Todtnau - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1025 [1025 (unsicher)]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Östlichste Gemeinde des Landkreises im oberen Wiesental, umrahmt von den höchsten Bergen des Schwarzwalds, in einem durch den Zufluß des Schönenbachs gebildeten Talkessel. Der gitterförmige Grundriß hat seinen Mittelpunkt am rechteckigen Marktplatz. Neue Wohngebiete mit vorwiegender Ein- und Zweifamilienhausbebauung im Schönenbachtal und nordöstlich Wiesental. Hoch über dem Schönenbachtal, nördlich von Todtnau, wurde ein Feriendorf errichtet.
Historische Namensformen:
  • T?tenouua 1025 [1025]
  • Tottunowe 1283
Geschichte: 1025 Tŏtenouua (unsicher, ob dieses Todtnau gemeint), mit Besitz des Klosters Murbach, 1283 Tottunowe. Der Name kommt vielleicht eher als von Personenname von der Situation des nur von dem Weg St. Blasien-Basel her zugänglichen, sonst überallhin abgeschlossenen Talsystems mit steilen, bewaldeten, zum Teil auch felsigen Hängen. Mit den Schenkungen der Herren von Waldeck und Konsorten 1114 könnte die Grundherrschaft an das Kloster St. Blasien gelangt sein. Die Schutzvogtei über das Kloster und seine Besitzungen kam von den Zähringern 1218 an das Reich und ging wahrscheinlich zur Zeit König Rudolfs von Habsburg (1273-1291) an sein Haus über. Unter den Habsburgern erscheinen als Obervögte der Talvogteien Todtnau und Schönau die Herren von Staufen, unter deren Mitwirkung 1321 das Talrecht festgestellt wurde, das bis ins spätere 18. Jahrhundert Grundlage der Tal Verfassung geblieben ist. Zur Talvogtei Todtnau gehörte das Gebiet der späteren Gemeinden Schlechtnau, Brandenberg mit Fahl, Aftersteg, Muggenbrunn und Todtnauberg-Rütte. Dem Talrecht gemäß übte der landesherrliche Obervogt die hohe Gerichtsbarkeit aus, seit Mitte des 14. Jahrhunderts der österreichischen Waldvogt in Waldshut im Rahmen der Grafschaft Hauenstein. Dem Niedergericht saß der sanktblasianische Amtmann in Schönau vor. Neben dem Ortsvogt von Todtnau zwölf Räte, unter ihnen die Stabhalter der zugehörigen Orte. Erst die österreichische allgemeine Gemeindeordnung von 1786 setzte dieser Verfassung ein Ende (vgl. auch Schönau). Seit 1805 badisch, wurde Todtnau 1809 zur Stadt erhoben, die bisherigen Teilgemeinden der Talvogtei wurden abgetrennt und kamen als selbständige Gemeinden zum Amtsbezirk Schönau. Festsetzung der Gemarkungsgrenzen endgültig erst nach Abteilung der bisher gemeinschaftlichen Waldungen 1838. Das alte Todtnau ging in dem Großbrand von 1876 zugrunde. Die Neuanlage wurde in Gitterform mit rechteckigem Marktplatz geschaffen. Aberkennung des Stadtrechts 1935, Wiederverleihung 1950. Von 1924 bis 1936 (1938) gehörte Todtnau zum Amtsbezirk Schopfheim, sodann bis 1945 Landkreis Neustadt, seither Landkreis Lörrach. 1938 Abtretung von 175 ha am Feldberg an die neugebildete Gemeinde Feldberg, 1939 Eingemeindung von Brandenberg-Fahl. Jahrmarkt seit 1768. Im Mittelalter Bergbau auf Silber. Regalherr war der Bischof von Basel, der nach dem Ausgang der Zähringer die Grafen von Freiburg mit dem Bergregal belehnte, zuletzt noch 1394; danach übten es die Habsburger aus. 1517 fiel es rechtlich zurück an das Reich. Im Bergbau tätig waren vor allem Freiburger Geschlechter; im 14. Jahrhundert war Todtnau Sitz eines Freiburger Münzmeisters, der hier bis 1425 Freiburger Münzen schlug. Niedergang des Bergbaus im 16. Jahrhundert. Wiederbelebungsversuche im 18. und 19. Jahrhundert bald aufgegeben.

Ersterwähnung: 1283
Kirche und Schule: Bis 1154 gehörte Todtnau zum Pfarrsprengel Tegernau, danach zu Schönau. 1283 bestand in Todtnau eine Holzkirche, in der wöchentlich Messe gelesen wurde. Eine mit einem Mönch von St. Blasien besetzte Pfarrei St. Johannes der Täufer erscheint 1288 (1287 Kapelle mit Friedhof), die später dem Kloster auch inkorporiert wurde. In der Blütezeit des Bergbaus waren in Todtnau mit seinen Nebenorten bis zu vier Priester beschäftigt. 1341 Neubau einer steinernen Kirche, die 1689 mit einem Teil der Siedlung im Kriege verbrannt wurde; neue Kirche 1692 erbaut. Nach ihrer Erweiterung 1859 wurde sie im Stadtbrand von 1876 samt dem Pfarrhaus völlig vernichtet. 1878/81 Bau einer großen doppeltürmigen neuromanischen Kirche an anderem Standort. Zum katholischen Pfarrsprengel gehören außer Todtnau die einstigen Gemeinden, heute Stadtteile Aftersteg, Muggenbrunn und Schlechtnau. Erster evangelischer Gottesdienst 1887 von Neuenweg her, später Zell. Ein evangelisches Gotteshaus mit Pfarrwohnung erhielt Todtnau 1893. Trennung von der Pfarrei Zell im Wiesental als selbständige Pastorationsstelle 1895; Gesamtkirchengemeinde Todtnau-Schönau mit eigenem Pfarrer 1925. Schönau wurde 1955 als Vikariat, heute Filialkirchengemeinde, abgetrennt. Der Sprengel der evangelischen Pfarrei Todtnau umfaßt die gesamte heutige Stadt sowie die Gemeinde Wieden (Verwaltungs Schönau im Schwarzwald).
Patrozinium: St. Johannes
Ersterwähnung: 1288

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