Laibach - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1307

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Vermutlich ist Laibach eine Ausbausiedlung des hohen Mittelalters, entstanden in der Mark von Dörzbach und erst im Lauf des späten Mittelalters aus dieser herausgelöst. Seine erste Erwähnung datiert von 1307 (»Lutbach«, 1337/43 »Luterbach«). Ganz im Nordwesten (Flurname Dachtäcker) hat die Gemarkung Anteil an der Flur der einstigen Siedlung Dacht (»Tauch«, »Tach«), die 1343/47 sowohl als Dorf (»villa«) als auch als Hof (»curia«) bezeichnet wird und wahrscheinlich noch vor dem Ende des Mittelalters wüstgefallen ist. Auch bei dem 1307 erwähnten »Buchelich«, dessen Lage man nicht kennt, handelt es sich um einen vermutlich schon früh abgegangenen Wohnplatz.
Historische Namensformen:
  • Lutbach 1307
  • Luterbach
Geschichte: Bis zum Ende des Mittelalters vollzog sich in Laibach eine ganz ähnliche Entwicklung der herrschaftlichen Verhältnisse wie in Dörzbach, offenbar unter Beteiligung der gleichen Ganerben. 1406 trifft man auf die von Aschhausen, 1421 auf die Goltstein von Gattenhofen, und spätestens seit 1402 trugen die von Berlichingen auch hier das Schloss samt zugehörigen Rechten von den Schenken von Limpurg zu Lehen. 1606/07 erwarben die Capler von Oedheim genannt Bauz den Besitz, veräußerten ihn aber schon 1615 weiter an die aus Bayern stammenden Freiherren beziehungsweise Grafen von Muggenthal, die ihn bis zu ihrem Erlöschen 1775 innehatten. Die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach behielten das heimgefallene, beim Kanton Odenwald der fränkischen Reichsritterschaft immatrikulierte Rittergut anschließend zunächst ein, verkauften es jedoch 1777 an die Freiherren von Racknitz. Die Lehnshoheit wechselte 1801 von Brandenburg beziehungsweise Preußen an Hohenlohe. Mit der Mediatisierung wurde Laibach 1806 Teil des Königreichs Württemberg. Unmittelbar nach ihrem Aufzug in Laibach bauten die von Muggenthal die hoch über dem Dorf gelegene Burg zu einem repräsentativen Renaissanceschloss in Gestalt einer dreigeschossigen Vierflügelanlage aus (1621). Der 1833 abgebrochene Nordflügel wurde 1987/88 rekonstruiert. Als Grundbesitzer begegnen im Lauf der Jahrhunderte neben der ritteradligen Ortsherrschaft nur das Kloster Schöntal (1489), die Johanniterkomturei Hall (1495) und die aus Tirol stammende Familie Tänzel von Tratzberg (1723/77). Den Zehnt trugen um die Mitte des 14. Jahrhunderts zu je einem Drittel die von Dörzbach und die Goltstein vom Hochstift Würzburg zu Lehen. Auch in späterer Zeit scheinen die Zehntrechte stets mit der Ortsherrschaft verknüpft gewesen zu sein. Von der Gemeinde des kleinen Dorfs weiß man aus älterer Zeit nur, dass sie im Bauernkrieg 1525 gemeinsam mit ihren Kirchgenossen aus Rengershausen das Schloss der Herrschaft plünderte und zerstörte. Laibach gehörte bis 1809 zum Oberamt Schöntal, bis 1811 zum Oberamt Mergentheim, danach zum Oberamt, 1938 Landkreis Künzelsau.
Wirtschaft und Bevölkerung: Einwohnerzahlen sind aus älterer Zeit nicht bekannt. Um einen Bevölkerungszuwachs zu erreichen, aber auch um den Anteil der Katholiken zu vermehren, betrieb die Herrschaft im 18. Jahrhundert die Ansiedlung von fahrendem Volk, wodurch die sozialen Probleme am Ort zunahmen. Die wirtschaftlichen Verhältnisse waren eher karg. Eine bereits 1556 erwähnte Kelter gibt zu erkennen, dass von alters her neben dem Feldbau und der Viehhaltung auch etwas Weinbau gepflegt wurde.

Name: Schloss
Datum der Ersterwähnung: 1402

Ersterwähnung: 1621
Kirche und Schule: Kirchlich war Laibach allzeit ein Filial von Rengershausen. Aber schon um 1343 hatte es eine wohl in der Burg gelegene Kapelle, deren Patronatsrecht die von Dörzbach (1365 die Goltstein) vom Würzburger Bischof zu Lehen trugen. In der Reformation von den Berlichingen dem Luthertum zugeführt, kehrte mit der muggenthalischen Herrschaft im 17. Jahrhundert das katholische Bekenntnis ins Dorf zurück, konnte aber das lutherische nie ganz verdrängen. Die im südlichen Hauptflügel des Schlosses gelegene Kapelle zu Ehren der heiligen Katharina diente den Katholiken seit dem ersten Drittel des 17. Jahrhunderts als Gotteshaus. Schulunterricht wurde am Pfarrort erteilt. 1862 wurde Laibach katholisches Expositurvikariat. Die dem Gemeindegottesdienst dienende Schloßkapelle wurde im 17. Jahrhundert neu errichtet. Evangelische zu Dörzbach.
Patrozinium: St. Katharina
Ersterwähnung: 1621
Jüdische Gemeinde: Mit Rücksicht auf die zu erwartenden Schutzgeldeinkünfte wurden im 18. Jahrhundert Juden angesiedelt, die aber an dem abgelegenen Ort nicht lange blieben. Im 17./18. Jahrhundert bestand eine jüdische Gemeinde in Laibach, die einen eigenen Friedhof im Wald an der Straße nach Rengershausen besaß.

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