Münchingen - Altgemeinde~Teilort
| Regionalauswahl: | |
|---|---|
| Typauswahl: | Ortsteil – Historisches Ortslexikon |
| Typ: | Teilort |
| Ersterwähnung: | 1140 [um] |
Ortsgeschichte
| Ortslage und Siedlung (bis 1970): | Am flachen Hang eines Glemsnebenbachs besitzt der Ort schöne Fachwerkhäuser, darunter das Rathaus von 1687. Das Alte Schloss aus spätgotischer Zeit bildet mit dem aus dem 18. Jahrhundert stammenden Neuen Schloss (einige Bauteile 16. Jahrhundert) eine Gruppe. Den alten Ortskern umgeben Neubaugebiete der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, darunter »Seitenpfad«, Siedlung Weilimdorfer Straße (1950), »In den Seiten« (1955, 1977), »Härte«, Schwieberdinger Weg (1960), »Rührberg« (1967), »Werre« (1970), Gutenbergstraße (1972) und »Härte«-Ost (1973). |
|---|---|
| Historische Namensformen: |
|
| Geschichte: | Um 1140 Munchingen, sonst im 12./13. Jahrhundert Munichingen und Muonichingen (wohl Personenname). Frühe Siedlung (Reihengräber). Die Ortsherrschaft kam wohl kurz nach 1308 von den Grafen von Asperg an Württemberg, das 1339 noch Güter von den Grafen von Aichelberg und 1454 den Besitz des Kloster Zwiefalten erwarb sowie 1557 den großen Esslinger Spital-Hof im Tauschweg an sich brachte. Der seit der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts bezeugte Adel, im 13. Jahrhundert Stammesgenossen der Truchsessen von Höfingen teilweise mit dem Beinamen Keller, starb 1891 aus. Das Geschlecht hatte, abgesehen von der Burg, die 1304 aspergisches Lehen war, nur geringen Besitz im Dorf. 1652 übernahm es als württembergisches Mannlehen den früheren Esslinger Spitalhof, mit dem 1558 Herzog Christoph von Württemberg seinen Kanzler Johann Fessier belehnt hatte. 1753 veräußerten die von Münchingen das Schlossgut an die von Harling. Das einst mit Graben und Toren gesicherte stattliche Dorf kam 1448 vom Amt Leonberg zum Amt Markgröningen, 1718 zum Amt Ludwigsburg, zwischen 1810 und 1812 zum Oberamt Leonberg. |
Burgen und Schlösser
| Name: | Altes Schloss Münchingen. Neues Schloss Münchingen. |
|---|---|
| Datum der Ersterwähnung: | 1300 [14./15. Jahrhundert] |
Kirche und Religion
| Ersterwähnung: | 1308 |
|---|---|
| Kirche und Schule: | Das Patronat an der Kirche zum Hl. Johannes dem Täufer besaß seit 1308 Württemberg. Die heutige evangelische Pfarrkirche, eine Westturmanlage mit netzgewölbtem Chor, 1488 von Aberlin Jörg und Bernhard Sporer erbaut. Katholische St.-Josefs-Kirche 1961; Pfarrei seit 1970. |
| Patrozinium: | Hl. Johannes dem Täufer |
| Ersterwähnung: | 1308 |


























![Der Kleriker Burkhard von Straßburg verkauft von Not gedrungen an Abt und Konvent von Bebenhausen alle seine Güter in Heimsheim (Hammeshain) um 12 Pfund 15 Schilling Heller, behält sie aber für Lebenszeit in seinem Besitz gegen einen jährlichen Martinizins von 1 Pfund Heller. Nach seinem Tod sollen die Güter an das Kloster fallen und zu seiner Jahrzeit um seines und seiner Vorfahren Seelenheils willen durch den Kellermeister dem Konvent Fische im Wert von 1 Pfund Heller geliefert werden. Facta sunt hec presentibus testibus subscriptis in Ezzelingen et in Wile et in Hammehain: in Ezzelingen Ludewicus decanus, Fri[dericus] de Husen, Con. de Munchingen sociorum suorum, Mar[quardus] scultetus, dictus Menze, dictus Cudis cives ibidem, in Wile Con. scultetus senior, Ger. frater suus, Albertus de Calwe, Con. Rufus cives et Walterus rector ecclesie Fu{i}rbach, in Hammehain Con. dictus Monachus et Con. filius suus, Renhardus dictus Miles et dictus Friderat, Syfridus rector ecclesie ibidem. Acta sunt hec anno domini MCCLXXXII., in die Galli. Quod autem hec rata habeam, sigillis tam Ludewici domini decani in Ezzulingen quam civium Wile feci robore communiri et plebani in Hameshain sigillo.](/media/labw_wub/current/delivered/jpg/wub-4047.jpg)

![Dekan [Rugger] von Esslingen entscheidet als Schiedsrichter den Streit zwischen Heinrich dem Schultheiß von Stuttgart (Stu{o}ggarten) früherem Vogt in Asperg und seinen Söhnen den Klerikern Konrad und Heinrich einerseits und der Witwe Irmingard genannt Nu{i}win von Markgröningen (Gru{o}ningen) andererseits um einen Hof in Münchingen (super curia sita in Mu{i}nchingen quam Ru{o}dolfus dictus Phender incolit sive super quadam pecunie quantitate ipsi sculteto et filiis eius debite ut dicebant occasione venditionis curie eiusdem ac super pluribus aliis rebus et causis), worüber schon längere Zeit vor Richtern, die vom päpstlichen Stuhl beauftragt waren, prozessiert worden ist. Die Parteien haben sich bei Verlust ihrer Sache, die Witwe auch noch bei einer Strafe von 20 Mark Silber verpflichtet seinen Spruch anzunehmen. Auf einem Termin in Esslingen erklärt der Schultheiß Heinrich, dass er selbst vor vielen Jahren den Hof mit allen seinen Zugehörden an den Mann seiner Gegnerin (dicto Nuwen de Gru{o}ningen quondam marito ipsius vidue) verkauft und sich keinerlei Recht vorbehalten habe. Die Entscheidung lautet, dass der Hof der Witwe und ihren Nachfolgern gehören, dass sie aber ad redimendam vexationem dem Schultheiß Heinrich 10 Pfund Heller bezahlen soll, was sie auch zu Handen des Dekans getan hat. Beide Parteien erklären ihre Zustimmung. In cuius ratificationis et approbationis et omnium premissorum evidentiam pleniorem presens instrumentum nos partes prefate conscribi fecimus et sigillis honorabilium virorum . . decani pretacti et . . rectoris ecclesie in Sighelmingen optinuimus communiri. Actum et datum apud Ezzelingen, anno domini millesimo trecentesimo, nonas Novembris.](/media/labw_wub/current/delivered/jpg/wub-6583.jpg)



























![Der Kleriker Burkhard von Straßburg verkauft von Not gedrungen an Abt und Konvent von Bebenhausen alle seine Güter in Heimsheim (Hammeshain) um 12 Pfund 15 Schilling Heller, behält sie aber für Lebenszeit in seinem Besitz gegen einen jährlichen Martinizins von 1 Pfund Heller. Nach seinem Tod sollen die Güter an das Kloster fallen und zu seiner Jahrzeit um seines und seiner Vorfahren Seelenheils willen durch den Kellermeister dem Konvent Fische im Wert von 1 Pfund Heller geliefert werden. Facta sunt hec presentibus testibus subscriptis in Ezzelingen et in Wile et in Hammehain: in Ezzelingen Ludewicus decanus, Fri[dericus] de Husen, Con. de Munchingen sociorum suorum, Mar[quardus] scultetus, dictus Menze, dictus Cudis cives ibidem, in Wile Con. scultetus senior, Ger. frater suus, Albertus de Calwe, Con. Rufus cives et Walterus rector ecclesie Fu{i}rbach, in Hammehain Con. dictus Monachus et Con. filius suus, Renhardus dictus Miles et dictus Friderat, Syfridus rector ecclesie ibidem. Acta sunt hec anno domini MCCLXXXII., in die Galli. Quod autem hec rata habeam, sigillis tam Ludewici domini decani in Ezzulingen quam civium Wile feci robore communiri et plebani in Hameshain sigillo.](/media/labw_wub/current/generated/jpg/wub-4047.jpg.tm.png)

![Dekan [Rugger] von Esslingen entscheidet als Schiedsrichter den Streit zwischen Heinrich dem Schultheiß von Stuttgart (Stu{o}ggarten) früherem Vogt in Asperg und seinen Söhnen den Klerikern Konrad und Heinrich einerseits und der Witwe Irmingard genannt Nu{i}win von Markgröningen (Gru{o}ningen) andererseits um einen Hof in Münchingen (super curia sita in Mu{i}nchingen quam Ru{o}dolfus dictus Phender incolit sive super quadam pecunie quantitate ipsi sculteto et filiis eius debite ut dicebant occasione venditionis curie eiusdem ac super pluribus aliis rebus et causis), worüber schon längere Zeit vor Richtern, die vom päpstlichen Stuhl beauftragt waren, prozessiert worden ist. Die Parteien haben sich bei Verlust ihrer Sache, die Witwe auch noch bei einer Strafe von 20 Mark Silber verpflichtet seinen Spruch anzunehmen. Auf einem Termin in Esslingen erklärt der Schultheiß Heinrich, dass er selbst vor vielen Jahren den Hof mit allen seinen Zugehörden an den Mann seiner Gegnerin (dicto Nuwen de Gru{o}ningen quondam marito ipsius vidue) verkauft und sich keinerlei Recht vorbehalten habe. Die Entscheidung lautet, dass der Hof der Witwe und ihren Nachfolgern gehören, dass sie aber ad redimendam vexationem dem Schultheiß Heinrich 10 Pfund Heller bezahlen soll, was sie auch zu Handen des Dekans getan hat. Beide Parteien erklären ihre Zustimmung. In cuius ratificationis et approbationis et omnium premissorum evidentiam pleniorem presens instrumentum nos partes prefate conscribi fecimus et sigillis honorabilium virorum . . decani pretacti et . . rectoris ecclesie in Sighelmingen optinuimus communiri. Actum et datum apud Ezzelingen, anno domini millesimo trecentesimo, nonas Novembris.](/media/labw_wub/current/generated/jpg/wub-6583.jpg.tm.png)

























leobw