Ditzingen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0769 [Kopialüberlieferung 16. Jahrhundert]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Zwischen der Glems und den in sie einmündenden Beutenbach breitet sich der ältere Teil des Städtchens – er zeigt noch schöne Fachwerkhäuser – aus. Seit dem Zweiten Weltkrieg umgeben ihn ringsum neue Wohnsiedlungen. Sie liegen in den Gebieten »Stütze« (1960), »Lache« (1954/65), Korntaler Weg (1950/65), »Halden« (1950/77), Maurener Berg (1965), zwischen Glemskirche und Bauernstraße (1945/75), Grasweg, »Lontel« und Höfinger Weg (1955/77). In der Nähe von Eisenbahn, Bundesstraße 295 und Autobahn ließ sich vorwiegend am südlichen Ortsrand Industrie nieder.
Historische Namensformen:
  • Tizingen 0769 [Kopialüberlieferung 16. Jahrhundert]
  • Dizzingen 0772 [Kopialüberlieferung 16. Jahrhundert]
Geschichte: 769 Tizingen, 772 Dizzingen (beides Kopialüberlieferung 16. Jahrhundert) (Personenname). Wohl aus zwei alten Siedlungen zusammengewachsen (zwei bis ins 8. Jahrhundert benutzte Reihengräberfriedhöfe rechts und links der Glems, ein Einzelgrab des 6. Jahrhunderts im Ort). Die Glems bildete hier die schwäbisch-fränkische Stammesgrenze und zugleich die Grenze zwischen den Bistümern Konstanz und Speyer. Sie teilte den Ort in zwei Teile mit jeweils einer eigenen Pfarrkirche. 763ff. erlangte Kloster Lorsch Besitz, den es 902 an einen Freien namens Reginboto vertauschte. Im 11. und 12. Jahrhundert waren auch die Klöster Reichenbach und Hirsau begütert. Ministeriale von Ditzingen 13.-15. Jahrhundert erwähnt. Von ihnen erwarb Württemberg direkt und indirekt bis 1437 neben namhaftem Besitz die Vogtei über den Ort, von den von Gültlingen, im 14. Jahrhundert Inhaber eines Ortsteils, nach langen Kompetenzstreitigkeiten auch deren Rechte. Die Burg des Ortsadels gelangte im 14. Jahrhundert im Erbweg an die von Nippenburg und wurde 1440 als Burgstall an Kloster Hirsau veräußert. Die zweite Burg im Ort, die 1420 von den von Gültlingen wieder aufgebaut und Württemberg als Mannlehen aufgetragen wurde, wechselte wiederholt den Besitzer (u.a. von Staufenberg, von Janowiz, von Münchingen). 1891 ging sie von den Sturmfeder in das Eigentum der Hiller von Gärtringen über. Ditzingen gehörte bereits um 1350 zum Amt Leonberg, bei dem es mit einer kurzen Unterbrechung (1763-1771 Amt Groningen) bis zur Kreisreform (zuletzt Landkreis Leonberg) am 1.1.1973 verblieb. 1966 wurde das Dorf zur Stadt erhoben. 1693 brannten französische Truppen den halben Ort nieder.
Wirtschaft und Bevölkerung: 1868 bekam Ditzingen Eisenbahnverbindung mit Stuttgart, 1869 mit Leonberg (Schwarzwaldbahn Stuttgart-Weil der Stadt-Calw). Seit Ende 19. Jahrhundert Industrieansiedlung.

Name: Zwei Burgen in Ditzingen.
Datum der Ersterwähnung: 1200 [13. Jahrhundert]

Ersterwähnung: 1399
Kirche und Schule: Die Konstanzer Kirche (1416 zur Hl. Maria) war seit 1399 dem Kloster Hirsau inkorporiert. Die Speyerer Kirche (Patrozinium: 1424 Hl. Lambertus, 1514 Heilige Lambertus und Margareta), die 1347 ebenfalls Pfarrrechte hatte, überließ der Speyerer Bischof Gerhard 1347 dem Dominikanerinnenkloster Pforzheim zur Inkorporation. 1565 erwarb Württemberg im Tauschweg die Kirche, die nunmehr als Friedhofskirche diente. Die heutige Pfarrkirche, die einstige Konstanzer Kirche, wurde um 1478 als Wehrkirche erbaut. Die ehemalige Speyerer Kirche, die nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Bau eines eigenen Gotteshauses mit Gemeindezentrum (1961/64) der 1946 neugebildeten katholischen Gemeinde zur Verfügung gestellt wurde, seit dem Neubau einer katholischen Kirche wieder Friedhofskirche ist, wurde als Chorturmkirche um 1480/90 errichtet. 2 evangelische Pfarreien. Katholische Kirche St. Maria, Königin des Hl. Rosenkranzes (1964); Pfarrei seit 1965 (Pfarrverweserei seit 1963).
Patrozinium: Hl. Maria
Ersterwähnung: 1416

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