Wieblingen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0767 [767, Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Einstiges langgestrecktes Dorf entlang der Neckaraue mit der Mannheimer Straße als Hauptachse und der Elisabeth-von-Thadden-Schule im ehemaligen grundherrlichen Schlosspark. Noch bäuerlich wirkender Ortskern. Südlich davon folgen stadteinwärts Arbeiter-, Bauern- und Mietshäuser überwiegend aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Umfangreiche Neubauflächen der Nachkriegszeit vergrößerten den Stadtteil im Norden, wo am Siedlungsrand die städtische Kläranlage ausgebaut wurde, im Westen entstand westlich des Bahnhofs der Oberrheinischen Eisenbahngesellschaft ein modernes Industriegebiet, im Südwesten weitgehend individuelle Wohnbebauung.
Historische Namensformen:
  • Wiblinga 0767 [767, Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert]
Geschichte: 767 (Корialüberlieferung 12. Jahrhundert) Wiblinga, von dem Personennamen Wibilus. Nach Reihengräberfriedhof im Nordwesten schon im 6. Jahrhundert bestehend. Umfangreicher Lorscher Besitz. Um 1100 Pfalzgraf Gottfried von Calw damit belehnt, 1147 durch Kloster Lorsch zur Ablösung eines Königsservitiums an Konrad III. überlassen. Als Reichsministeriale die Schenken von Erbach in Wieblingen begütert, mit der Verfügung über sie erwarb spätestens 1223 der Pfalzgraf entscheidenden Einfluss in Wieblingen. 1276 weitere Rechte durch Graf Poppo von Dilsberg an die Pfalz verkauft, damit Wieblingen unmittelbar pfälzisch, später Zent Kirchheim und Oberamt Heidelberg. Aus dem Besitz der aus der Lorscher Ministerialität stammenden, seit Mitte des 13. Jahrhunderts in Wieblingen nachweisbaren Ingram (siehe Handschuhsheim) entwickelte sich ein Gut für verschiedene pfälzische Beamtenfamilien des 15. und 16. Jahrhunderts, seit 1711 von Vultée, die ab 1724 mit dem Ausbau von Schloss und Park begannen. 1792 fiel dieses an von Laroche-Starkenfels, seit 1927 Elisabeth-von-Thadden-Schule. 1920 wurde Wieblingen nach Heidelberg eingemeindet.

Ersterwähnung: 0783
Kirchengeschichte: 783 eine St. Nazariuskirche an Lorsch übergeben, im Spätmittelalter (1496) Patrozinium St. Bartholomäus und St. Valentin. Seit 1224 die von Erbach Inhaber des Kirchensatzes, 1418 an den Pfalzgrafen verkauft. Zum Pfarrsprengel zählte stets der Grenzhof, im 17. und 18. Jahrhundert auch Eppelheim (Rhein-Neckar-Kreis). Die Lutheraner bis 1821 zur Pfarrei Heidelberg. 1906 evangelischer Kirchenneubau. Kreuzpfarrei. Turm und Chor (um 1410) der alten Kirche blieben im Schlosspark erhalten. Die Katholiken hatten seit 1699 Gottesdienst am Ort. 1733 wurde eine Pfarrei, auch für Grenzhof, Edingen und Eppelheim, gegründet, seit 1924 auf Wieblingen und Grenzhof beschränkt. 1746 Kirchenbau nach Plänen von J. J. Rischer, 1956 neue Kirche St. Bartholomäus, mit freistehendem Turm. Die alte Kirche erhalten, aber mit Rücksicht auf den Verkehr die Barockfassade zurückversetzt.
Patrozinium: St. Nazarius; St. Bartholomäus und St. Valentin
Ersterwähnung: 0783

GND-ID:
  • 7671702-1;4096090-0
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