Waldenburg - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1253

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Mit seinem Schloß, seinen Mauern und Türmen erhebt sich das Burgstädtchen auf einem Bergsporn aus Kieselsandstein, der nach drei Seiten steil abfällt und nur an einem schmalen Hals noch an der Hochfläche der Waldenburger Berge hängt, über die Hohenloher Ebene. Neue Wohngebiete entstanden nach dem zweiten Weltkrieg anschließend an den Ortskern im Süden und Südwesten sowie im Norden am Bahnhof zu Füßen Waldenburgs. Mit der Anlage des Industriegebiets »Süd« wurde 1958 begonnen, mit der des Industriegebiets »Nord« 1967. Nicht amtlich benannte Wohnplätze sind das Albert-Schweitzer-Kinderdorf, der Hohenloher Hof, das Klingenhaus und das Bahnwärterhaus.
Historische Namensformen:
  • Waldenberc 1253
Geschichte: 1253 Waldenberc, Burg im Wald. Siedlung des 12./13. Jahrhunderts im Anschluß an eine stauferzeitliche Burg. Das noch weithin unbesiedelte Waldgebiet um das spätere Waldenburg kam um 1037 an das Stift Öhringen, dessen Vogtei als regensburgisches Lehen um 1250 an die Hohenlohe überging, die seitdem Grund- und Ortsherren in Waldenburg waren. Erstmals 1330 wird Waldenburg Stadt genannt und wurde unter Ausnutzung der Spornlage (Einstraßenanlage mit Südtor) stark befestigt. Seit 1328 war Waldenburg Sitz eines von adligen Vögten verwalteten hohenlohischen Amtes, seit 1553 namengebender Sitz einer der beiden hohenlohischen Hauptlinien, die sich später vielfach teilte. 1679 starb die Teillinie Hohenlohe-Waldenburg aus. Ihr Besitz wurde 1684 zwischen Hohenlohe-Pfedelbach (1728 ausgestorben) und Hohenlohe-Schillingsfürst geteilt. Damit verlor Waldenburg seine Residenzfunktion und wurde danach von Schillingsfürst aus verwaltet. Seit 1807 ist es Sitz einer neuen Linie Hohenlohe-Waldenburg, die von Hohenlohe-Schillingsfürst abzweigt. Nach dem Anfall an Württemberg 1806 gehörte Waldenburg zum Oberamt Neuenstein, seit 1809 zum Oberamt, 1938 Landkreis Öhringen. Der Umfang der Gemeinde veränderte sich bis 1824/28 häufig, blieb dann aber bis 1972 stabil. Dann wurden Großlindig, Kleinlindig und Pfaffenweiler von Kesselfeld abgetrennt und an Waldenburg angegliedert. Am 13.-16. April 1945 wurde Waldenburg bei und nach heftigen Kämpfen zwischen deutschen und amerikanischen Truppen zu 80% zerstört. Die sehr enge Bebauung wurde danach aufgelockert, die Bauernhöfe südlich des Ortes neu errichtet. — Die Burg Waldenburg entstand um 1200 wohl als Stützpunkt des Reiches oberhalb einer wichtigen Ost-West-Straßenverbindung. Die Hohenlohe machten sie zu einem Ausgangspunkt ihrer Territorialpolitik. Burg und Stadt blieben bis 1802/03 regensburgisches Lehen. Von der ältesten Burganlage sind Fundamente der Ummauerung und der Bergfried (Mändlesturm) erhalten. Die Burg wurde im 14. Jahrhundert ausgebaut, und nach der Erhebung zur Residenz im 16. Jahrhundert zu einem dreiflügeligen Renaissanceschloß umgestaltet, unter anderem durch Balthasar Wolff aus Heilbronn. An Umbauten im 17. Jahrhundert wirkten Georg Kern und Heinrich Schickhardt mit. 1732/39 wurden die Wohnflügel neu errichtet, der Nordostflügel abgetragen, 1781/82 die Schloßkirche erbaut. 1945 wurde das Schloß durch Artilleriebeschuß weitgehend zerstört und brannte vollständig aus. Es wurde in der alten Form bis 1963 wiederhergestellt.
Ersterwähnung als Stadt: 1330

Name: Schloss Waldenburg
Datum der Ersterwähnung: 1200 [um 1200]

Ersterwähnung: 1558
Kirchengeschichte: Kirchlich war Waldenburg Filial der Stiftskirche Öhringen bis zur Reformation. In der Stadt befand sich eine Ägidiuskapelle, beim Streithof außerdem eine dem heiligen Georg geweihte Wallfahrts-, später Friedhofskapelle. Erst nach der Reformation wurde Waldenburg 1558 selbständige Pfarrei, die auch Westernach, Beltersrot und Löcherholz umfaßte. Die mittelalterliche Kapelle wurde 1562 erweitert, 1589/94 mit Ausnahme des Chores durch eine vergrößerte dreischiffige Halle mit Kreuzrippengewölbe und Renaissanceportalen ersetzt, um 1780 im Inneren barockisiert. Sie enthält mehrere Epitaphien von Angehörigen des Hauses Hohenlohe, die in der Gruft beigesetzt sind. Nach der Rückkehr der Linie Hohenlohe-Schillingsfürst zum Katholizismus wurde die 1487 genannte, wesentlich ältere Burgkapelle dem katholischen Gottesdienst gewidmet und vom Franziskanerhospiz in Kupferzell seit 1734 betreut. 1781/82 wurde als Ersatz für die abgebrochene, zu klein gewordene Kapelle die einschiffige, flachgedeckte Schloßkirche (Maria unbefleckte Empfängnis) im Südflügel mit Altären von Dornacher (1782) erbaut. Sie wurde nach der Kriegszerstörung 1945 erneuert. Eine katholische Pfarrei Waldenburg wurde nach 1806 errichtet, deren Sprengel auch Gnadental (Landkreis Schwäbisch Hall), Obersteinbach und Teile von Westernach umfaßt.
Patrozinium: St. Ägidius
Ersterwähnung: 1558 [vor 1558]

GND-ID:
  • 4064380-3
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