Kirchheim unter Teck 

Regionalauswahl:
Typauswahl: Gemeinde
Status: Große Kreisstadt
Homepage: http://www.kirchheim-teck.de
service-bw: Informationen zu wichtigen Adressen, Nummern und Öffnungszeiten in Kirchheim unter Teck
Einwohner: 39264
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 970.0
Max. Höhe ü. NN (m): 444.59
Min. Höhe ü. NN (m): 278.17
PLZ: 73230

Sie ist viertgrößte Stadt im Landkreis Esslingen (Große Kreisstadt) und liegt in östlichem Kresigebiet im Vorland zur Mittleren Alb. Dort greift die Stadt mit ihren beiden eingemeindeten Teilorten vom Kirchheimer Becken auf die Ränder der Notzinger Platte im Norden und des Braunjuralandes der Neuffen-Vorberge im Südwesten aus. Im äußersten Südwesten erreicht die Stadt mit 445 m über NN auch ihr Höhenmaximum; der tiefsten Punkt liegt mit rd. 279 m an der Lauter im Westen. Feuchtwiesen, an den Hängen flankiert von trockene Streuobstwiesen, stehen am Rand der Notzinger Platte im überregional bedeutenden Gebiet ‚Wiestal mit Rauber‘ unter Naturschutz, Bachläufe und Feuchtsenken des Beckeninneren im Gebiet ‚Nägelestal‘. Unweit der Mündung von Lindach und Lauter ist die sanierte Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern, der gotischen Stadtkirche und dem Renaissanceschloss zum touristischen Anziehungspunkt geworden. Die Wachstumszonen der Kernstadt, anfangs vornehmlich nach Westen, ab den 1970er Jahren stärker nach Osten gerichtet, schließen größere Areale mit Industrie- und Gewerbe ein. Deren gemischte Branchenstruktur, z.T. mit namhaften Großbetrieben, heben die Stadt als Wirtschaftsstandort im Landkreis herausheben. Vor allem aber mit ihren Gesundheitseinrichtungen, ihrem differenziertem Schul- und Bildungsangebot sowie den Behörden und Dienstleistungen ist sie Mittelzentrum für das östliche bzw. südöstliche Kreisgebiet. Über die Teckbahn (Wendlingen-Lenningen) wird sie in das Stuttgarter S-Bahn-System eingebunden. Auch hat sie direkten Zugang zur A8 (Stuttgart-München). Die Stadt wurde 1806 Sitz eines württembergischen Oberamtes, kam 1938 zum Landkreis Nürtingen und 1973 zum Landkreis Esslingen.

Die große Kreisstadt Kirchheim unter Teck steht sowohl flächenmäßig als auch nach der Einwohnerzahl an vierter Stelle im Landkreis Esslingen. Das 40,47 Quadratkilometer große Stadtgebiet im Osten des Landkreises umfasst neben der Kernstadt Kirchheim die Stadtteile Jesingen, Nabern und Ötlingen. Es hat als Nachbarn Wendlingen am Neckar, Wernau (Neckar), Notzingen, Schlierbach (Landkreis Göppingen), Ohmden, Holzmaden, Weilheim an der Teck, Bissingen an der Teck, Dettingen unter Teck, Nürtingen und Oberboihingen. Die Entfernung zur Kreisstadt Esslingen beträgt 15 Kilometer und nach Nürtingen 9 Kilometer Luftlinie. Die Autobahn Stuttgart–Ulm verläuft durch das südliche Stadtgebiet. Nach dem Landesentwicklungsplan gehört Kirchheim zum Verdichtungsraum Stuttgart (gemeinsam mit Esslingen und Stuttgart). Die Stadt liegt größtenteils inmitten des Kirchheimer Beckens, einer naturräumlichen Untereinheit des Mittleren Albvorlandes, welche das bei Kirchheim etwa 3,5 Kilometer breite, nach Osten trichterförmig erweiterte Ausraum- und Ablagerungsgebiet der Lauter und Lindach samt ihrer Nebenbäche umfasst. Im Norden steigt das Gelände zur Notzinger Platte an, einer wenige Kilometer breiten Schwelle zwischen Kirchheimer Becken und Filstal. Der Talwald im Südwesten wird bereits zum Mitteljurahügelland der Neuffen-Vorberge gezählt. Dort, an der Grenze nach Dettingen, hat die Stadt mit 440 Metern über Normalnull ihr Höhenmaximum, doch auch auf den Erhebungen rund um Kirchheim (Waldgebiete Hohes Reisach und Bettenhart) werden Höhen um 400 Meter über Normalnull erreicht. Im Kirchheimer Becken sammeln sich strahlenförmig Bäche aus östlicher und südlicher Richtung (Trinkbach, Wangerhaldenbach, Gießnaubach, Windbach, Jauchertbach) und vereinigen sich mit der Lauter. Sie ist das größte Gewässer, das von Süden kommend nördlich der Kernstadt scharf nach Westen abknickt und dabei die ebenfalls wasserreiche Lindach aufnimmt. Im Westen, dort wo die Lauter die Stadtgrenze zu Wendlingen quert, liegt bei 280 Metern über Normalnull der tiefste Punkt des Stadtgebiets. Allein der Talbach (Donzdorfer Talbach) im Südwesten fließt nicht ins Beckeninnere, sondern folgt annähernd der Mitteljurastufe, wobei er speziell diese Fläche (Talwald) zum Neckar hin entwässert. Das Stadtgebiet liegt vorrangig im Niveau des Unterjuras, den jedoch jüngere Ablagerungen der Eiszeit, vor allem Talschotter und Löss, weiträumig verhüllen. In breiten Strängen ziehen sich die mächtigen Schotterfelder entlang der Täler. Allerdings sind sie häufig von der nacheiszeitlichen Erosion durchschnitten, sodass in den Bachbetten der Unterjura zum Vorschein kommt. So findet sich Turneriton im Bett der Lindach sowohl beim Freibad als auch unterhalb ihrer Mündung, Numismalismergel im Trinkbach, im Gießnau- und im Jauchertbach, Posidonienschiefer und Jurensismergel im Lauterbett oberhalb der Kernstadt sowie Arietenkalk und Angulatensandstein in ihrem Unterlauf bei Ötlingen. Aufgeschlossen ist der Unterjura überdies an den Talhängen wie der Ötlinger Halde, Jesinger Halde und Wangerhalde. Alle Schichten vom Angulatensandstein bis zu den Jurensismergeln (Schwarzjura alpha bis zeta) stehen im Stadtgebiet an. Vom Mitteljura kommt nur die unterste Schicht, der Opalinuston (Braunjura alpha) im Talwald, auf dem Hohen Reisach, bei Nabern und nördlich des Bissinger Dachsbühls vor. Die Schotterdecken und höher liegenden Unterjuraplatten sind weithin von einer Lössschicht bedeckt, die vor allem links der Lauter die flachwelligen Ebenen prägt, aber auch bis auf die sanft ansteigenden Riedel zwischen den Lindachzuflüssen und den Hohen Reisach reicht. Aus dem Löss und den von Lehm durchsetzten kalkreichen Schottern (überwiegend Oberjuragerölle) entwickelten sich sehr fruchtbare Ackerböden. Die Stadt Kirchheim markiert die ungefähre Nordbegrenzung des Urach-Kirchheimer Vulkangebiets. Einen unauffälligen Vulkanschlot von etwa 100 Metern Durchmesser findet man am Kraftsrain östlich der Straße nach Schlierbach. In Kirchheim wurden früher an vielen Stellen die Numismalismergel, teils auch Amaltheenton zur Herstellung von Roman-Zement abgebaut. Alte Gruben sind noch an der Wangerhalde und südlich von Jesingen (Naturdenkmal) erhalten. Lehm für die Ziegelherstellung holte man aus dem Löss, teilweise auch aus tonigen Schichten des Unterjuras, zum Beispiel dem Amaltheenton. Den Basalttuff des Kraftsrains arbeitete man früher zu Straßenschotter um, jedoch war das Vorkommen wenig ergiebig. Von der Stadtfläche Kirchheims sind 32 Prozent überbaut und 42 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt. Das Grünland (Wiesen, Viehweiden, Obstbaumwiesen) überwiegt den Ackerbau ein wenig, da sich die zahlreichen Bachauen, die Hanglagen und die meist schweren, nassen Unterjuraböden kaum anders nutzen lassen. Ein Viertel der Stadtfläche nehmen Wälder vornehmlich im Westen beziehungsweise Südwesten (Rübholzwald, Talwald) sowie Norden und Nordosten (Hohes Reisach und Bettenhart) ein. Lediglich kleinere Waldstücke (Vögeleshaupt, Hasenholz, Auchtert) finden sich im Südosten. Biologisch und ökologisch besonders wertvolle Flächen stehen in den Gebieten Wiestal mit Rauber und Nägelestal unter Naturschutz. Das Wiestal erstreckt sich nordöstlich von Jesingen über die Talaue des Trinkbachs und den Streuobstwiesenhang des Raubers. Dessen hochstämmige, alte Obstsorten, seine ausgedehnten Feldhecken und Waldsäume sowie das episodisch überschwemmte Wiesental bilden intakte Lebensräume für eine Vielzahl gefährdeter Pflanzen und Tiere. Zusammen mit Waldarealen auf dem Hohen Reisach und dem Talwald ist es außerdem Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Das Nägelestal am unteren Kegelsbach wird im Wesentlichen von einer aufgelassenen Tongrube mit zahlreichen Tümpeln geprägt, die ideale Lebensräume für Amphibien sind. Ein aus acht Teilgebieten bestehendes, untereinander allerdings unverbundenes Landschaftsschutzgebiet erstreckt sich quer über die Stadt, wobei die Flächen sich auf fast 700 Hektar (entspricht 17 Prozent des Stadtgebiets) summieren. Das Schutzgebiet dient der Erhaltung von Wiesen, Streuobstwiesen, Hecken, Feld- und Bachgehölzen als Grünzonen und Freiräume zwischen den Siedlungen und als Erholungsgebiet im Verdichtungsraum. Die Bürgerseen und das landschaftlich reizvolle Donzdorfer Tal Richtung Oberboihingen zählen hier ebenso dazu wie die Ötlinger Halde, die Wanger- und die Jesinger Halde oder die Tälchen des Gießnau- und Windbachs. Wichtige Naherholungsgebiete sind auch das Segelfluggelände Hahnweide sowie der Talwald, das Rübholz und die Wälder auf dem Hohen Reisach. In den Waldschutzgebieten Rübholz und Hohenreisach – beides Schonwälder – werden besondere Waldgesellschaften und Waldnutzungsformen gepflegt: auf dem Hohen Reisach ein Eichenwald, ein lindenreicher Eichen-Hainbuchenwald und ein Erlen-Eschenwald mit Blausternvorkommen sowie die Mittelwaldwirtschaft. Im Rübholz nahe Lindorf wird ein artenreicher Laubwald mit krautreicher Bodenflora und einem Massenvorkommen von Bärlauch schonend bewirtschaftet. Mehr als 30 Naturdenkmale befinden sich im Stadtgebiet, neben alten Bäumen auch flächige Denkmale (bis zu 5 Hektar Größe) wie der Halbtrockenrasen auf der Hahnweide, die Lindenhaine östlich der Hahnweide, ein Abschnitt der Lauter mit Mühlkanal, der Zusammenfluss von Gießnaubach und Windbach, aufgelassene Steinbrüche und Tongruben, Feuchtgebiete, Hecken und Feldgehölze.

Wappen von Kirchheim unter Teck

Unter goldenem (gelbem) Schildhaupt, darin eine schwarze Hirschstange, in Blau ein mit Kesselrinken besetztes silbernes (weißes) Kreuz (Kirchenspange).

Beschreibung Wappen

Die Wappen in den seit 1295 belegten Kirchheimer Stadtsiegeln verbanden das von einem Schildbeschläg hergeleitete „Kirchheimer Kreuz" in gespaltenem oder geteiltem Schild mit dem heraldischen Symbol der jeweiligen Stadtherren (Teck, Österreich, Württemberg). Dabei steht das halbe oder ganze Kreuz im gespaltenen Schild vor den teckschen Rauten beziehungsweise dem österreichischen Balken, die jeweils die hintere Schildhälfte einnehmen. Die württembergische Hirschstange erscheint dagegen stets über dem Kreuz, das übrigens auch im Wappen mit der Stadt eng verbundener Geschlechter auftritt. Seit 1535 ist das Wappen in den jetzigen Farben bekannt. Die Farben der Stadtflagge sind seit 1902 belegt.

GND-ID:
  • 4030783-9
Suche