Geschichte der Universität Hohenheim

Uni Hohenheim
Universität Hohenheim, Hörsaal B3 [Quelle: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg]

Im Jahr 1818, dem sogenannten „Jahr ohne Sommer“, verdunkelte sich der Himmel über Europa. Auslöser war der Ausbruch des indonesischen Vulkanes Tambora. Im Süden Deutschlands verstärkte dieses spektakuläre Naturereignis ein bereits in den Vorjahren beobachtetes Wetterphänomen kalter und nasser Sommer und mündete in der schlimmsten Hungersnot des 19. Jahrhunderts. Um der prekären wirtschaftlichen und sozialen Lage Herr zu werden, entschied sich das Königspaar Wilhelm I. und Katharina für die Einrichtung einer landwirtschaftlichen Unterrichts-, Versuchs- und Musteranstalt. Der Vorgänger der Universität Hohenheim war geboren.

Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich Hohenheim zum international gefragten Lieferanten innovativer Technologien. Das Studium an der ab 1847 „Land- und Forstwirtschaftlichen Akademie“ genannten Einrichtung stand „jedem gesitteten, nicht ganz ungebildeten jungen Mann“ ab 16 Jahren frei. Die erste Frau konnte erst rund hundert Jahre später in Hohenheim ihr Diplom ablegen.

Im Jahre 1881 verließen die Forstwirte Hohenheim. 1904 erhielt die Akademie den Titel Landwirtschaftliche Hochschule. 1918/1919 kamen das Promotions- und Habilitationsrecht hinzu. Als schließlich im Jahr 1922 die Direktorial- durch die Rektoratsverfassung abgelöst wurde, hatte sich Hohenheim nach über einem Jahrhundert endgültig zu einer vollwertigen Hochschule emanzipiert. Auf die Zwischenkriegszeit folgte die rasche Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten, verbunden mit den Bemühungen Hohenheim zu einer nationalsozialistischen Musteranstalt auszubauen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren es vor allem die Umbenennung in „Universität Hohenheim“ sowie die grundlegende Veränderungen, die sich aus den Hochschulgesetzen der 1970er Jahre ergaben, welche wichtige Entwicklungen in der Geschichte Hohenheims in Gang setzten. So ging mit der Einrichtung der neuen Fakultäten Naturwissenschaften (1964) und Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (1975) eine erhebliche Ausweitung des Fächerspektrums einher. Diese einmalige Fächerkombination und der verbindende Charakter einer Campusuniversität zeichnen Hohenheim auch heute noch aus und machen die ehemalige landwirtschaftliche Unterrichtsanstalt zu einer international verankerten, zukunftsorientierten und forschungsstarken Universität mit einem spezialisierten und forschungsnahen Lehrprofil.

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