Hildabrötle

Hildabrödle, Rezept nach Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg
Hildabrödle, Rezept nach Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Sie heißen Spitzbuben oder Linzer Plätzchen und im Badischen werden sie gerne als Hildabrötle bezeichnet: Ausstecherle aus Mürbeteig, gefüllt mit Marmelade. Es wird berichtet, dass die badische Großherzogin Hilda (1864-1952) sie gerne mochte und auch selbst zum Wellholz griff.

Der Mürbeteig für ein Blech Brötle besteht aus 300g Mehl, 125g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Ei und 150g kalter Butter. Den Teig eine Stunde kalt stellen, dann auswellen und runde Plätzchen ausstechen, die Hälfte mit Loch, sodass kleine Kränze entstehen. Bei 150-180 Grad etwa 15 Minuten backen und auskühlen lassen. Die Kränzchen mit Puderzucker bestäuben oder mit Zuckerglasur überziehen, die Plätzchen mit erwärmter Marmelade oder Gelee (Himbeer, Johannisbeer oder auch Hagebutte) bestreichen, die Kränzchen aufsetzen. Die einfachen, fruchtigen Plätzchen scheinen gut zu der freundlichen, zurückhaltenden Hilda gepasst zu haben.

Hilda, eine geborene Prinzessin von Nassau, heiratete am 20. November 1885 Friedrich Wilhelm von Baden, den späteren Großherzog Friedrich II. Das Herzogtum Nassau war 1866 nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg von Preußen annektiert worden. Mit der Heirat wurde Luise, Tochter des preußischen Königs und Kaisers Wilhelm I., Hildas Schwiegermutter. Die Verbindung sollte eine vorsichtige Wiederannäherung der beiden Häuser einleiten. Nach der Hochzeit lebte das Paar in verschiedenen Garnisonsorten. Der erhoffte Kindersegen blieb aus, doch Hilda wanderte gerne und liebte den Schwarzwald. Nach dem Tod Friedrichs I. trat das Paar 1907 die großherzogliche Nachfolge an, doch dachte Luise nicht daran, ihre caritativen Aufgaben abzugeben. Im November 1918 flüchtete die Familie nach Zwingenberg, der Großherzog dankte ab. Die Ereignisse hielt Luise in ihren Aufzeichnungen fest. Nach einer Zwischenstation auf Schloss Langenstein im Hegau ließ sich das Paar in Freiburg nieder. Friedrich starb am 9. August 1928 in Badenweiler. Hilda blieb in Freiburg bis zum Bombardement vom 27. November 1944. Sie starb in hohem Alter am 8. Februar 1952 in Badenweiler und wurde in der Karlsruher Familiengruft beigesetzt.

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