Bad Wimpfen 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Stadt
Homepage: http://www.badwimpfen.de
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Einwohner: 6784
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 350.0
Max. Höhe ü. NN (m): 252.61
Min. Höhe ü. NN (m): 136.68
PLZ: 74206

Bad Wimpfen, das der Landesentwicklungsplan dem Verdichtungsraum um Stuttgart zurechnet, liegt im Norden des Landkreises Heilbronn. Das 19,38 qkm große Gemeindegebiet gliedert sich in den Hauptort Wimpfen am Berg, den Stadtteil Wimpfen im Tal und das Dorf Hohenstadt. Die Bergstadt liegt über einer Neckarschleife an Rande einer steil zum Fluss abfallenden Hochfläche. In dem an historischen Bauten reichen Stadtzentrum ragt die, gemessen an ihrer Ausdehnung, größte staufische Königspfalz nördlich der Alpen heraus. Die auf einem römischen vicus gegründete Talstadt liegt am Fuß des Steilhangs in einer Neckarau. Der höchste Punkt liegt im Westen der Gemarkung (Benzenloch) auf ca. 253 m NN, das Höhenminimum befindet sich im Osten am Neckar bei rd. 145 m NN. Durch den Reichsdeputationshauptschluss geriet Wimpfen in eine Dreiländerecke. Die Reichsstadt fiel Ende 1802 an Baden, während die wormsischen Besitzungen, das Ritterstift St. Peter in der Talstadt und der Wormser Hof in der Bergstadt, hessisch wurden. Nachdem das Kurfürstentum Baden 1803 auf seinen Anteil verzichtete hatte, fiel Wimpfen an das spätere Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Die besondere Lage der Stadt als hessische Exklave beendete die amerikanische Militärregierung, die Bad Wimpfen, das am 26. April 1930 den Bädertitel erhalten hatte, 1945 dem Kreis Sinsheim zuwies. In der Volksbefragung vom 29. April 1951 stimmte die Mehrheit der Bürger für eine Eingliederung in den Landkreis Heilbronn, zu dem Bad Wimpfen am 1. Mai 1952 kam.

Bad Wimpfen liegt im nördlichen Teil des Landkreises und gehört dem Landesentwicklungsplan zufolge zum Verdichtungsraum um Stuttgart. Die Entfernung zum Oberzentrum Heilbronn beträgt etwa 15 Kilometer. Nachbargemeinden sind (im Uhrzeigersinn) Offenau, Bad Friedrichshall, Untereisesheim, Neckarsulm, Heilbronn (Stadtkreis) und Bad Rappenau. Die Stadt gliedert sich in den Hauptort Wimpfen am Berg, den Stadtteil Wimpfen im Tal und das Dorf Hohenstadt sowie die Wohnplätze Allmend-Siedlung, Erbach, Fleckinger Mühle, Höhe-Siedlung und Wanne-Siedlung. Die Gemarkung (19,38 Quadratkilometer) hat naturräumlich Anteil an der zum Kraichgau gehörigen, leicht gewellten Hochfläche des Lein-Elsenz-Hügellands beziehungsweise des Leinbachgäus und des Heilbronn-Wimpfner Tals als nördlichem Ausläufer des Neckarbeckens. Die östliche Grenze bildet das in sanften Windungen verlaufende Flussbett des Neckars, der hier aufgrund seiner Breite und Tiefe noch schiffbar ist, wenngleich ihm als Verkehrsträger nur geringe Bedeutung zukommt. Der mit knapp 253 Metern über Normalnull höchste Punkt liegt ganz im Westen, an der Grenze zu Bad Rappenau (Benzenloch), der tiefste mit circa 145 Meter über Normalnull ganz im Osten, am Neckar; die Bergstadt liegt auf 195 Meter über Normalnull. Die Gemarkung ist waldarm, die fruchtbaren Lössböden werden intensiv ackerbaulich genutzt. In den kleinen Tälern und Mulden der Hochfläche ist der Gips- oder Lettenkeuper angeschnitten. Das Neckartal dagegen tieft sich mit der erosiven Kraft des Flusses bis in den Hauptmuschelkalk ein. Dies wird am Rand der zum Fluss steil abfallenden Hochfläche besonders deutlich. Die Bäche im Norden des Gemeindegebiets fließen direkt dem Neckar zu, der Michelbach und andere Gräben im Süden entwässern über den Grundelbach beziehungsweise Böllinger Bach. Von Heilbronn bis Gundelsheim verläuft das Neckartal weitgehend gerade und weist nur bei Bad Wimpfen einen deutlichen Knick auf. Der Fluss pendelt in seiner bis zu einem Kilometer breiten, aufgeschotterten Aue (140–150 Meter über Normalnull) zwischen den Talrändern hin und her. Während an den Hängen im Norden Oberer Muschelkalk ansteht, liegt dieser südlich der Jagstmündung unter dem Flussniveau. Die hier bis zu 40 Meter hohen Hänge bestehen aus den Gesteinen des Lettenkeupers und Gipskeupers, sind aber zum Teil durch Löss oder Terrassenschotter verhüllt. Am westlichen Rand des Gemeindegebiets liegen auf der Hochfläche noch zwei Waldinseln, nördlich der Einsiedel, südlich der Bonfelder Wald und der Kirschweg. Das Klima ist kleinräumig warm und trocken und erlaubt den intensiven Anbau von Garten- und Feldgemüse, randlich auch den Weinbau. Weit im Süden der Gemarkung ist ein Teil des Heilbronn-Wimpfner Tals durch weitläufige Industrieanlagen überbaut. Die Bergstadt liegt mit ihrem Kern oberhalb des Neckarknicks direkt am Rand der dort steil zum Fluss abfallenden Hochfläche. Hier befindet sich das historische Stadtzentrum mit zahlreichen Bauten aus acht Jahrhunderten. Die Anlagen der mittelalterlichen Stadtbefestigung grenzen teils direkt an den Hang. Die Talstadt liegt am Fuß des Steilhangs etwa 1 Kilometer südöstlich der Bergstadt in der hier einen Knick beschreibenden Neckaraue. Sie entstand im Areal eines etwa 170 x 200 Meter großen römischen vicus. Teile der mittelalterlichen Ummauerung sind erhalten. Am gegenüberliegenden Ufer mündet die Jagst. Südlich lag die einstige Saline Ludwigshall. Zwischen der Talstadt und dem Steilhang der Hochfläche verläuft die von Heidelberg über Sinsheim und Rappenau kommende Linie der Elsenztalbahn, die südlich der Stadt den Neckar überquert. Zwischen der am Hang verlaufenden Bahnlinie und der Stadt sind Industriebetriebe angesiedelt; dort befindet sich auch das Pumpwerk zur Kläranlage in Neckarsulm.

Wappen von Bad Wimpfen

In Gold (Gelb) der rot bewehrte schwarze Reichsadler mit einem waagerechten silbernen (weißen) Schlüssel (Bart nach oben rechts) im Schnabel.

Beschreibung Wappen

Die Wappenfiguren sind bereits im ersten, noch staufischen Siegel Wimpfens von 1250 zusammen mit der Umschrift „REGIA WIMPINA GERIT НЕС VICTRICIA SIGNA" zu sehen, das noch bis 1436 als Siegel der freien Reichsstadt weiterverwendet wurde. Während der Adler die enge Bindung ans Reich symbolisiert, bezieht sich der Petrusschlüssel als die Wappenfigur des Bistums Worms auf die Tatsache, dass die Staufer Pfalz und Stadt Wimpfen auf Wormser Grund gebaut haben. Anfangs des 14. Jahrhunderts erschien der Schlüssel vorübergehend in den Fängen des Adlers. Nach dem Übergang an Hessen zeigte das Wappen einen halben Adler am Spalt und den hessischen Löwen mit dem Wormser Schlüssel, doch griff die Stadt im 20. Jahrhundert wieder auf die traditionelle Gestalt ihres Wappens zurück.

GND-ID:
  • 4066247-0