Weinsberg 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Stadt
Homepage: http://www.weinsberg.de
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Einwohner: 11349
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 511.0
Max. Höhe ü. NN (m): 332.19
Min. Höhe ü. NN (m): 166.22
PLZ: 74189

Die Stadt liegt mit ihrem vier Teilorten im Südosten des Landkreises Heilbronn. Nach dem Landesentwicklungsplan zählt sie zum Verdichtungsraum um Stuttgart. Das 22,22 qkm große Stadtgebiet erstreckt sich über die Schwäbisch-Fränkischen Waldberge. In diesem Großraum liegt Weinsberg am Ausgang des gleichnamigen Tals zwischen der Sulmer Bergebene und den Heilbronner Bergen. Im Süden steigt das Gelände am Reisberg auf etwa 332,2 m NN an; den tiefsten Punkt markiert im Westen an der Grenze gegen Ellhofen auf rd. 166,2 m NN die Sulm, die mit ihren Zuflüssen das Gelände gliedert. Das milde Klima in der geschützten Tallage begünstigt den Obst- und Weinbau. 1868 wurde in Weinsberg die erste Weinbauschule Deutschlands gegründet. Weinsberg weist mit der Ruine Weibertreu auf dem Burgberg – wie auch mit der Johanneskirche – ein weithin sichtbares Denkmal auf. Im Süden wurde am Osthang des Hörnles ein ca. 20 ha großes Gebiet am 19. Januar 2000 unter Naturschutz gestellt. Weinsberg, Grantschen und Gellmersbach gehörten zum altwürttembergischen Amt Weinsberg, zu dem Wimmental nach der Säkularisation 1802/03 stieß. Aus dem Amt ging am 18. März 1806 das Oberamt Weinsberg hervor. Als dies am 1. April 1926 aufgehoben wurde, fielen die vier Orte an das Oberamt Heilbronn (seit 30. Januar 1934 Kreis), aus am 1. Oktober 1938 der gleichnamige Landkreis entstand. Am 1. Januar 1973 wurde Grantschen in die Stadt Weinsberg eingemeindet, dem exakt zwei Jahre später Gellmersbach und Wimmental folgten.

Auf einer Fläche von 22,22 Quadratkilometern erstreckt sich die Stadt Weinsberg mit ihren vier Teilorten Gellmersbach, Grantschen, Weinsberg und Wimmental im Südosten des Landkreises. Nachbargemeinden sind Erlenbach, Eberstadt, Bretzfeld (Hohenlohekreis), Obersulm, Ellhofen und Lehrensteinsfeld sowie der Stadtkreis Heilbronn. Die Entfernung von Heilbronn beträgt Luftlinie etwa 5 Kilometer. Der Landesentwicklungsplan ordnet Weinsberg dem Verdichtungsraum um Stuttgart zu. Die Stadt liegt am Ausgang des nach ihr benannten Tals, zwischen der Sulmer Bergebene und den Heilbronner Bergen, den nordwestlichen Ausläufern der Löwensteiner Berge, an deren bewaldeten Schilfsandsteinhöhen sie im Norden sowie im Westen und Süden Anteil hat. Sie gehört damit zur größeren naturräumlichen Einheit der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge. Am Nordhang des Reisbergs, ganz im Süden der Gemarkung, wird mit 338 Metern über Normalnull deren höchster Punkt erreicht. Im Norden sind der Schemelsberg (284,1 Meter) und der Burgberg mit der Ruine Weibertreu (272,2 Meter) die beiden eigentlichen Weinsberger Hausberge. Bei ihnen handelt es sich um Zeugenberge aus Schilfsandstein, die durch die Erosion der Sulm und des Stadtseebachs vom umliegenden Gebirge abgetrennt wurden. Der tiefste Punkt der Gemarkung liegt mit 166 Meter über Normalnull an der Sulm in den Weissenhofwiesen. Die Heilbronner Berge spiegeln die geologische Schichtenabfolge des Gebiets wider, die in anderen Bereichen durch die Erosion bereits großenteils abgetragen ist. Auf eine fast 30 Meter mächtige Schicht des Unteren Keupers folgen 130 bis 150 Meter Gipskeuper und eine zwischen 20 und 45 Meter mächtige Schilfsandsteinschicht. Der Schilfsandstein wurde früher in zeitweise zehn Steinbrüchen abgebaut. Mit seiner braungelben Farbe prägte er einst das Bild der umliegenden Orte. Die höchsten Berge des Gebiets, darunter der Reisberg am südwestlichen Rand der Weinsberger Gemarkung, weisen über diesen Schichten noch die höheren Schichten der Unteren Bunten Mergel und Lehrbergschichten mit 30 bis 35 Meter Mächtigkeit sowie des Kieselsandsteins zwischen 5 und 16 Meter Mächtigkeit auf. Im Sulmtal sind sowohl eiszeitliche als auch rezente Ablagerungen weitflächig verbreitet. Sie sind Zeugnisse der jüngeren Entwicklung des Quartärs mit ständigen klimatischen Wechseln zwischen Warm- und Kaltzeiten. Während der Eiszeiten lag der Raum um Heilbronn im Periglazial, war also nicht unmittelbar durch die großen Gletschergebiete im Norden und Süden beeinflusst. Neben diesen eiszeitlichen Zeugen finden sich hier auch jüngere Ablagerungen, die teils erst in den letzten zehn- bis zwölftausend Jahren entstanden sind. Dazu gehören die tonigen Lehmschichten der Talaue, zum Teil auch Talauenschotter und Schlicklagen. An den Ausgängen von Nebentälern haben die zur Sulm entwässernden kleinen Bachläufe häufig lehmig-sandige Schwemmfächer entstehen lassen. Die zum Teil lössbedeckte Keuperfläche ist von der Sulm und ihren Nebenbächen gegliedert. Die Stadt selbst liegt zu wesentlichen Teilen im Tal und an den Talhängen des Stadtseebachs, nur zum geringsten Teil am Rand des Sulmtals. Der Stadtsee- oder Saubach entspringt am Hintersberg, im südwestlichen Teil der Gemarkung, und fließt, nachdem er unterhalb des Hörnles von rechts den Brühlbach aufgenommen hat, im Bogen durch die Stadt und südwestlich um Burg- und Schemelsberg herum der Sulm bei Erlenbach zu. Im Norden mündet von rechts der Eberbach in die Sulm; er wird, nachdem er noch auf Eberstadter Gebiet den Gellmersbach aufgenommen hat, in seinem untersten Teil als Weissenhofbach bezeichnet. Ein weiterer Graben fließt der Sulm von rechts aus dem oberhalb gelegenen Grantschen zu. Stehende Gewässer gibt es in einem Erdfall in der Erholungsanlage Alte Ziegelei zwischen Linsenberg- und Eugen-Diez-Straße, im Lauf des Stadtseebachs in der Erholungsanlage zwischen Heilbronner Straße und Maulrainweg sowie – künstlich angelegt – im Quellgebiet des Stadtseebachs; zwei kleinere Teiche gehören zum Naturschutzgebiet Brühl am Osthang des Hörnles. Flächenhafte Bewaldung existiert nur im Bereich der Heilbronner Berge am Süd- beziehungsweise Südwestrand der Gemarkung sowie auf der Sulmer Bergebene im Norden und Nordosten. Die breiten Talflächen werden, soweit sie nicht von der Autobahn und sonstigen Verkehrsflächen beansprucht sind, ackerbaulich genutzt. Die sonnenbeschienenen Hänge der Keuperberge dienen zumeist dem Weinbau. Das Klima ist infolge der weitgehend geschützten Lage im Tal überwiegend mild und begünstigt den Obst- und Weinbau. Die durchschnittliche Jahrestemperatur lag zwischen 1961 und 1990 bei 9,6 Grad Celsius, die jährlichen Niederschläge bei etwa 740 Millimetern. Der gesamte Bereich des Weinsberger Tals ist ein bedeutendes Weinbaugebiet; an den sonnigen Fußhängen der Keuperhöhen wachsen bis weit hinauf vor allem Trollinger, Lemberger und Kerner sowie Schwarz- und Weißriesling.

Weinsberg, Grantschen und Gellmersbach gehörten zum altwürttembergischen Amt Weinsberg, zu dem Wimmental, das als Besitz des Klosters Schöntal unter württembergischer Landeshoheit stand, nach der Säkularisation 1802/03 stieß. Aus dem Amt Weinsberg ging am 18. März 1806 das gleichnamige Oberamt hervor. Dieses wurde zum 1. April 1926 aufgehoben, nach Cannstatt (1923) als einziges im Land. Dabei fielen die vier Orte an das Oberamt Heilbronn (Kreis seit 30. 1. 1934), aus dem im Zuge der NS-Kreisreform der gleichnamige Landkreis entstand. Bei der baden-württembergischen Gebietsreform wurde Grantschen am 1. Januar 1973 in die Stadt Weinsberg eingemeindet, dem zwei Jahre später Gellmersbach und Wimmental folgten. Im Mai 1848 wurden die Anführer des wohl größten württembergischen Bauernaufstands bei Neuhütten (13. 3.) im Oberamtsgefängnis festgesetzt, wovor rasch Sympathiekundgebungen stattfanden. Am 15. Juni solidarisierten sich Heilbronner Soldaten und Arbeiter mit den Bauern und erreichten, dass die Inhaftierten freigelassen und durch die Weinsberger Bürgerwehr unter Hauptmann Theobald Kerner nach Neuhütten geleitet wurden. Während des Zwetschgenfeldzugs musste der Demokrat Theobald Kerner, der der Vorbereitung zum Hochverrat angeklagt worden war, am 26. September 1848 über Neckarsulm nach Straßburg fliehen. 1849 verbrüderte sich die Weinsberger Bürgerwehr am 13. Juni mit dem Heilbronner Ostkorps, um gemeinsam gegen württembergisches Militär zu kämpfen. Als aber die Nachricht von anrückender königlicher Kavallerie eintraf, löste sich das Kontingent auf. Theobald Kerner, der noch 1849 auf Drängen seines Vaters zurückgekehrt war, wurde zu zehn Monaten Festungshaft auf dem Hohenasperg verurteilt, auf Fürsprache seines Vaters jedoch im April 1851 vorzeitig entlassen. Die Reichstagswahlen bestimmte vor allem das Bekenntnis der Wähler. In evangelischen Orten dominierten zunächst die nationalliberale Deutsche Partei (Gellmersbach und Grantschen 100 Prozent 1871/74 und 1887) oder konservative Vereinigungen wie die Deutsch- oder die Freikonservativen (Weinsberg zwischen 59,5 und 84,6 Prozent 1877/1887). Beim Übergang zum politischen Massenmarkt wurden diese Honoratiorenvereinigungen durch die Parteien neuen Typs verdrängt. In den evangelischen Dörfern gelang dies dem agrarprotektionistischen und antisemitischen Bauerbund, der von 1898 an alle Urnengänge gewann (Gellmersbach und Grantschen 96,2 beziehungsweise 97 Prozent 1903). In der Stadt Weinsberg, wo sich die linksliberale Volkspartei behauptete, machte die Sozialdemokratie dem liberalen Honoratiorenzusammenschluss den Rang streitig (28,4 zu 56,3 Prozent 1912). Anders wählte das katholische Wimmental, das dem Bekenntnis zufolge auf das Zentrum setzte. Konnte dies nicht antreten, schenkten die Katholiken vorrangig konservativen Parteien das Vertrauen (95,6 Prozent DRP 1884). Von 1887 bis 1907 dominierte die katholische Partei und erhielt bis auf 1890 (60 Prozent VP) die meisten Stimmen (98 Prozent 1898). Diese Orientierungen überdauerten den Systemwechsel 1918/19. Wimmental blieb eine Zentrumshochburg (79,6 Prozent 1930), während die protestantischen Dörfer dem republikfeindlichen Württembergischen Bauern- und Weingärtnerbund (WBWB) die Treue hielten (Gellmersbach und Grantschen 78,4 beziehungsweise 88,3 Prozent Dezember 1924). Und im urbaneren Weinsberg rangen die linksliberale DDP (42,9 Prozent 1919) und die SPD (37,8 Prozent 1928) weiter um die Mehrheit. In der Endphase der Weimarer Republik jedoch gaben die Wähler diese Ausrichtungen auf. In den evangelischen Landgemeinden wechselten die Wähler vom WBWB zu den Nationalsozialisten. Zwischen Juli 1932 und März 1933 fiel der WBWB in Gellmersbach von 58 auf 45,7 Prozent (in Grantschen von 66 auf 56,2 Prozent), während die NSDAP von 25,9 auf 39 Prozent (in Grantschen von 23,1 auf 33,5 Prozent) stieg. Trotz der gemeinsamen Schnittmenge (Republikfeindschaft, Antisemitismus, Führerprinzip) verlangsamte der WBWB zumindest den Durchbruch der Hitlerpartei. Dies zeigt die Entwicklung in der Stadt Weinsberg, wo die Partei des ländlichen, konservativ-protestantischen Milieus strukturell wenig Rückhalt fand. In der Liberalen- (42,8 Prozent Landtagswahl 1919) und SPD-Hochburg (38,2 Prozent Landtagswahl 1932) dominierte die braune Bewegung umso deutlicher alle Urnengänge von 1932 an (36,1 Prozent Landtagswahl 1932, 49,1 Prozent Reichstagswahl März 1933). Fatal wirkte sich der Anstieg der Republikgegner aus. Bei der Erdrutschwahl im Juli 1932 erhielten die Staatsfeinde von links und rechts (KPD/WBWB/BP/NSDAP) zwischen 59,9 (Weinsberg) und 92,3 Prozent (Grantschen). Im katholischen Wimmental dagegen kamen die Republikaner (Z/SPD/CSVD/DDP) dank des hohen Zentrumsanteils auf 80,7 Prozent. Entsprechend dem innenpolitischen Terror und den außenpolitischen Erfolgen erhielt die NS-Diktatur immer mehr Zustimmung. Bereits bei der Reichstagswahl im November 1933 erhielt der NSDAP-Vorschlag bis auf Weinsberg (3 Nein-Voten) überall jede Stimme. Dem Diktaturreferendum 1934 stimmten in Gellmersbach und Grantschen ebenso alle Wähler zu, in Weinsberg und Wimmental 96,6 beziehungsweise 98,9 Prozent, und bei den Reichstagswahlen 1936 und 1938 erhielt das Regime jede Stimme (außer 1936 in Wimmental 99,4 Prozent). Dennoch votierten die Weinsberger SPD-Stadträte Ernst Barth und Fritz Rudolph am 16. März 1933 – letztlich vergebens – gegen die Ernennung Hitlers zum Ehrenbürger mit der Begründung, dass die Ehrung eine Beschämung für die Stadt bedeute. Bürgermeister Karl Weinbrenner (1924/45) wollte den Bedeutungsverlust der Stadt seit 1926 mit dem Plan aufheben, auf der Burgruine Weibertreu eine NSF-Schulungsstätte einzurichten und im Jubiläumsjahr 1940 die Burg zu einer »Walhalla der deutschen Frau« zu machen, was der Zweite Weltkrieg verhinderte. Am 29. Januar 1940 wurden Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Weinsberg in grauen Autobussen aus der Anstalt abgeholt und im Rahmen der »Euthanasie«-Aktion getötet. Weitere Transporte nach Grafeneck folgten am 26. April sowie am 8. und 20. Mai. Dem Krankenmord fielen wenigstens 426 Weinsberger Patienten und 482 dort untergebrachte Pfleglinge anderer Anstalten zum Opfer. Das 1937 am Fuße der Burg Weibertreu erstellte Landwehrübungslager wurde von 1940 an für französische und britische Offiziere eingerichtet. In den 39 Baracken wurden 1945/53 Displaced Persons untergebracht, bis 1972 Flüchtlinge und Spätaussiedler. In der Nähe war die für Nordwürttemberg zuständige Oberbauleitung der Organisation Todt angesiedelt. Diese ordnete den Einsatz der Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge in den unterirdischen Rüstungsstätten in Kochendorf und Roigheim an. Im Frühjahr 1945 suchte der Krieg mit seinen Schrecken Weinsberg heim. Deutsche Artillerie griff von der Stadt, wo ein Artillerieregiment mit acht schweren und 24 leichten Geschützen stand, und vom Weinsberger Sattel in die Kämpfe um Heilbronn ein (3./12. 4. 1945). Am 12. April 1945 griffen sechzehn US-Jagdbomber gegen 17 Uhr die von der Wehrmacht aufgegebene Stadt an. Der größte Teil der Unterstadt und die Talseite der Hauptstraße wurde in Flammen geschossen. Rund 1200 Weinsberger verloren ihr Zuhause. 21 Menschen, davon fünfzehn Einwohner, verloren ihr Leben. Tags darauf wurde die Stadt um 9 Uhr besetzt ebenso wie Gellmersbach, Grantschen und Wimmental. Bei den ersten freien Urnengängen seit 1932 knüpften die Wähler an ihre Orientierungen vor der NS-Zeit an. Bei der Landtagswahl 1946 siegte in der Stadt Weinsberg die SPD (38,4 Prozent), während sich in den protestantischen Dörfern die nationalliberale bis -konservative DVP durchsetzte (Gellmersbach 74,4 Prozent, Grantschen 54,2 Prozent). Dies blieb auch in der jungen Bundesrepublik so. Die Liberalen siegten bis 1965 fortwährend in Grantschen (35,6 zu 39,9 Prozent SPD, bestes Resultat 61 Prozent 1949) und in Gellmersbach sogar bis zur Bildung der sozialliberalen Koalition 1969 (10,7 zu 59,2 Prozent CDU, bestes Ergebnis 64,7 Prozent 1949). In der Stadt Weinsberg fand der Machtwechsel früher statt. Bereits bei der Landtagswahl 1960 überflügelte die SPD die FDP/DVP (42,5 zu 25,5 Prozent), verlor aber von 1965 an den Spitzenplatz an die Union (38,6 zu 34 Prozent). Lediglich 1972 gelang es den Sozialdemokraten, diesen Trend umzukehren (Bundestagswahl 1972, 42,7 Prozent SPD zu 40,5 Prozent CDU). Konnte sich die Union in den drei evangelischen Kommunen nur langsam durchsetzen, trat sie in Wimmental schon von Anfang an in die Fußstapfen des Zentrums (76,2 Prozent Landtagswahl 1946). Dort fiel die antisozialistische Sammlungsbewegung nie unter eine Zweidrittelmehrheit (Spitzenresultat 84,4 Prozent BTW 1961). In den 1980er Jahren, als die Grünen erstmals die Sperrklausel überwanden (7,7 Prozent Bundestagswahl 1983, bestes Ergebnis 13,3 Prozent Bundestagswahl 2009) und die Republikaner am rechten Wählerrand Stimmen sammelten (13,4 Prozent 1992), fächerte sich die Parteienlandschaft weiter auf. Die Republikaner, die in Weinsberg stets unter dem Kreismittel lagen, knüpften an die Wahlerfolge der NPD in Grantschen (16,6 Prozent Landtagswahl 1968), Gellmersbach (14,7 Prozent) und Weinsberg (11,2 Prozent) an. Dabei übertrafen die protestantischen Orte den Kreisdurchschnitt (9,8 Prozent), während das katholische Wimmental (4,8 Prozent) weit darunter blieb. Auch bei den Urnengängen zum Europäischen Parlament siegte von 1979 bis 2009 stets die Union (48,9 Prozent 1999). Städtepartnerschaften pflegt Weinsberg mit dem französischen Carignan offiziell seit 9. April 1995 und dem italienischen Costigliole d’Asti seit 23. September 2000. Seit 1990 besteht eine Patenschaft mit dem sächsischen Cossebaude, das 1997 nach Dresden eingemeindet wurde.

Wappen von Weinsberg

In gespaltenem Schild vorne in Silber (Weiß) ein rot bewehrter und rot bezungter halber schwarzer Adler am Spalt, hinten in Blau auf goldenem (gelbem) Berg ein goldener (gelber) Weinstock an goldenem (gelbem) Pfahl.

Beschreibung Wappen

Im ersten, seit 1318 bekannten Siegel war nur der aus einem Dreiberg wachsende Weinstock als „redendes" Bild enthalten, während die Siegel von 1423 an und zum Teil bis ins 18. Jahrhundert hinein nur den Adler - Symbol der im 15. Jahrhundert für kurze Zeit erlangten Reichsunmittelbarkeit - zeigten. Die heutige Verbindung beider Figuren im gespaltenen Schild ist seit 1521 in Siegeln belegt, doch wurde das Weinstockwappen im 17. und 18. Jahrhundert auch als Brustschild dem Adler aufgelegt. Nach ähnlichen Variationen in zeichnerischen Darstellungen setzte sich im 19. Jahrhundert die jetzige Form durch. Sie wurde 1958 endgültig festgelegt und am 12. Februar 1958 vom Innenministerium bestätigt.