Flein 

Regionalauswahl:
Typauswahl: Gemeinde
Status: Gemeinde
Homepage: http://www.flein.de
service-bw: Informationen zu wichtigen Adressen, Nummern und Öffnungszeiten in Flein
Einwohner: 6572
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 776.0
Max. Höhe ü. NN (m): 306.74
Min. Höhe ü. NN (m): 174.94
PLZ: 74223

Flein liegt administrativ im südlichen Landkreis Heilbronn und gehört naturräumlich zu der von den Heilbronner Bergen begrenzten Fleiner Muschel. In dieser Bucht stößt die mit 8,47 qkm relativ kleine Gemarkung im Norden an den Stadtkreis Heilbronn. Von Südosten nach Nordwesten durchmisst der Deinenbach das Areal, dem der Leberbrunnenbach von Osten zuströmt. Bei seinem Austritt auf Heilbronner Gebiet markiert der Deinenbach auf etwa 176 m NN den tiefsten Punkt, den höchsten erreicht die Gemarkung im Gewann Allmendhölzle auf rd. 305 m NN im Osten. In den Streuobstbeständen im Süden (Haigern) richtete man ein nach Talheim ausragendes Landschaftsschutzgebiet ein. Der Ortskern um die Kirche St. Veit ruht auf einem Nagelfluh-Felsen, der, abgeleitet vom mittelhochdeutschen Wort „vlins“ für Stein bzw. Kiesel, namensgebend für Flein war. Durch die Nähe zum Oberzentrum Heilbronn entfaltete sich die Gemeinde seit dem Zweiten Weltkrieg nach Norden und Westen. Der Landesentwicklungsplan weist Flein dem Verdichtungsplan um Stuttgart zu. Im Alten Reich der Reichsstadt Heilbronn zugehörig, fiel Flein mit der Säkularisierung 1802/03 an Württemberg und war fortan Teil des Oberamts Heilbronn, aus dem am 1. Oktober 1938 der gleichnamige Landkreis hervorging.

Die Gemeinde Flein (212 Meter über Normalnull) liegt im Süden des Landkreises und grenzt im Norden unmittelbar an die Stadt Heilbronn. Sie verfügt mit 8,47 Quadratkilometer über eine verhältnismäßig kleine Gemarkung und hat als Nachbarn neben der Stadt Heilbronn, deren Zentrum nur 4,5 Kilometer entfernt ist, noch Untergruppenbach im Osten und Talheim im Süden. Direkt bei Heilbronn gelegen, wird Flein dem Landesentwicklungsplan zufolge zum Verdichtungsraum um Stuttgart gerechnet. Die Heilbronner Bucht wird im Osten und Süden von Gipskeuperhügelland eingerahmt, das naturräumlich als Heilbronner und Fleiner Muschel bezeichnet wird. Die Fleiner Muschel deckt, abgesehen vom äußersten Westen, fast das ganze Gemeindegebiet ab. In ihr vereinigen sich mehrere flache, muldenförmige Tälchen, zwischen denen weich geformte Gipskeuperrücken stehengeblieben sind. Das Haupttal bilden der Deinenbach und dessen Zufluss Leberbrunnenbach. Zahlreiche Tälchen und Klingen, die im höheren Gipskeuper und an der Basis des Schilfsandsteins, der im Nordosten gerade noch hereinreicht, ihren Anfang nehmen, gliedern die Hänge. Ein größerer Quellbach ist der von Osten kommende Leberbrunnenbach, mit dem sich der Deinenbach im Ortsbereich vereinigt und dann in westliche Richtung fließt. Zweimal wird sein Lauf danach unterbrochen: am aufgestauten Fleiner See, der als Regenrückhaltebecken dient, und in der Ortslage von Flein, wo der Bach verdolt ist. Nach dem Ort fließt der Deinenbach offen weiter nach Sontheim, wo er in die Schozach und mit dieser wenige Meter weiter in den Neckar mündet. Der tiefste Punkt der Gemeinde befindet sich bei 176 Meter über Normalnull dort, wo der Deinenbach Heilbronner Gebiet erreicht. Das Höhenmaximum (305 Meter über Normalnull) wird bei einem aufgelassenen Steinbruch im Allmendhölzle im Nordosten der Gemarkung erreicht. Bis auf 300 Meter steigt das Gelände auch im Süden des Waldstücks Blankenstein und Kapfenhart an. Die Kirche St. Veit, um die herum die Siedlung sich gebildet hat, steht auf einem Nagelfluh-Felsen. Als Nagelfluh werden hier die konglomeratisch verfestigten Neckar-Hochterrassenschotter bezeichnet. Die Fleiner Nagelfluh, von der man an der Westseite des Kirchbergs kleinere Aufschlüsse findet, bildet einen nach Westen vorspringenden Bergsporn. Die Schotter bestehen überwiegend aus Jura- und Muschelkalkgeröllen, untergeordnet auch aus Buntsandstein- und Keupergeröllen, die durch ein kalkiges Bindemittel aus kalkhaltigen Sickerwässern hart wie Beton verbacken wurden. Diese Neckarschotter, die etwa 85 Meter über dem heutigen Flussniveau anzutreffen sind, erlauben wichtige Rückschlüsse auf die Fluss- und Landschaftsgeschichte des Heilbronner Raums. Vor allem im Westen der Gemeinde ist der Gipskeuper großflächig von Löss überdeckt, der sehr fruchtbare Böden hervorbringt. So sieht man hier in den Gewannen Nussert, Weidenäcker, Kettner und Schlichtäcker vorwiegend Felder, während der Weinbau die sonnenexponierten Hänge auf Gipskeuperuntergrund bevorzugt, so vor allem in den Gewannen Altenberg und Rot. Vielerorts wurden früher die Mergel des Gipskeupers, bröckelig zerfallende, kalkhaltige Tonsteine, abgebaut, da sich mit ihnen die Weinbergböden verbessern ließen. Eine solche Mergelgrube ist im Götzenwald erhalten. Wirtschaftlich bedeutsamer war aber der Schilfsandstein, der in der Heilbronner Gegend in fester, sandreicher Form, der sogenannten Flutfazies, vorkommt. Der aufgelassene Schilfsandstein-Steinbruch im Allmendhölzle im Nordosten der Gemeinde zeugt von der Bedeutung dieses Sandsteins, der früher ein gefragter Bau- und Ornamentsandstein war und in zahlreichen Brüchen der Umgebung abgebaut wurde. Die Siedlung Flein, die ursprünglich um den Kirchberg lag, hat sich in jüngerer Zeit durch Wohn- und Gewerbegebiete stark nach Norden und Nordwesten ausgedehnt, so dass heute rund ein Viertel der Gemarkung überbaut ist. Die Gunst von Böden und Klima hat aber einen noch immer verhältnismäßig großen landwirtschaftlich genutzten Flächenanteil (61 Prozent) zur Folge. Davon entfallen bemerkenswerte 41 Prozent auf Reben und 51 Prozent auf Ackerland; Wiesen und Streuobstwiesen sind auf die feuchtesten und schattigsten Standorte (Talaue, Nordhänge und Einschnitte) beschränkt, obwohl das Klima auch für den Obstbau günstig wäre. Der »Fleiner« ist eine alte Apfelsorte, die hier ihren Ursprung hat. Da verwundert es auch nicht, dass der Wald nur 13 Prozent des Gemeindegebiets einnimmt, und zwar ausschließlich in den ortsfernen, höheren Lagen im Osten. Die begrenzte Fläche und die intensive Nutzung machen die Landschaftsteile, die noch naturnah und nicht zersiedelt sind, zu einem kostbaren, schutzbedürftigen Gut. Flächen mit geschützten Grünbeständen auf der Gemarkung und ein Landschaftsschutzgebiet in den Streuobstbeständen südlich des Orts, übergreifend auf die Gemeinde Talheim (Haigern), wurden daher ausgewiesen. Dabei handelt es sich um Gebiete, die neben ihrer Bedeutung als Lebensraum für Pflanzen und Tiere auch einen hohen Erholungswert haben. Außerdem wurden sämtliche Wälder der Gemeinde in das europaweite Schutzgebietenetz Natura 2000 aufgenommen. Die in der Gemeinde bestehenden Wasserschutzgebiete hat man aufgehoben, weil die Wasserversorgung Fleins, die sich früher auf eigene Quellen stützte, nun ausschließlich mit Fernwasser erfolgt. Am Leberbrunnenbach befinden sich zwei ökologisch wichtige Feuchtflächen, die als flächenhafte Naturdenkmale unter Schutz stehen, das Feuchtgebiet Brandisklingenwiesen und der benachbarte Waldtümpel Blankenstein. Wegen ihrer Lage zwischen Wald und flurbereinigten Weinbergen spielen sie besonders als Laichplatz für Amphibien eine wichtige Rolle. Als Naherholungsgebiet werden die Weinberge, Felder, Wiesen und der ruhige, von Wald umrahmte Talschluss des Deinenbachtals gern aufgesucht. Der 6,5 Kilometer lange Fleiner Rundwanderweg, der in der Ortsmitte beginnt, führt gut ausgeschildert zu allen markanten Punkten der Fleiner Umgebung. In den Weinbergen weist das barocke Weinberghaus der Karmeliter auf die Bedeutung des Weinbaus in Flein und auf die ausgedehnten Güter ihres Heilbronner Klosters hin. Besonders lohnend ist nicht zuletzt die Aussicht vom Eselsberg, von dem aus der Blick an klaren Tagen bis zum Pfälzerwald und den Höhen des Odenwalds reicht.

Wappen von Flein

In Blau auf gold-roten (gelbroten) Flammen ein goldener (gelber) Kessel, darin der unbekleidete, golden (gelb) nimbierte, betende heilige Veit.

Beschreibung Wappen

Das Martyrium des Fleiner Kirchenheiligen Veit, der nach der Legende in einem Kessel gesotten wurde, ist bereits auf einem mit der Jahreszahl 1604 versehenen Stein über dem Rathauseingang und auf einem Markungsstein von 1699 zu sehen. Die Farben des seit dem Jahre 1903 auch in den Gemeindesiegeln nachgewiesenen Bildes wurden 1938 bestimmt. Die Gemeinde hielt an diesem religiösen Motiv fest, obwohl ihr von nationalsozialistischer Seite seine Entfernung nahegelegt worden war. Das im Jahre 1956 endgültig festgelegte Wappen wurde vom Innenministerium am 11. Januar 1957 anlässlich der Flaggenverleihung bestätigt.

GND-ID:
  • 4092982-6
Suche