Geddelsbach - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1337

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Obwohl der Ort bereits im hohen Mittelalter als Tochtersiedlung von Unterheimbach entstanden sein dürfte, datiert das älteste urkundliche Zeugnis für Geddelsbachs (»Geydelspach«) Existenz nicht vor 1337. Der Name beruht möglicherweise auf einem Personennamen. Aus der Erwähnung von »Undern Geydelsbach« (1472) könnte man schließen, das langgezogene Dorf sei aus ursprünglich zwei Siedlungskernen zusammengewachsen. 1686 belief sich die Zahl der Häuser auf 31, die der Scheunen auf 23. Auf Geddelsbacher Gemarkung liegt ein Teil der seit 1573 bezeugten Streusiedlung Hälden, die im übrigen zu Adolzfurt gehört. Wüstgefallen sind wahrscheinlich schon um die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert die Wohnplätze Kropfstatt und Himmelsweiler, die seit 1386 zumeist miteinander genannt werden und bei denen es sich vermutlich um Rodungssiedlungen des 11./12. Jahrhunderts handelte. Ihre Lokalisierung im Detail ist unsicher, am ehesten hat man sie nordöstlich der Brettach zu suchen. Nach Kropfstatt nannten sich im 14. Jahrhundert vorübergehend die Angehörigen einer mutmaßlich ritterbürtigen Familie. Begütert waren dort und in Himmelsweiler die Adligen von Rappach (1360/82), das Kloster Lichtenstern (1386), das Stift Öhringen (1428/45), die Ganerben von Maienfels (1498/1629) und die Grafen von Hohenlohe (1573).
Historische Namensformen:
  • Geydelsbach 1337
  • Geydelspach
  • Undern Geydelsbach
Geschichte: Im 13. Jahrhundert gehörte Geddelsbach offenbar als freies Eigen den Herren von Heimberg, von denen es an die Haller Patrizierfamilie Berler vererbt wurde. Diese verkaufte den Ort 1482 mit Vogtei und Gericht an die Grafen von Hohenlohe. Ansprüche der Ganerben von Maienfels auf die Gerichtsbarkeit konnten 1537 vertraglich ausgeschaltet werden, so dass alle hohe und niedere Obrigkeit fortan und bis zum Ende des Alten Reiches allein in hohenlohischer Hand lag (Amt Adolzfurt). Mit grundherrlichen Rechten treten in der Nachfolge der von Heimberg während des 14. Jahrhunderts die Berler und die von Neudeck in Erscheinung, daneben – vermutlich ebenfalls als Heimberger Erben – die von Burleswagen. Von letzteren und denen von Maienfels erwarben 1372 die Grafen von Löwenstein bescheidene Einkünfte. Bereits zwischen 1337 und 1353 hatten die von Burleswagen wiederholt Gerechtsame an das Kloster Gnadental und das Stift Öhringen verkauft, desgleichen die von Neudeck 1366 ein Gut an das Kloster Gnadental. Der bedeutendste Grundbesitz war indes stets mit der Ortsherrschaft verbunden. So waren 1686 für 24 bäuerliche Anwesen mit 71 Morgen Äckern, 62 ½ Morgen Wiesen, 10 Morgen Gärten, 10 Morgen Weinbergen und 146 ½ Morgen Wald die Grafen von Hohenlohe zuständig. Das Stift Öhringen hatte ein Anwesen mit knapp 100 Morgen Liegenschaften. Außerdem begegnen mit deutlich bescheideneren Gütern die Ganerben von Maienfels, das Kloster Gnadental, die Grafschaft Löwenstein und das Spital zu Öhringen. Als bäuerliches Eigen werden am Ende des 17. Jahrhunderts nur ein Haus sowie 30 Morgen Äcker, 18 ½ Morgen Wiesen und 22 ½ Morgen Weinberge bezeichnet. In den Zehnt teilten sich im späteren 16. Jahrhundert zu einem Drittel die Grafen von Hohenlohe-Waldenburg und zu zwei Dritteln die Pfarrei Unterheimbach. Zur Zeit des Alten Reiches bildete Geddelsbach zusammen mit Unterheimbach eine Gemeinde. 1573 verfügte diese über 18 Morgen Wald; 1615 war auch die örtliche Kelter kommunales Eigentum. Mit dem Amt Adolzfurt fiel Geddelsbach 1553 an Hohenlohe-Waldenburg, 1806 an Württemberg, gehörte bis 1809 zum Oberamt Neuenstein, bis 1812 zum Oberamt Öhringen, bis 1926 zum Oberamt Weinsberg (1809-47 als Gemeindeteil von Unterheimbach), dann zum Oberamt, 1938 Landkreis Öhringen.
Wirtschaft und Bevölkerung: Die Zahl der Häuser lässt darauf schließen, dass Geddelsbach am Ende des 17. Jahrhunderts knapp 150 Einwohner hatte; 1806 zählte man 232 Seelen. Um 1800 werden der hiesige Feld- und Weinbau sowie die Viehzucht als gut bezeichnet. Es dominierten die Grünland- und die Waldwirtschaft; der Getreideanbau spielte eine geringere Rolle, und der Weinbau scheint, worauf auch das Entstehen der Weingärtnersiedlung hindeuten könnte, erst seit dem 16. Jahrhundert an Bedeutung gewonnen zu haben. Eine Mühle bestand schon vor der Mitte des 14. Jahrhunderts. In älterer Zeit war das Dorf offenbar wohlhabender als der Mutterort Unterheimbach.

Kirche und Schule: Kirchlich gehörte Geddelsbach allzeit zur Pfarrei Unterheimbach, wo in der Neuzeit auch Schulunterricht erteilt wurde. Katholiken zu Bretzfeld.

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