Amlishagen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1261

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Auf der Hochfläche rechts des engen, tief eingeschnittenen Muschelkalktals der Brettach drängt sich der Ort eng zusammen. Wachstumsspitzen zeigen sich entlang den Ausfallstraßen nach Wittenweiler im Norden und Gerabronn im Westen.
Historische Namensformen:
  • Amelungeshagen 1261
Geschichte: 1261 und 1262 Amelungeshagen, Personenname. Als Burgweiler entstanden. Die Burg, ein trapezförmiger mittelalterlicher Bau auf einem Bergsporn über der Brettach, ist etwas tiefer als das Dorf gelegen. Vor- und Hauptburg durch steinerne Brücke über den trennenden Quergraben verbunden. Eine wuchtige Schildmauer aus dem 13. Jahrhundert mit einem über Einstiegloch und Wendeltreppe erreichbaren tonnengewölbten Wehrgang schützt die Hauptburg. An den östlichen Teil der Schildmauer stieß der 1978 ausgebrannte, 1573 erbaute Archivbau. Das alte Schloß an der Westseite der Wehrmauer mit Rundturm und zugeschütteten Kasematten ist wegen Baufälligkeit nicht mehr zugänglich, ein Teil wurde schon 1854 abgebrochen. Das noch bewohnte neue Schloß aus dem 18. Jahrhundert trägt Volutengiebel; Treppenturm an der Südost-Seite. — Die Burg war im 13. Jahrhundert teils Eigenbesitz, teils hohenlohisches Lehen der von Amelungeshagen, die wohl in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts ausstarben. Nach mehrfachem Besitzerwechsel übernahmen, seit 1366 teilweise, seit 1463 ganz, die von Wollmershausen die Herrschaft Amlishagen, zu der neben Burg und Dorf Obrigkeitsrechte in benachbarten Orten gehörten. Nach Erlöschen der von Wollmershausen 1708 kam Amlishagen durch Erbtöchter an die von Pappenheim, von Clengel und vom Holtz, die 1771 Alleinbesitzer wurden, aber 1802 in Konkurs gerieten. Im Dorf besaßen im 14./15. Jahrhundert auch die von Seldeneck, von Berlichingen, von Rechberg und die Stadt Rothenburg Rechte. Die hohe Gerichtsbarkeit übte das hohenlohische, später Ansbacher Amt Werdeck aus, bis den von Wollmershausen 1521 von Kaiser Karl V. ein eigenes Halsgericht verheben wurde; dieses wurde nach dem Einspruch Ansbachs 1522 zu dessen Aftermannlehen. Nach Aussterben der von Wollmershausen zog Ansbach 1708 das Gericht wieder an sich. Vogtei, Niedergericht und Gemeindeherrschaft stand der Ortsherrschaft zu. Obwohl Ansbach die Landeshoheit beanspruchte, war Amlishagen dem fränkischen Ritterkanton Odenwald eingegliedert; der Ansbacher Rechtsnachfolger Preußen setzte 1796 seine Landeshoheit durch. 1806 fiel Amlishagen an Bayern, 1810 an Württemberg, es gehörte zunächst im Rahmen des Stabsamts Lenkerstetten und seit circa 1820 als Gemeinde zum Oberamt Gerabronn, seit 1938 zum Landkreis Crailsheim. — 1523 erhielt Amlishagen Marktrecht, das bis 1708 ausgeübt wurde. 1449 wurde Amlishagen im Städtekrieg, 1822 durch Großbrand zerstört. Die letzten Wollmershausen förderten im merkantilistischen Sinne die Ansiedlung von Industrie, die sich aber nicht lange halten konnte: Hammerschmiede mit Schmelzwerk und Kohlenhütte im 17. Jahrhundert gegründet, 1687 bestanden Färberei und Gerberei, Ziegelhütte 1650 erwähnt.

Name: Burg Amlishagen
Datum der Ersterwähnung: 1261

Ersterwähnung: 1403
Kirchengeschichte: Die 1403 erstmals erwähnte Kapelle St. Katharina (so 1519) war Filial von Michelbach an der Heide. 1453 war Amlishagen Pfarrei, in der Ansbach 1536 die Reformation einführte. 1565 ist eigener Pfarrer bezeugt. Der Streit der Gutsherrschaft um das Patronatsrecht wurde 1788 zugunsten Hohenlohes entschieden. Die evangelische Pfarrkirche wurde anstelle der 1760 abgebrannten Kapelle aus dem 15. Jahrhundert neu erbaut. Rechteckiges Schiff, in den Volutengiebel eingebauter Westturm, nach oben in ein Achteck übergehend und mit welscher Haube gekrönt. Kanzelwand der ehemalige Herrschaftsempore gegenüber. Katholiken zu Gerabronn.
Patrozinium: St. Katharina
Ersterwähnung: 1519

GND-ID:
  • 4488919-7
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