Kirchheim am Neckar - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0750 [2. Hälfte 8. Jahrhundert (Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert)]

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Links des Neckars, am Rande der alten Talschlinge, hat sich der Ort nach dem Zweiten Weltkrieg besonders nach Süden und Westen hin ausgebreitet. Von den neuen Wohngebieten entstanden »Ehewiesen« 1950, »Lüssen« 1958 und »Lüssen-Bachrain-Laiern« 1976ff. Nahe der Eisenbahn ließ sich südlich des Ortes (»Ehewiesen« 1960, »Loch-Seele« 1976ff.) Industrie nieder.
Historische Namensformen:
  • Chirecheim 0750 [2. Hälfte 8. Jahrhundert (Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert)]
  • villa Kirihcheim 1003
Geschichte: 2. Hälfte 8. Jahrhundert (Kopialüberlieferung 12. Jahrhundert) Chirecheim. 1003 villa Kirihcheim. Kirchheim ist durch ein reiches Frauengrab im Ortsbereich schon für die Zeit um 500 als Siedlung bezeugt. Im Südwesten und im Süden des Ortes liegt je ein Reihengräberfriedhof. Wohl um 780 Besitz in Kirchheim durch Graf Kunibert an Kloster Fulda geschenkt. Das Dorf war Reichsgut. 1003 überließ Kaiser Heinrich II. Kloster Lauffen ein Gut in Kirchheim, 1161 bestätigte Kaiser Friedrich I. hier Besitzungen des Klosters Odenheim. Der Fronhof mit dem Schultheißenamt und der Kirchensatz befanden sich im 13. Jahrhundert in der Hand der Markgrafen von Baden. Auch etliche Adelsgeschlechter gelangten seit dem 14. Jahrhundert hier zu Besitz. Zum Schutz gegen die Machtansprüche dieser Familien unterwarf sich das freie Reichsdorf um 1400 Württemberg, das ihm die Blutgerichtsbarkeit beließ, später Sitz und Stimme im Stuttgarter Landtag einräumte und 1683 das Marktrecht verlieh. Bis 1803 gehörte Kirchheim zum Amt Brackenheim und kam 1808, nachdem es einige Jahre ein Stabsamt gebildet hatte, zum Oberamt Besigheim, 1938 zum Landkreis Ludwigsburg. Im 30jährigen Krieg verlor das mit Mauern und Türmen befestigte Dorf über 100 seiner insgesamt 170 Bürger und mehr als die Hälfte seines Gebäudebestands. In Kirchheim sind geboren: Konrad Resch (Ende 15. bis Mitte 16. Jahrhundert), Buchdrucker in Lyon, Paris und Basel; Peter Braun (1463-1553), Theologieprofessor in Tübingen; Konrad Braun (Brunus; etwa 1491-1563), Rechts gelehrter und Theologe in Tübingen und München.

Ersterwähnung: 1090
Kirchengeschichte: Die dem Hl. Mauritius geweihte, 1090 erstmals erwähnte Kirche, die bis 1099 zum Bistum Speyer, danach zum Bistum Worms gehörte, kam über die Markgrafen von Baden 1362 an Kloster Maulbronn, das ihre Inkorporation durchsetzte. Auch Kirchensatz und Widumhof überließen die Markgrafen dem Kloster, das daraufhin in Kirchheim eine Pflege einrichtete. Spätmittelalterliche Kapelle St. Wolfgang. Die heutige evangelische Pfarrkirche besitzt einen romanischen Chorturm mit spätgotischem Sternrippengewölbe und kreuzrippengewölbter Sakristei, Schiff spätgotisch. Katholiken zur Pfarrei Bönnigheim gehörig; seit 1960 eigene Kirche in Kirchheim.
Patrozinium: Hl. Mauritius
Ersterwähnung: 1090

GND-ID:
  • 4098425-4
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