Grünenwörth 

Kurzbeschreibung: Zur Geschichte der Straßburger Johanniter-Kommende
Das 1371 durch den Straßburger Patrizier und Mystiker Rulman Merswin anstelle des einstigen Trinitatis-Klosters (OSB) am Grünen Wörth gegründete Haus und Hospital der Johanniter vor Straßburg bestand bis in die Zeit der Französischen Revolution. Es galt als eines der vornehmsten Ordenshäuser der Stadt und beherbergte wiederholt hohe Gäste. Der Komtur des Hauses folgte im Rang unmittelbar auf den deutschen Großprior des Johanniter-Ordens. Aufgrund von Schenkungen, aber auch durch eine aktive Erwerbspolitik verteilte sich der von jeweils drei Pflegern aus dem Straßburger Patriziat kontrollierte Komtureibesitz in der frühen Neuzeit zu beiden Seiten des Rheins; mit seinen Erträgen übertraf er am Ende des Mittelalters den Besitz der Johanniter-Häuser in Würzburg und Heimbach. Während des Dreißigjährigen Kriegs verlor die Kommende 1633 durch vorsorgliche Schleifung ihre Gebäude; 1687 wurde ihr ersatzweise das Kloster St. Marx zugeteilt, in dem sie bis zu ihrem Untergang 1792 ihren Sitz hatte.
Überlieferungsgeschichte
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die im Bestand 32 des Generallandesarchivs versammelten, allein auf badische Orte bezogenen Urkunden des Straßburger Johanniter-Hauses im Besitz des Theologen, Schriftstellers und Sammlers Franz Karl Grieshaber (1798-1866), der sie offenbar noch zu seinen Lebzeiten dem Großherzog schenkte. Freilich handelt es sich dabei nur um einen marginalen, 26 Ortenauer Orte betreffenden Teilbestand, sowohl Johanniter- als auch Vorprovenienzen. Das eigentliche, reichhaltige Archiv der Johanniter-Kommende zum Grünenwörth liegt provenienz- und pertinenzgerecht in den Straßburger Archives Départementales du Bas-Rhin unter der Bestandsbezeichnung H 1349-2232 und ist dort verschmolzen mit den Archiven der dem Straßburger Ordenshaus einst nachgeordneten Johanniter-Kommenden Schlettstadt und Dorlisheim sowie mit Teilarchiven anderer Johanniter- und Antoniter-Niederlassungen.
Verzeichnung
1908 wurden die 119 nach Karlsruhe gelangten Urkunden von Karl Obser als eigener Bestand neu verzeichnet; das handschriftliche Repertorium fertigte damals Friedrich Frankhauser. Die Neusignierung und Neuverpackung erfolgte 1988 unter der Aufsicht Hansmartin Schwarzmaiers. Die Konversion des alten Findbuchs besorgte 2013 Alfred Becher unter Anleitung von Gabriele Wüst, die Endredaktion 2014 Kurt Andermann.
Literaturhinweise
Hansmartin Schwarzmaier/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 2, Urkundenbestände (1-45), Stuttgart 1996, S. 210 f.; Ludwig Spach, Inventaire sommaire des archives départementales du Bas-Rhin, Bd. 4, Straßburg 1872, S. 103-174; Philippe-André Grandidier, Nouvelles ¿uvres inédites, Bd. 5, Colmar 1900, S. 25-68; Luzian Pfleger, Kirchengeschichte der Stadt Straßburg im Mittelalter, Colmar 1941, S. 84; Walter Gerd Rödel, Das Großpriorat des Johanniter-Ordens im Übergang vom Mittelalter zur Reformation, Diss. phil. Mainz, Köln 1966, S. 181-193.
Erstellt (Anfang): 1300  [1300-1755]
Umfang: 119 Urkunden
Objekttyp: Bestaende
Quelle/Sammlung: Landesarchiv Baden-Württemberg Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe
Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs)
Urkunden
Kleinere geistliche Territorien
Grünenwörth
Bestand
Identifikatoren/​Sonstige Nummern: 32 [Bestellsignatur]
Weiter im Partnersystem: https://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=4-3214
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