Zell am Harmersbach 

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Status: Stadt
Homepage: http://www.zell.de
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Einwohner: 7870
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 216.0
Max. Höhe ü. NN (m): 889.49
Min. Höhe ü. NN (m): 189.22
PLZ: 77736

Das 36,43 qkm große Gebiet liegt vollständig im Naturraum Mittlerer Schwarzwald. Die Tallandschaften des Grundgebirgsschwarzwalds weisen hier ein eher ausgeglichenes Relief auf, die Bergkämme sind gerundet. Die Kinzig, in die der Harmersbach entwässert, erreicht im Nordwesten an der Grenze zu Biberach auf rd. 189 m NN den niedrigsten Punkt des Geländes, das sich auf dem Brandenkopf im äußersten Osten auf 889 m NN auffaltet. Der Landesentwicklungsplan weist die Stadt dem ländlichen Raum zu. Ausgehend von einer cella des Klosters Gengenbach an der Schwelle vom Früh- zum Hochmittelalter erhielt Zell von den staufischen Klostervögten Impulse zur Stadtgründung. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde die Stadt reichsunmittelbar; Zell galt als die kleinste aller Reichsstädte. Besondere Bedeutung kam auch dem Reichstal Harmersbach zu. Als 1504 die 1330 eingeleitete Verpfändung Zells zurückgenommen wurde, löste man Teile des Harmersbachtals nicht aus. Diese verselbständigten sich, so dass Zell 1718 deren Reichsunmittelbarkeit anerkennen musste; das Harmersbachtal war das einzige Reichstal und eine der seltenen freien Bauerrepubliken im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. 1803 fiel Zell an Baden und wurde dem Amt Gengenbach, ab 1857 dem Offenburger Bezirk zugewiesen. 1936 wechselte Zell zum Bezirksamt, 1939 zum Landkreis Wolfach. Nachdem Zell 1973 zum Ortenaukreis gelangt war, wurden ein Jahr später Oberentersbach sowie 1975 Unterentersbach und Unterharmersbach eingemeindet.

Das Stadtgebiet legt sich um die unteren Talabschnitte von Harmersbach und Nordrach, ihren Zusammenschluß und ihre Einmündung ins Kinzigtal. Im Süden ist das Einzugsgebiet des Entersbaches angegliedert. Harmersbach- und Nordrachtal sind in diesem Bereich weit ausgeräumt und mit eiszeitlichen Schottern und Sanden aufgefüllt, gleichen sich also dem Kinzigtal an. Die östlichen Hänge beider Täler erhalten durch quartäre Lehmauflagerungen flache Neigungswinkel, so daß mit den steilen Gegenhängen im Grundgebirge ein ausgesprochen asymmetrischer Talquerschnitt entsteht. Im Entersbachtal geht der Gegensatz zwischen V-förmigem Querschnitt im Oberlauf und Muldental im Unterlauf auf die gleiche Ursache zurück. Im Bereich der Lehme sind die Hänge landwirtschaftlich genutzt, auf den Gneisen und Graniten des Grundgebirges ist die Walddecke weitgehend geschlossen.

Wappen von Zell am Harmersbach

In Gold (Gelb) ein rot bewehrter und rot bezungter schwarzer Adler.

Beschreibung Wappen

Zell ist wohl eine Gründung des Klosters Gengenbach. In die Zeit der Zugehörigkeit zu den Staufern dürfte die Entwicklung zur Stadt eingesetzt haben, die Mitte des 14. Jahrhunderts abgeschlossen war. Zell war fortan bis zum Anfall an Baden 1803 die kleinste aller Reichsstädte. Alle Siegel, angefangen vom ältesten, ab 1351 nachweisbaren Typar, und frühe, aus dem 16. Jahrhundert stammende Wappendarstellungen zeigen folgerichtig den Reichsadler ohne Beizeichen. Als Feldfarbe erscheint zuweilen Silber. Lediglich im frühen 19. Jahrhundert waren kurzfristig Siegel mit dem badischen Wappen allein oder als Brustschild auf dem Adler in Gebrauch. Mit der Vereinigung von Unterharmersbach und Zell zu einer Gemeinde unter dem alten Stadtnamen am 1. Januar 1975 hatte das Stadtwappen seine Gültigkeit verloren, wurde zusammen mit der Flagge aber am 3. Oktober 1977 vom Landratsamt Ortenaukreis neu verliehen.

GND-ID:
  • 4108959-5
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