Bock, Lorenz 

Geburtsdatum/-ort: 12.08.1883;  Nordstetten
Sterbedatum/-ort: 04.08.1948;  Rottweil
Beruf/Funktion:
  • Politiker, Mitglied des Landtags – Zentrum/CDU, Staatspräsident und Finanzminister von Württemberg-Hohenzollern
Kurzbiografie: 1890-1902 Volksschule in Nordstetten, Lateinschule in Horb bis zur 5. Lateinklasse, zuletzt Obergymnasium in Rottweil
1902-1906 Jurastudium in München und Tübingen; in München Mitglied der Akademischen Verbindung Ottonia, in Tübingen der Akademischen Verbindung Alamannia
1906 I. Höhere Justizdienstprüfung, danach Gerichtsreferendar beim Amtsgericht und Notariat Riedlingen, beim Landgericht und bei der Staatsanwaltschaft Ravensburg sowie in einer Stuttgarter Rechtsanwaltskanzlei
1910 II. Höhere Justizdienstprüfung, ab 1910 beim Landgericht Rottweil zugelassener Rechtsanwalt mit Wohnsitz in Rottweil, Mitglied der Zentrumspartei, seit November 1911 stellvertretender Vorsitzender des Katholischen Männervereins Rottweil, seit Oktober 1913 Vorsitzender des Windthorstbundes Rottweil
1912 Reichstagskandidat im Wahlkreis Württemberg IX (Balingen-Rottweil-Spaichingen-Tuttlingen), unterlegen gegen Conrad Haussmann (FVP)
1919-1933 Mitglied der Württembergischen Verfassunggebenden Landesversammlung bzw. Mitglied des Landtags Württemberg (Zentrum), ab 1924 Fraktionsvorsitzender, 1919 Mitglied des Verfassungsausschusses, ab 1920 Mitglied des Steuer-und des Finanzausschusses (1924-1928 dessen Vorsitzender)
1920-1933 vom Landtag gewähltes ordentliches nichtrichterliches Mitglied des Württembergischen Staatsgerichtshofes
1926-1933 Vorsitzender der neugegründeten kommunalpolitischen Vereinigung der württembergischen Zentrumspartei; bis 1933 Vorstandsmitglied der württembergischen Anwaltskammer; Vorsitzender des Aufsichtsrates des „Schwarzwälder Volksfreund“, des Zentrumsorgans im württembergischen Schwarzwald; Aufsichtsratsmitglied der Bärenbrauerei AG (Schwenningen/Neckar)
1946/47 Mitglied der Beratenden Landesversammlung Württemberg-Hohenzollern, (Feb. 1947) stellvertretender Fraktionsvorsitzender; Vorsitzender der Anwaltskammer Württemberg-Hohenzollern
1947 (8. Jul.) Staatspräsident von Württemberg-Hohenzollern, (22. Jul.) zugleich Finanzminister
1948 (Jul./Aug.) Mitglied der Ministerpräsidentenkonferenz der westdeutschen Regierungschefs
Weitere Angaben zur Person: Religion: rk.
Verheiratet: 1912 Hilde Marie Amalie, geb. Buz (1886-1973), Tochter des Karl Buz, Prof. an der mittleren und unteren Abteilung des Progymnasiums Riedlingen, Vorstand der Gewerblichen Fortbildungsschule ebda.
Eltern: Vater: Johann Bock (1843-1923), Bürger, Landwirt und Maurer in Nordstetten
Mutter: Maria, geb. Schneiderhan (1849-1931)
Geschwister: 5
Kinder: 2 Söhne, beide gefallen
GND-ID: GND/124302181

Biografie: In: Württembergische Biographien 1, 22-26
Quellen: Katholisches Pfarramt Heilig-Kreuz in Rottweil, Familienregister, Bd. IV, 145b; Schriftliche Mitteilung des Katholischen Pfarramts Nordstetten vom 17. 5. 1995; PA im HStAS, EA 1/151 Bü 8.
Nachweis: Bildnachweise: Raberg, Biogr. Handbuch (vgl. Literatur), 85.

Literatur: In memoriam Staatspräsident L. Bock (Broschüre mit Wiedergabe der Reden beim Pontifikalrequiem und bei der Trauerfeier); August Hagen, L. Bock 1883-1948, in: Gestalten aus dem schwäbischen Katholizismus, Bd. 4, 1962, 86-110; Eberhard Konstanzer, Die Entstehung des Landes B-W, 1969, ab 49 passim; Paul Sauer, Die Entstehung des Bundeslandes B-W. Eine Dokumentation, 1977, 19, 25, 30, 33, 36-39, 41, 46f., 224f.; Paul Ludwig Weinacht (Hg.), Die CDU in B-W und ihre Geschichte (SpLBW Bd. 2), 1978, 173, 177-183, 345; Max Gögler und Gregor Richter in Verbindung mit Gebhard Müller, Das Land Württemberg-Hohenzollern 1945-1952. Darstellungen und Erinnerungen, 1982, passim; Paul-Ludwig Weinacht/Tilman Mayer, Ursprung und Entfaltung christlicher Demokratie in Südbaden. Eine Chronik 1945-1981, hg. vom Bezirksverband der CDU Südbaden, 1982, 196ff.; Günther Bradler, Württemberg-Hohenzollern: L. Bock und Gebhard Müller, in: Walter Mühlhausen/Cornelia Regin (Hgg.); Treuhänder des deutschen Volkes. Die Ministerpräsidenten der westlichen Besatzungszonen nach den ersten freien Landtagswahlen. Politische Porträts (Kasseler Forschungen zur Zeitgeschichte, Bd. 9), 1991, 79-93; DBE 1 (1995), 595; Armin Braun, Die Mitglieder der Kreisversammlung des Landkreises Rottweil 1946-1948. Eine biographische Dokumentation, in: Demokratie auf Probe. Die Kreisversammlung des Landkreises Rottweil in den Jahren 1946-1948. FS zum Gedenken an den Neuanfang parlamentarischer Arbeit auf Kreisebene im Jahr 1946, hg. vom Landkreis Rottweil, 1996, 25-43, hier 28ff.; Winfried Hecht, Zum politischen Profil von L. Bock, in: Rottweiler Heimatbll. 59 (1998), Nr. 3; Siegfried Koss in: Ders. und Wolfgang Löhr (Hgg.), Biographisches Lexikon des KV, 5. Teil, 1998, 20-22; Frank Raberg, Das Ende des Württembergischen Landtags, in: ZWLG 58 (1999), [273]-292, bes. 280f., 285, 288; ders., Die politischen Anfänge von L. Bock, in: Rottweiler Heimatbll. 60 (1999), Nr. 3; ders., Biogr. Handbuch, 85f.; ders., in: Winfried Becker u.a. (Hgg.), Lexikon der Christlichen Demokratie in Deutschland, 2002, 199; ders., (Bearb.), Die Protokolle der Regierung von Württemberg-Hohenzollern, 1. Bd.: Das Erste und Zweite Staatssekretariat Carlo Schmid 1945-1947 (Kabinettsprotokolle von Baden-Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern 1945-1952, III. Teil, 1. Bd.), 2004, bes. XXV et passim; diverse Zeitungsartikel 1947-1968.
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