Mittelschefflenz - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0774 [Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Langgestreckte Siedlung am linksseitigen Hangfuß des Schefflenztals mit haufendorfartigem Kern in einem von Osten einmündenden Nebentälchen. Schon ältere Wachstumsspitze auf der rechten Talseite bis zum ehemaligen Bahnhof. Siedlungserweiterungen durch Neubaugebiete im Süden und Norden. Kleinere Neubaubereiche an den Hängen westlich und östlich des älteren Dorfes.
Historische Namensformen:
  • Scaflenze 0774 [Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert]
  • Scaplanza 0797
  • Schefflenze medius 1301
Geschichte: 774 (Kopialüberliferung 12. Jahrhundert) Scaflenze, 797 Scaplanza, von vordeutschem Bachnamen. Noch für 5 Jahrhunderte die drei Schefflenzorte nicht voneinander unterschieden, obwohl alle Ausbauorte der frühen fränkischen Zeit sind. Mittelschefflenz 1301 erstmals als Schefflenze medius erwähnt. In der Karolingerzeit Lorscher, Fuldaer, Stift Neuhausener (bei Worms) Besitz bezeugt, solcher des Klosters Amorbach zu erschließen. 976 kamen auch die Güter der Abtei Mosbach an das Bistum Worms, dieses war 1174 Lehnsherr für die Grafen von Lauffen. Wahrscheinlich aufgrund des geistlichen, vor allem des Wormser Grundbesitzes um 1200 zum Wimpfener Reichsland gezogen. Die Dorfherrschaft 1315 vom Reich an die Herren von Weinsberg verpfändet. 1362 konnte der Mainzer Erzbischof zwei Drittel davon auslösen, der Rest verblieb als Eigen bei den Weinsbergern. Die Pfalz, seit Erwerb von Mosbach 1330 im Besitz der Zenthoheit, konnte anscheinend die ihr 1378 zugestandene Auslösung nicht vollziehen, 1423/26 erwarb aber Pfalz-Mosbach das weinsbergische Drittel. Seit dem 16. Jahrhundert waren die Herrschaftsrechte zwischen Pfalz und Mainz strittig, es lief darüber ein nie abgeschlossener Kammergerichtsprozess. 1653 verzichtete Kurmainz auf seine Ansprüche, nunmehr waren die drei Schefflenzorte bei der Kellerei Lohrbach des pfälzischen Oberamtes Mosbach. Mit Lohrbach fielen sie 1803 ans Fürstentum Leiningen und wurden 1806 badische Landeshoheit unterstellt. Amtszugehörigkeit bis 1813 leiningisches Justizamt Lohrbach, dann erstes Landamt, später Bezirksamt Mosbach.

Ersterwähnung: 1301
Kirchengeschichte: Die 826 genannte Lorscher Kirche ist nicht mit letzter Sicherheit auf Schefflenz zu beziehen. Mittelschefflenz gehörte bis 1301 als Filiale zu Roigheim (Landkreis Heilbronn), von da an selbständige Pfarrei St. Michael, auch für Oberschefflenz und Auerbach. Den Kirchensatz hatte der Abt von Amorbach. Seit 1542 von der Pfalz ausgehende Bestrebungen zur Reformation; 1557 wurde das lutherische, 1586 endgültig das reformierte Bekenntnis jeweils gegen den Protest von Kurmainz eingeführt. Auch nach der Kirchenteilung 1707 blieb Mittelschefflenz Sitz einer reformierten Pfarrei. Heute gehören zur evangelische Pfarrei als Filialen Unter- und Oberschefflenz mit Kleineicholzheim, als Diasporaorte Katzental und Waldmühlbach. Vom Kirchenbau von 1462 sind nur noch Portale erhalten, sonst besteht die Kirche aus einem Langhaus von 1835 und spätgotischem Chorturm (1902 ausgebaut). Die Katholiken gehören zur Pfarrei Oberschefflenz.
Patrozinium: St. Michael
Ersterwähnung: 1301

GND-ID:
  • 7827922-7
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