Emmendingen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1091

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Die Altstadt liegt vor dem Anstieg zu den Vorhügeln nordöstlich der Elz zwischen Mühlbach und Brettenbach. Mitte des fast runden Grundrisses ist der große rechteckige Marktplatz, von dem fünf Straßen wie Strahlen abgehen. Im Südosten eine barocke Stadterweiterung im Zwickel zwischen den beiden Bächen; auch nach Westen als Verbindung zu dem dörflicheren Niederemmendingen eine ältere Erweiterung von fast der Größe der Altstadt. In der Innenstadt ist trotz moderner Um- und Neubauten noch viel von der barocken und klassizistischen Stadt erhalten, so das Rathaus und das Goethetor, eines der ehemals drei Stadttore, das Amtsgericht in der Vorstadt und zahlreiche Bürgerhäuser. An die Innenstadt schließen die Wohnstraßen und, vor allem nach Оsten und Süden, die Gewerbegebiete des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts an. Neuere Industriegebiete liegen zwischen Elz und Bahnlinie südöstlich vom Stadtkern und entlang der Bahnlinie im Westen. Ausgedehnte neue Wohngebiete erstrecken sich an das Industriegebiet im Südosten anschließend zwischen Bahn und Fluß und überziehen die Hänge nordöstlich und nordwestlich der Stadt. Im Osten, vom Stadtkern abgesetzt, liegt die baulich und gärtnerisch einheitlich gestaltete Anlage des Psychiatrischen Landeskrankenhauses in reizvoller Umgebung.
Historische Namensformen:
  • Anemötinga 1094
  • Ementingen 1275
  • Odalrich de Anemötingen 1091
Geschichte: 1091 Oudalrich de Anemoutingen, 1094 Anemoutinga, 1275 Ementingen; von Personenname Anemot. Siedlung der ältesten Schicht. Als Grundbesitzer in Emmendingen ist 1094 ein Dietrich von Emmendingen nachzuweisen; im 12. Jahrhundert waren dort auch die Klöster St. Ulrich und Sölden begütert. Die Herren von Emmendingen standen in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhundert in Diensten der Grafen von Nimburg, nach 1220 lassen sich Ministerialen des Grafen Egeno von Urach belegen. Unklar bleiben die Herrschaftsverhältnisse in der früheren Zeit. Vielleicht war die Ortsherrschaft aufgrund der Schutzvogtei über die Klöster St. Ulrich und Sölden an die Grafen von Nimburg gekommen, dann nach 1205 an Berthold V. von Zähringen. 1218 scheint sie Graf Egeno von Urach, der hier Ministerialen hatte, geerbt zu haben. Erst im 14. Jahrhundert als Besitzer die Markgrafen von Hachberg nachzuweisen. 1356-1386 Verpfändung durch Hachberg an Martin Malterer. 1415 kaufte Markgraf Bernhard von Baden mit der Markgrafschaft Hachberg auch den Ort. Den Hof des Klosters Tennenbach, 1574 umgebaut, erwarb 1588 Markgraf Jakob III. Das Gebäude diente nach 1590 dem Landvogt als Amtssitz. 1689 wurde die markgräfliche Verwaltung von der Hochburg hierher verlegt. Im 18. Jahrhundert bewohnte der Burgvogt das Gebäude. Die Stadt kaufte das alte Schloß 1832. Der Markt Emmendingen wurde 1424 durch die Freiburger und Basler zerstört. Markgraf Jakob III. erhob seinen Residenzort 1590 zur Stadt und verlieh ihm Pforzheimer Recht. Neben dem stadtherrlichen Schultheißen sah die Verfassung einen Bürgermeister und einen zwölfköpfigen Rat vor. Ein Rathaus wurde 1729 anstelle einer bereits im 16. Jahrhundert vorhandenen Gemeindestube errichtet. Ummauert war Emmendingen bereits 1418-24. An der schon 1590 geplanten Stadtmauer mit dem Hochberger, Freiburger und Unteren Tor baute man bis 1624. 1689 befahlen die Franzosen den Abbruch. Das Freiburger Tor wurde 1826 und das Hochberger Tor um 1830 abgerissen. Emmendingen gehörte zum Oberamt Hochberg, das 1809 zum Amt/Bezirksamt Emmendingen wurde, 1939 Landkreis Emmendingen. 1883 wurde das Dorf Nieder-Emmendingen eingemeindet, die Gemarkungen Tennenbach und Hochburg gehören seit 1930 ganz zu Emmendingen.
Ersterwähnung als Stadt: 1590

Name: Schloß
Datum der Ersterwähnung: 1832

Kirche und Schule: 1235 überließ der Bischof von Straßburg unter anderem seine Patronatsrechte zu Emmendingen Kaiser Friedrich II. Sie kamen aber - wahrscheinlich während des Interregnums - wieder an die Straßburger Kirche. 1489 wurde die Kirche der Straßburger Domkantorei inkorporiert. Reformation 1556. Der Übertritt Jakobs III. zum katholischen Glauben kurz vor seinem Tod 1590 brachte keine bleibenden Veränderungen. Die Evangelischen der Stadt Emmendingen sind heute auf vier Pfarreien verteilt. Die Christuspfarrei umfaßt neben der Unterstadt auch den Stadtteil Wasser, die 1904 errichtete Lutherpfarrei die Oberstadt, die 1969 errichtete Pauluspfarrei das Neubaugebiet Bürkle-Bleiche; die 1937 durch Umwandlung des Stadtvikariats II errichtete Johannespfarrei in Windenreute ist für die Umgebung des Psychiatrischen Landeskrankenhauses sowie für die Stadtteile Kollmarsreute, Maleck und Windenreute zuständig. Nach der Zerstörung von 1424 wurde die Kirche von 1430 bis 1434 wiederaufgebaut. Aus dieser Zeit blieb der Chor mit seinen schmalen spitzbogigen Fenstern erhalten. 1813-15 Umbau der Kirche. 1858/59 Errichtung eines Turmes. Erweiterung 1903-05. Die evangelische Stadtkirche ist gleichzeitig Pfarrkirche für Christus- und Lutherpfarrei. Die katholische Kirche St. Bonifatius 1863 erbaut, die Pfarrei 1864 gegründet. Erweiterungen 1894-96 und 1911-13. Bemerkenswert ist ein gemalter spätgotischer Flügelaltar in der nördlichen Kapelle. Der Sprengel umfaßt neben der Unter- und Oberstadt die Stadtteile Maleck, Mundingen und Windenreute sowie die Gemeinde Freiamt. Die 1975 errichtete katholische Pfarrei St. Johannes ist für das Neubaugebiet Bürkle-Bleiche, die Stadtteile Kollmarsreute und Wasser sowie die Gemeinde Sexau zuständig.
Patrozinium: St. Bonifatius
Ersterwähnung: 1863
Jüdische Gemeinde: Juden ließen sich in Emmendingen erstmals 1717 nieder. Ihre Zahl nahm im 19. Jahrhundert zu. Ein großer Teil der Gemeinde wanderte nach 1933 aus, die noch am Ort ansässigen Juden wurden 1940 deportiert.

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