Schriesheim - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0764 [Fälschung 12. Jahrhundert]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Der mittelalterliche Stadtkern mit Nord-Süd-Achse und kleinem Marktplatz liegt auf dem Schwemmkegel des Kanzelbachs am Westrand des Odenwaldes. Nördlich und nordöstlich davon im Talausgang das einstige Dorf und frühe Stadterweiterung. Beide Siedlungsteile werden von der Ruine der Strahlenburg mit schlankem, rundem Bergfried am Hang über der Bergstraße überragt. Jüngere Siedlungserweiterungen liegen im Süden und Norden sowie im Westen der Altstadt, wo auch die Neubaugebiete der Nachkriegszeit, die auch die Bergstraßenhänge beidseits des Kanzelbachtals überziehen, randlich anschließen. Im westlichen Neubaubereich Schul- und Sportzentrum.
Historische Namensformen:
  • Scrizzesheim 0766 [Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert]
  • Scriezesheim 0764 [Fälschung 12. Jahrhundert]
Geschichte: 764 (Fälschung 12. Jahrhundert) Scriezesheim, 766 (Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert) Scrizzesheim, von Personenname. Bisher fehlt ein Reihengräberfriedhof. Der Ursprung der Siedlung ist trotzdem im 6. Jahrhundert zu suchen. Neben Lorsch überwiegender Grundbesitzer das Kloster Ellwangen. Dieses hatte in Schriesheim eine Propstei, die im späten 12. Jahrhundert nach Wiesenbach (Verwaltungsraum Neckargemünd) verlegt wurde. Die Vogtei darüber wie über den Lorscher Grundbesitz stand den Edelherren von Strahlenberg zu, einem ab 1174 nachweisbaren Zweig der Herren von Hirschberg (vgl. Leutershausen, Gemeinde Hirschberg an der Bergstraße). Die Strahlenburg selbst wurde erst um 1230 von Konrad von Strahlenburg widerrechtlich auf Ellwanger Grund gebaut. Nach Eingreifen des Kaisers musste er sie wie die Dorfherrschaft von Ellwangen zu Lehen nehmen. Um 1250 errichteten die Strahlenberger unterhalb der Burg eine Stadt, eine quadratische Anlage mit einer Achse. 1301 Stadt und Burg für Pfalz geöffnet, bald aber auch für Mainz. Die Konkurrenz beider Territorien endete 1347 mit dem endgültigen Verkauf durch die Strahlenberger an die Pfalz; sie waren noch bis nach 1440 auf der Burg als Träger des ellwangischen Lehens für die Pfalz ansässig. In der Landesteilung 1410 Schriesheim an Pfalz-Mosbach, 1448 an die Linie Pfalz-Simmern-Zweibrücken, später -Veldenz. 1470 in der Weißenburger Fehde von Kurpfalz erobert, die Stadtbefestigung geschleift. Die Strahlenburg anscheinend erst durch die Hessen im Landshuter Krieg 1504 zerstört. Heute trotz Ausbaus zur Gaststätte noch äußerer Bering, runder Bergfried (13. Jahrhundert) und Außenmauer des Palas erhalten. Schriesheim, fortan nur noch Marktflecken, wurde vor 1500 zum Hauptort der Äpfelbacher (vgl. Großsachsen, Gemeinde Hirschberg an der Bergstraße), jetzt Schriesheimer Zent, innerhalb des Oberamtes Heidelberg. 1803 an Baden. 1813 Amt Ladenburg, 1863 zum Bezirksamtes Mannheim.

Name: Burg Strahlenburg.
Datum der Ersterwähnung: 1230

Ersterwähnung: 1456
Kirchengeschichte: Die Pfarrkirche (St. Vitus, 1496) wohl nach der Stadtgründung vom unbekannten alten Platz wegverlegt. Patronatsrecht 1456 von Kloster Ellwangen an Kloster Schönau. Reformation durch die Kurpfalz. Ab 1699 auch lutherische Pfarrei mit weitem Sprengel, deren Kirche von 1711 heute neuapostolisches Gotteshaus. Am Platz der reformierten Barockkirche 1835 klassizistische Kirche, 1899 nach Westen erweitert. Seit 1967 zwei evangelische Pfarreien. 1698 katholische Pfarrei unter landesherrlichem Patronat. 1711 Kirche Mariä Himmelfahrt, diese 1794 verlängert, ebenso 1925 und neubarocker Turm angefügt. 1959 große Erweiterung nach Norden und Umorientierung.
Patrozinium: St. Vitus
Ersterwähnung: 1496
Jüdische Gemeinde: 1807 erste Synagoge, 1842 bis 1938 diente die alte lutherische Kirche als solche.

GND-ID:
  • 4053296-3
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