linken Talhang.
Historische Namensformen:
  • Hopföwa 1085
  • Hopfenn 1471
  • Hopfowa
  • Hopfowe
Geschichte: Der Ortsadel wurde erstmals 1085 mit »Wern miles de Hopfowa« in dessen Eigenschaft als Wohltäter des Klosters Reichenbach erwähnt. Das ursprünglich auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Baiersbronn und in Göttelfingen (Landkreis Freudenstadt) begüterte Geschlecht pflegte engere Beziehungen zu den Zähringern. Inwieweit die oberhalb der Pfarrhalde vermutete Burg in Verbindung mit dem später nicht mehr nachweisbaren Ortsadel in Verbindung stand, ist unklar. Die Hochgerichtsbarkeit war nachweislich noch 1279 in den Händen der Grafen von Sulz. Zwischen 1383 und 1420 gelangte sie an die Herren von Geroldseck, um 1471/73 auf das Kloster Alpirsbach überzugehen. Während der Vertreibung Herzog Ulrichs von Württemberg 1519–1534 hatten die Geroldsecker die hochgerichtliche Herrschaft nochmals vorübergehend inne. Der niedergerichtliche Rechtszug des Meierhofs und der Mühle ging nachweislich 1488 im Gegensatz zum übrigen Ort nach Dornhan und deutet auf eine räumliche Teilung des Dorfgerichtsbezirks hin. Seit der Reformation gehörte der Ort zum württembergischen Klosteramt Alpirsbach, ab 1808 zum Oberamt Sulz. Die Grafen von Sulz als erste nachweisbare Grundherren verkauften 1278 ihren Grundbesitz mit dem Meierhof und dem Patronatsrecht an das Kloster Alpirsbach, welches nachweislich 1460/61 Zinsen und Gülten aus verschiedenen Höfen und Gütern bekam. Ende des 15. Jahrhunderts gingen der Groß- und Kleinzehnt nördlich der Glatt und der Großzehnt von der Glatthalde und dem Brachfeld an das Kloster Alpirsbach. Gemeindliche Strukturen werden 1752 durch Nennung von Richtern und Gemeindedeputierten und 1772 von Bürgermeistern erkennbar. Hopfau kam 1938 zum Landkreis Horb. 1849 Eingemeindung von Neunthausen.
Wirtschaft und Bevölkerung: Die Türkensteuerliste von 1544/45 überliefert die Zahl von 20 schätzungspflichtigen Männern. 1598 wurden dann 22 männliche Bürger gezählt. Als Folge des 30jährigen Krieges nahm diese Zahl stark ab (1634: 32; 1655: 20). Die nach dem Krieg 1654 erstmals feststellbare Gesamtbewohnerzahl der Gemeinde einschließlich Dürrenmettstettens wuchs bis 1803 auf mehr als das Dreifache an (siehe Schaubild). Die Bevölkerungszahl des eigentlichen Wohnplatzes Hopfau stieg dabei von den Jahren 1680 bis 1710 von 49 auf 58 an. Die Türkensteuerliste lässt auch erstmals die Vermögensverhältnisse im Ort erkennen. Von 24 Personen wurden 20 veranschlagt. Von diesen besaßen zwei Personen mit 1250 Gulden mehr als ein Drittel des Gesamtvermögens (3440 Gulden). 1735 setzte sich die land- und forstwirtschaftliche Gesamtnutzungsfläche aus 1133 Morgen Ackerland, 194 Morgen Öhmdwiesen, 17 Morgen Gärten, 468 Morgen Wald und 26 Morgen Weide zusammen. An Handwerk waren 1735 jeweils ein Bäcker, Schmied, Maurer, Zimmermann und drei Weber vertreten. Eine Mühle in Hopfau ist für 1460/61 nachweisbar. Ende des 17. Jahrhunderts erbaute die Alpirsbacher Pflege eine Sägemühle, die 1747 von der Herrschaft Württemberg erworben wurde.

Ersterwähnung: 1275
Kirche und Schule: Ein Pfarrer wurde erstmals 1222 (»Bertoldo plebano de Hopfowe«) erwähnt. Der im 15. Jahrhundert ärmlich ausgestatteten Pfarrei wurden dann im Gefolge der Reformation 1559/66 Dürrenmettstetten und 1569/83 Niederdobel und Neunthausen unterstellt. Das Katharinenpatrozinium der erstmals 1275 direkt erwähnten Kirche ist erst für 1624 nachweisbar. Der ursprünglich romanische Kirchenbau wurde 1497 gotisiert und 1731 bei der Erneuerung der östlichen Giebelseite der Chor abgerissen. 1774 folgte der Bau des neuen Pfarrhauses. 1605 wird erstmals ein angestellter Lehrer erwähnt. Die für die Gemeinde Hopfau erstmals 1676 separat berechenbare Schülerzahl betrug zwanzig, davon zwölf Knaben und acht Mädchen. 1805 war diese Zahl auf 97 (Winterschule) beziehungsweise 87 (Sommerschule) gestiegen. Letztere hatte sich schon zum Zeitpunkt ihrer Erstnennung 1763 durchgesetzt. Ein eigenes Schulhaus wurde 1777 fertig gestellt. Die Kirche hat romanische Werkstücke in der Mauer. Chor von 1731; innen spätgotischer Taufstein von 1497. Heute evangelische Pfarrei, die Katholiken nach Leinstetten (Stadt Dornhan) eingepfarrt.
Patrozinium: St. Katharina
Ersterwähnung: 1624

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