Obersontheim 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Gemeinde
Homepage: http://www.obersontheim.de
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Einwohner: 4693
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 86.0
Max. Höhe ü. NN (m): 508.82
Min. Höhe ü. NN (m): 368.68
PLZ: 74423

Im Süden des Landkreises Schwäbisch Hall liegt das 54,83 qkm große Gemeindegebiet von Obersontheim. Es gehört zum Übergangsbereich zweier Naturräume, der Hohenloher-Haller Ebene, die hier trichterförmig weit nach Süden reicht, und der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge, die in ihren Randbereichen vom Keuper geprägt sind. Der höchste Punkt des Gemeindegebiets befindet sich an der Westgrenze auf den Limpurger Bergen im Wald Streitberg bei etwa 514 m NN, die tiefste Stelle mit ungefähr 349 m NN im Bühlertal an der Grenze zur Stadt Vellberg. Mit fünf benachbarten Gemeinden hat Obersontheim Anteil am 306 ha großen, 1985 ausgewiesenen Naturschutzgebiet Unteres Bühlertal. Obersontheim wurde seit 1475 Zug um Zug von den Schenken von Limpurg erworben, die den Ort 1541 zum Herrschaftsmittelpunkt einer Seitenlinie machten. Sie bauten in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts das Schloss zu einer großzügigen Dreiflügelanlage aus, deren äußerer Hof von zwei Rundtürmen flankiert wird. 1803, 1806 und 1810 fielen die Comburger, Haller, Ellwanger, Limpurger und Ansbacher bzw. preußischen Besitzungen in Mittel- und Oberfischach sowie Ober- und Untersontheim an Württemberg. Zuständige Amtsstadt war für Untersontheim seit 1808 Schwäbisch Hall, für die anderen drei zunächst Gaildorf; seit 1934/38 gehören alle vier zum Landkreis Schwäbisch Hall. Die heutige größere Kommune Obersontheim entstand durch die Eingemeindung von Untersontheim am 1. Juli 1971 sowie von Mittel- und Oberfischach am 1. August 1972.

Die im Südosten an die Stadt Schwäbisch Hall angrenzende Gemeinde Obersontheim wird durch die Tallandschaften von Bühler und Fischach geprägt. Der Großteil der zum ländlichen Raum zählenden Gemeinde ist landwirtschaftlich strukturiert. Der Hauptort Obersontheim ist hingegen Standort von Handel und Gewerbe und zusammen mit Bühlertann Zentrum für die umliegenden Ortschaften. Obersontheim liegt etwa in der Mitte des Städtedreiecks Schwäbisch Hall/Gaildorf/Crailsheim am Schnittpunkt zweier Landesstraßen: der L 1060 Schwäbisch Hall–Ellwangen und der L 1066 Gaildorf–Crailsheim. Die Gemeinde gehört dem Übergangsbereich von den Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen zur Hohenloher/Haller Ebene an. Mit der trichterförmigen Stufenrandbucht der Bühler (Vellberger Bucht), die von Vellberg über Obersontheim bis südlich von Bühlertann reicht, stößt die Haller Ebene weit nach Süden in die Keuperwaldberge vor. Die Bühler und ihre Nebenbäche haben die Bucht im Gipskeuper und Unterkeuper ausgeräumt. Den Muschelkalk schneidet die Bühler zwar bei Obersontheim an, ein durchgehend tiefes Muschelkalktal bildet sie aber erst weiter abwärts bei Vellberg. Im westlichen Teil des Gemeindegebiets hat die Fischach eine breite Bucht im Gipskeuper geschaffen (Fischacher Bucht). Sie wird im Norden, Westen und Südwesten von den Limpurger Bergen umrahmt. Über den Kamm der Limpurger Berge, auf der Wasserscheide zwischen Kocher und Bühler, verläuft die alte Kohlenstraße. Auf ihr gelangte in früheren Jahrhunderten Holzkohle aus den Limpurger Bergen in die Haller Saline. Der Höhenzug zwischen Fischach- und Bühlertal ist in flache Gipskeuper- und Schilfsandsteinrücken aufgelöst. Der höchste Punkt des Gemeindegebiets befindet sich im Süden auf der Hochfläche der Limpurger Berge bei 511 Meter über Normalnull, der tiefste mit 348 Meter über Normalnull im Bühlertal an der Grenze zur Stadt Vellberg. Weite Teile des Gemeindegebiets sind Gipskeuperlandschaften, von denen besonders die Fischacher Bucht sehr eindrucksvoll ist. Durch flächenhafte Auslaugung der Grundgipsschichten entstand hier ein weites Tal mit geringem Gefälle. Der Talquerschnitt ist asymmetrisch: Die Fischach wird durch die ausschließlich von Westen kommenden Nebenbäche an die östlichen Talhänge gedrängt, die etwas steiler aufragen. Im Westen dagegen steigt das Gelände über der breiten Talsohle in flachen Terrassen und Riedeln zur Kieselsandsteinhöhe der Limpurger Berge an. Stufenbildner sind die Corbulabank (Oberer Gipskeuper, auch Engelhofer Platte genannt) und der Schilfsandstein. Obwohl die Corbulabank hier nur 60–120 Zentimeter mächtig und auch nicht extrem hart ist, bildet sie weithin verfolgbare scharfe Kanten, zum Beispiel am Weinberg bei Mittelfischach. Über der scharf umrissenen Schichtstufe folgen weite Verebnungsflächen, die bei Engelhofen bis zu 1,5 Kilometer breit sind. Die Engelhofer Platte wurde 1880 durch den Tübinger Geologen Quenstedt nach dem Ort Engelhofen in der Fischachbucht benannt. Das gesamte Fischachtal zwischen Herlebach und der Mündung in die Bühler bei Kottspiel wurde 1998 unter Landschaftsschutz gestellt. Das weit gestreckte Tal bildet mit seinen Nebenbächen und den angrenzenden Höhen einen reich gegliederten, ökologisch wertvollen Landschaftsraum mit einer Vernetzung von Wald, Waldrändern und -säumen, Feldgehölzen, Hecken, Obstbaumwiesen, feuchten und trockenen Wiesen, Äckern und Bächen. Eine schonende landwirtschaftliche Nutzung sorgt für die Erhaltung dieser auch von Erholung Suchenden geschätzten Landschaft abseits großer Verkehrswege. Im oberen Fischachtal ist die Haller Landhege stellenweise noch gut erhalten. Nördlich von Herlebach ziehen Wall und Graben vom Bergsporn »Birkentöbele« steil zum Bach hinunter. Weitere Landschaftsschutzgebiete wurden zum Schutz der Tallandschaften des Bühlertals in der Umgebung der Beilsteinmühle sowie zwischen Obersontheim und Bühlertann ausgewiesen. Das Fischachtal zeigt noch die alte danubische Entwässerungsrichtung. Das Flusssystem des Ur-Kochers entwässerte vor etwa zehn Millionen Jahren (auf höherem Niveau) nach Süden zur Donau. Die Entwässerung wurde erst später von Kocher und Bühler nach Norden umgelenkt. Einfluss auf die Landschaftsformen hat die Neckar-Jagst-Furche, eine tektonische Störungszone, die sich vom Neckar/Enz-Gebiet bis zur südlichen Frankenhöhe erstreckt. Sie zieht sich durch das nördliche Gemeindegebiet. Die Bühler schneidet bei der Mettelmühle den Oberen Muschelkalk an, der aber nördlich davon in der Neckar-Jagst-Furche gleich wieder unter die Talsohle abtaucht. Eine deutliche Talweitung mit Wiesenmäandern im Bühlertal östlich von Untersontheim ist die Folge. Bei der Beilsteinmühle, nördlich der Störungszone, verengt sich das Tal erneut. Hier taucht der Muschelkalk wieder auf und bildet steile Talwände. An dieser Stelle beginnt das großartige Muschelkalktal der Bühler, das nördlich der großen Steinbrüche bis zur Mündung in den Kocher als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Ein kleiner Teil des Schutzgebiets liegt auf Obersontheimer Gebiet. Früher wurden an vielen Stellen des Gemeindegebiets Gesteine gewonnen: Oberer Muschelkalk, Unterkeuper-Hauptsandstein, Gips und Tonsteine des Gipskeupers, Schilfsandstein und Sand aus dem Kieselsandstein. Heute werden noch Muschelkalk und Gips in größerem Umfang abgebaut. Ein großer Muschelkalksteinbruch liegt im Bühlertal nordöstlich von Ummenhofen. Hier wird Oberer Muschelkalk gebrochen, der größtenteils zu Straßenschotter und Betonzuschlag verarbeitet wird. Im Steinbruch wurde salinares Mineralwasser aus dem Mittleren Muschelkalk erbohrt. Mehrere Gipsbrüche, teils aufgelassen und renaturiert, teils noch in Betrieb, befinden sich nordöstlich von Obersontheim. Die Grundgipsschichten sind hier bis zu 11 Meter mächtig und zeigen Verkarstungserscheinungen (Auslaugungsschlotten/»Geologische Orgeln«). Bei Obersontheim-Hausen wird Gips unter Tage abgebaut. Stärkere Quellen findet man in den Limpurger Bergen an der Untergrenze des Kieselsandsteins (Hirschbrunnen westlich von Rappoltshofen, Quellen im Stielbachtal südwestlich von Engelhofen). Die Vellberger Bucht und die Fischachbucht sind fast vollständig gerodet und dienen der Grünlandnutzung und dem Ackerbau. Etwa die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche ist Dauergrünland. In den klimatisch begünstigten Buchten gedeihen auch Obstbäume; früher wurde dort sogar Weinbau betrieben. Die Siedlungen konzentrieren sich ebenfalls in den Buchten, während die Waldgebiete nahezu menschenleer sind. Der Waldanteil beträgt 33 Prozent. In den Teilorten herrscht die Landwirtschaft vor. Wirtschaftliche Bedeutung hat auch der Fremdenverkehr mit den Schwerpunkten naturnahe Erholung im Fischachtal und kulturhistorische Sehenswürdigkeiten in Obersontheim (historisches Ortsbild mit Schloss, Rathaus, Kirche). Neubaugebiete sind in Oberfischach und in Mittelfischach erschlossen worden.

Wappen von Obersontheim

In Silber (Weiß) fünf (3:2) blaue Kolben.

Beschreibung Wappen

Ein dem 17. Jahrhundert zugewiesenes Gerichts- und Marktsiegel von Obersontheim zeigt in einem mittels aufsteigender Spitze gespaltenem Schild vorne die Spitzenteilung und hinten die fünf Kolben aus dem Wappen der Schenken von Limpurg, während die zentral aufsteigende Spitze mit einem Ring und dem Buchstaben S belegt ist. Für das Jahr 1930 ist dieses auf die ehemalige limpurgische Ortsherrschaft und den Ortsnamen Sontheim hinweisende Wappen im Schultheißenamtssiegel belegt, wo es allerdings irrtümlich auf den Kopf gestellt worden ist. Anlässlich der Berichtigung im Jahre 1953 wurde das Wappen zugleich vereinfacht. Es enthält seither nur noch die fünf Kolben, deren Farben zur Unterscheidung vom limpurgischen Wappen vertauscht wurden. Das Landratsamt Schwäbisch Hall hat die Flagge am 3. August 1981 verliehen.

GND-ID:
  • 4250493-4
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