Sulzburg - Altgemeinde~Teilort 

Regionalauswahl:
Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0847 [847 (Корialüberlieferung 12. Jahrhundert)]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Siedlungskern ist eine mittelalterliche ovale Stadtanlage mit leiterförmigem, regelmäßigem Grundriß, die ehemals befestigt war und im unteren Sulzbachtal liegt. Alte Stadterweiterungen im Westen und Osten, die sich zeilenartig entlang der verlängerten Hauptstraße (Marktstraße) entwickelten. Geschlossenes Neubaugebiet im Südosten im Einmündungsbereich eines südlichen Nebentals des Sulzbachtals.
Historische Namensformen:
  • Sulzbergeheim 0847 [847 (Корialüberlieferung 12. Jahrhundert)]
Geschichte: 847 (Корialüberlieferung 12. Jahrhundert) Sulzbergeheim, von der Salzgewinnung des Tals. Lorscher Besitz. 993 schenkte Kaiser Otto III. auf Intervention des Breisgaugrafen der zuvor von einem Pyrtilo in Sulzburg errichteten Kirche St. Cyriak das im Tal Sulziberch gelegene Königsgut. 1010 wurde die Kirche von ihrem Inhaber Pirctelo, der ihr seine Erbgüter zugunsten des hier begründeten Benediktinerinnenkonvents vermachte, der Basler Marienkirche übertragen. Die Herren von Usenberg, vermutlich Nachfahren des Kirchengründers, erscheinen seit 1157 als Schutzvögte des Klosters Sulzburg. Vor 1283 haben sie, offenbar auf Eigengut, die dem Kloster unmittelbar benachbarte Stadt angelegt. Eine breite Marktstraße in Talrichtung wird im Norden von einer Parallelstraße begleitet und durch Seitenstraßen leiterförmig mit ihr verbunden. An der Marktstraße die markgräfliche Schloßanlage. Von einer mittelalterlichen Burg über der Stadt sind spärliche Reste vorhanden. Die Üsenberger belehnten mit der Stadtherrschaft die Herren von Staufen, 1371 kam die Oberlehenschaft an Graf Egon III. von Freiburg, Herrn zu Badenweiler, 1392 an die Markgrafen von Hachberg, 1415 an Baden. 1515 wurde Sulzburg Residenz des Markgrafen Ernst, der bis 1527 hier das Stadtschloß erbaute. Danach Witwensitz seiner dritten Gemahlin Anna Bombast von Hohenheim. Auch später noch zeitweilig Residenz und Witwensitz. 1834 wurden die baufällig gewordenen Schloßgebäude bis auf den Ostflügel und einen Turm abgerissen. Bis 1807 gehörte Sulzburg zur Herrschaft Hochberg bzw. Oberamt Emmendingen, danach zum Bezirksamt/Landkreis Müllheim. Die Stadtgründung hängt wirtschaftlich mit dem Bergbau auf Blei und Silber zusammen. Im Tal ist bereits 1028 Bergbau überliefert, der nach neueren Funden auf die römische Zeit zurückgeht. Anfang des 17. Jahrhundert 300 Bergleute, auch im 18. Jahrhunderts ein Bergamt in Sulzburg. Eine Heilquelle im Tal oberhalb der Stadt wird 1571 erstmals erwähnt, ein Badwirt 1603. Der Badbetrieb blühte im 18. Jahrhunderts und später.

Ersterwähnung: 1000 [um 1000]
Kirche und Schule: In der Reformation Ausgang des Klosters, dessen Besitzungen verwaltete fortan die geistliche Stiftung Sulzburg. Mittelschiff und Ostapsis der Klosterkirche St. Cyriak, die auch Stadtkirche war, wurden um 1000 erbaut, der Turm kam im 13. Jahrhundert an die Stelle der Westapsis. 1964 durchgehende Renovierung und Neubau der Seitenschiffe auf dem ottonischen Fundament, Einrichtung als evangelische Stadtkirche. Die 1391 gestiftete Stadtkirche wurde bis 1610 zur Schloßkirche umgebaut. Die frühere Klosterkirche diente als Friedhofskirche. 1769 Brand der restlichen Klostergebäude. Eine neue evangelische Stadtkirche wurde 1834/38 anstelle der Schloßkirche nach Entwurf von Heinrich Hübsch gebaut. Der Pfarrsprengel umfaßt auch Ballrechten und Döttingen (Verwaltungsraum Heitersheim). Die Katholiken sind nach Ballrechten-Dottingen eingepfarrt.
Patrozinium: St. Cyriak
Ersterwähnung: 1000 [um 1000]
Jüdische Gemeinde: Sulzburg wurde 1727 Sitz des Rabbinats für das badische Oberland (bis 1886) mit jüdischem Friedhof. 1823 Bau einer Synagoge. Die Höchstzahl der hier ansässigen Juden (412) wurde 1864 erreicht (1925: 120 Juden). 1938 Synagoge demoliert. Der Rest der jüdischen Bürger (27) 1940 deportiert.

Suche
Durchschnitt (0 Stimmen)
Kommentare