Unterensingen 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Gemeinde
Homepage: http://www.unterensingen.de
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Einwohner: 4591
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 608.0
Max. Höhe ü. NN (m): 360.27
Min. Höhe ü. NN (m): 249.86
PLZ: 72669

Die Gemeinde, nahezu im Zentrum des Landkreises Esslingen gelegen, dehnt sich vom breiten Neckartal, das naturräumlich zum Nürtinger-Esslinger Neckartal und damit zu den Fildern zählt, weit nach Westen auf die Unterjuraebene der Filder aus. Dort, am Sauhag im äußersten Nordwesten, wird mit 370 m über NN das Höhenmaximum erreicht. Die höheren, peripheren Bereiche sind bewaldet, sonst dominieren Äcker und in den Talmulden Streuobstwiesen. Zum breit ausgebildeten Neckartal fällt das Gelände bis auf 265 m ab. Seine extreme Hochwassergefahr konnte mit der Begradigung 1841 zwar eingedämmt, aber erst durch die Schutzmaßnahmen ab 1980 gebannt werden. Heute reicht das Dorf von den Hängen bis in die Neckaraue hinein, wo insbesondere Industrieareale angelegt wurden. U.a. haben sich dort zwei namhaften Unternehmen niedergelassen haben. Lediglich im Norden blieben mit dem Röhm- und Schüle-See zwei einstige Baggerseen als Retentionsfläche und als Naturschutzgebiet für Vogelruheplätze erhalten. Auch die alte Bannmühle blieb bestehen, produziert jetzt aber Strom. Der Dorfkern liegt hochwassersicher am Hang und hebt sich durch seine erhaltenen historischen Gebäude heraus. Eine eingehende Ortskernsanierung gab ihm eine moderne Ortsmitte mit Einkaufsmöglichkeiten und zeitgerechter Infrastruktur (Bürgerhaus, Arztpraxen, Seniorenwohnanlage etc.). Der vorrangige Wohnort liegt an der vierspurig als Umgehungsstraße ausgebauten B313, die an der nördlichen Gemeindegrenze einen direkten Anschluss an die A8 hat. Beste Anbindung an die Eisenbahn besteht in Wendlingen. Ab 1808 gehörte der Ort zum Oberamt Nürtingen und kam 1973 zum Landkreis Esslingen.

Unterensingen liegt auf der linken Seite des Neckartales zwischen Nürtingen und Wendlingen, fast genau in der Mitte des Landkreises Esslingen. Die 7,56 Quadratkilometer große Gemeinde hat als Nachbarn außerdem im Norden Köngen und Denkendorf, im Westen Neuhausen auf den Fildern und Wolfschlugen und im Südosten Oberboihingen. Sie gehört nach dem Landesentwicklungsplan zum Verdichtungsraum. Dank der verkehrsgünstigen Lage sind alle größeren Städte gut erreichbar und die Entfernungen – nach Nürtingen Luftlinie 3,5 Kilometer, nach Kirchheim unter Teck 7, Esslingen 10 und Stuttgart 19 Kilometer – eher zweitrangig. Unterensingen liegt an der Südostabdachung der Filder zum Neckartal. Im Nordwesten, mit unscharfer Grenze, schließt sich der Harthauser Sattel an, eine tektonische Aufwölbung im Süden der Filderplatte mit einem vergleichsweise hohen Waldanteil. Hier, an der Grenze nach Denkendorf und Neuhausen wird mit 370 Meter über Normalnull das Höhenmaximum der Gemeinde erreicht. Der Neckar ist das bestimmende Landschaftselement von Unterensingen. Der Talraum selbst, naturräumlich dem Nürtinger-Esslinger-Neckartal zugehörig, zählt noch zu den Fildern und nimmt etwa zwei Drittel der Gemeindefläche ein. Die weite, fast gefällelose Talaue, in der mit 265 Meter über Normalnull auch der tiefste Punkt der Gemeinde liegt, bietet Platz für Siedlungserweiterungen, Landwirtschaft und Gewerbe. Das alte Unterensingen wurde bewusst außerhalb der Aue am hochwassersicheren Neckarhang halbkreisförmig um die Bergkuppe zwischen Dittelbachtal und Grubengraben angelegt. Westwärts erstreckt sich die Gemeinde über 3 Kilometer weit in Richtung Wolfschlugen und Neuhauser Tal. Dort hat sie Anteil an den Wäldern des Sauhags und weiterer Waldstücke, welche die Gemarkung hufeisenförmig umrahmen. Der sanfte Anstieg zur Filderhochfläche wird von drei Seitenbächen des Neckars gegliedert, dem Dittelbach im Süden, dem Grubengraben (im Oberlauf Tal genannt) in der Mitte und dem Herrenbach im Norden. Die beiden letzten bilden sehr flache Mulden. Das Neckartal ist bei Unterensingen durch den Unterjura (Schwarzen Jura) bis in den Knollenmergel eingetieft, wo der Neckar ein breites Tal ausräumen konnte. Die heutigen Landschaftsformen sind im Wesentlichen das Ergebnis von Prozessen während und nach der letzten Eiszeit. Damals lagerte der Neckar mehrere Meter mächtige Sand- und Kiespakete ab, über denen sich später, vor allem in der Folge mittelalterlicher Waldrodungen, Auenlehme absetzten. Die Kies- und Sandgewinnung war in Unterensingen lange ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Bis 1903 holte man die Rohstoffe direkt aus dem Neckarbett, ab 1920 aus Baggerseen. Zunächst wurde auf den Grünen Wiesen der Grienwiesensee (Schülesee) ausgebaggert, später der Röhmsee. Am Talhang tritt Knollenmergel zutage, dessen Rutschungen seit jeher für das Oberdorf problematisch waren. Darüber ist ein schmaler Streifen Rhätsandstein (Oberkeuper) vorhanden, ehe der Unterjura einsetzt, der, allerdings meist lössbedeckt, nach Westen hin den Untergrund bildet. Im Norden der Unterensinger Bergkuppe stoßen Knollenmergel und Rhät unvermittelt an Turneriton und Numismalismergel (Schwarzer Jura beta und gamma), weiter oben grenzt Schwarzer Jura alpha direkt an Amaltheenton (Schwarzer Jura delta). Ursache ist eine von Westnordwest nach Ostsüdost mitten durch die Gemeinde ziehende Verwerfung innerhalb des Fildergrabens, an der die Gesteinsschichten auf der Tiefscholle im Norden abgesunken sind. Sie ist auch der Grund, warum sich der Talhang nördlich der Bergkuppe rasch verflacht und erst in der Nähe der Autobahn wieder steiler wird. Die Unterjuraflächen werden durch die Verwerfung in eine südliche Scholle (Hochscholle) mit lössverhülltem Psilonotenton, Angulatensandstein und Arietenkalk (Schwarzer Jura alpha 1 – alpha 3) und eine nördliche, die Tiefscholle, mit lössbedecktem Turneriton geteilt. Am unteren Herrenbach steht Arietenkalk an. Der Neckar bestimmte seit jeher das Leben in der Gemeinde. Er trieb eine bedeutende Getreidemühle an (heute wird dort Strom aus Wasserkraft gewonnen), und die früher reichlich vorhandenen Fische waren eine wichtige Nahrungsquelle. Sein Wasser, als Grundwasser in den Kiesen der Neckaraue gespeichert, dient der Wasserversorgung. Daher wurden mehrere Wasserschutzgebiete festgesetzt und weitere sind geplant. Die Gemeinde ist allerdings auch an die Bodenseewasserversorgung angeschlossen. Eine Gefahr stellten immer wieder Hochwässer dar. Das Jahrhunderthochwasser 1978 gab den Anstoß, Hochwasserdämme, Überlaufbecken und Pumpwerke zu bauen, die seitdem einen besseren Schutz gewähren. 46 Prozent der Gemeinde sind landwirtschaftlich genutzte Fläche. Die besten Böden befinden sich auf den lössbedeckten Höhen im Westen der Gemeinde, sie werden beackert. Weniger fruchtbare oder vernässte Böden und die Hanglagen tragen Wiesen und Obstbaumwiesen. Bis Ende des 19. Jahrhunderts waren auch der Weinbau und die Schäferei von Bedeutung, erst danach wurde der Obstbau verstärkt. Auf Wald entfallen 26 Prozent der Gemarkung, auf Siedlungs- und Verkehrsflächen fast genau so viel (23 Prozent) und auf Wasserflächen rund 3 Prozent. Bevor der Neckar 1841 begradigt und in ein künstliches Bett verlegt wurde (eine Neckarschlinge war bereits 1792 teilweise beseitigt worden), pendelte er durch eine natürliche Auenlandschaft mit verschiedenen Flussarmen, Stillwassern und einem urwüchsigen Auenwald. All dies ist verschwunden, kann aber noch ansatzweise in den Naturschutzgebieten Am Rank (Röhmsee) und Grienwiesen (Schülesee) erahnt werden. Es sind zwei der wenigen Baggerseen, die nach der Ausbeutung der Kiesvorkommen nicht aufgefüllt wurden; 1980 beziehungsweise 1981 erfolgte deren Ausweisung zum Naturschutzgebiet. Wegen ihrer hohen Bedeutung für die Vogelwelt (Brut-, Rast- und Winteraufenthaltsgebiet, unter anderem für Zwergdommel, Krickente und Wasserralle) sind sie auch ein Natura 2000-Gebiet. Am Nordrand des Grienwiesensees ist eine alte Neckarschlinge mit Auenwald erhalten. Eine Besonderheit ist auch die Seerosenzucht, die dort seit 1954 betrieben wird. Neben diesen überregional bedeutsamen Schutzgebieten wurden in Unterensingen weite Teile außerhalb des bebauten Bereichs zu Landschaftsschutzgebieten erklärt. Die Waldgebiete sind Bestandteil des Landschaftsschutzgebiets Sauhag, dem einzigen großen Waldgebiet auf den Fildern. Die Felder und Wiesen sind zum größten Teil in das aus vier Teilen bestehende Landschaftsschutzgebiet bei Unterensingen und Zizishausen einbezogen, das sind wichtige Grünzäsuren zwischen den Siedlungsflächen und geschätzte Naherholungsgebiete. Feuchtgebiete mit geringerer Ausdehnung wie am Herrenbach und im Tal sowie ein ehemaliger Steinbruch im Angulatensandstein oberhalb des Ortes im Gewann Bettle wurden zu Naturdenkmalen erklärt.

Wappen von Unterensingen

Unter goldenem (gelben) Schildhaupt, darin eine liegende schwarze Hirschstange, in Blau ein vierspeichiges goldenes (gelbes) Mühlrad mit acht krückenförmigen Schaufeln.

Beschreibung Wappen

Unter der württembergischen Hirschstange erscheint in dem 1928 eingeführten Wappen das Mühlrad, das nach Auskunft der Gemeindeverwaltung schon vorher geführt worden war. Es weist auf die Unterensinger Mühle am Neckar hin, die früher für die ganze Umgebung von großer Bedeutung gewesen ist. Das Innenministerium hat die Flagge am 11. Juni 1973 verliehen.

GND-ID:
  • 4390989-9
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