Langenargen - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 0770

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Der Ort liegt am See­ufer. Sein Zentrum lässt in Form einer breiten, platzähnlichen Straße mit typischen Gebäuden des 18. Jahrhunderts, in die sich Pfarrkirche und Spital einreihen, den geplanten Stadtgrundriss erkennen. Den Rahmen bilden auf der Seeseite das Schloss Montfort und der Hafen. Die ursprüngliche Dorfsiedlung schließt in Richtung Argenmündung an (»Oberdorf«). Starke neuzeitliche Ortserweiterung, unter dem Einfluss des sommerli­chen Fremdenverkehrs, entlang der ganzen Seeuferstrecke der Gemarkung. Dadurch bauliche Verbindung mit dem Weiler Schwedi. Diözesan-Feriendorf 1962. Nach Uferauffüllung neue Uferpromenade 1976. Auch der Ortsteil Bierkeller-Waldeck entstand im wesentlichen erst nach dem 2. Weltkrieg.
Historische Namensformen:
  • Arguna villa
  • zu Langen Argen
Geschichte: 770 (Корie 17. Jahrhundert) Arguna villa, 1393 zu Langen Argen (Namenszusatz von der Ausdehnung des Ortes am See). Siedlung der Merowingerzeit. Langenargen bestand aus Oberdorf, Unterdorf und dem Städtlein in der Mitte. Ende des 8. und anfangs des 9. Jahrhunderts bevor­zugte Dingstätte im Argengau. Kloster Sankt Gallen wurde 770 und im 9. Jahrhundert mit Schen­kungen bedacht. 1116 und 1172 ein Siegfried und Volchard von Argen, 1187 ein pfalzgräflich-tübingischer Ministeriale Rudolf, sowie 1269 ein nellenburgischer Dienst­mann Hinrich de Argun als Zeugen genannt. Langenargen war Besitz der Bregenzer Grafen, von denen es an die Pfalzgrafen von Tübingen und über eine Tochter an die Grafen von Nellenburg kam. Von diesen 1267 durch Verkauf an das Stift Sankt Johann in Kon­stanz, die Vogtei 1268 an den Bischof. 1290 gelangte der Gesamtbesitz an die Grafen von Montfort. Zur Zeit des Grafen Wilhelm um 1330 Bau einer starken Burg. Ende des 15. Jahrhunderts abgebrannt, im Bauernkrieg stark befestigt, brannte das Schloss 1649 erneut aus. Wiederaufbau durch Graf Johann 1662 als Steinhaus mit Staffelgiebeln. 1810 (Reste 1861) abgebrochen. Bis 1866 Neubau im »maurischen Stil« von G. Pfeilsticker als Sommersitz für die Königin Olga von Württemberg. Seit 1951 zum Kurhaus umgebaut. Im 15. Jahrhundert unter Graf Haug (1440 bis 1491) aus der Rothenfeiser Linie der Montfort gewann das ursprüngliche Fischerdorf an Bedeutung. Mit der Verleihung der Marktgerech­tigkeit 1447 wurde Langenargen zugleich als besonderer Hochgerichtsbezirk aus der übrigen Grafschaft herausgehoben, 1453 folgte die Erhebung zur Stadt, die aber zu keiner Entfaltung kam. Befestigung nur mit Wall und Graben. Alle Bestrebungen der Gra­fen, die günstige Lage für Handel und Schiffahrt auszunutzen — wiederum verstärkt im 18. Jahrhundert — scheiterten am Widerstand der Reichsstädte Lindau und Ravensburg. Der Stadtcharakter ging verloren, doch galt Langenargen als besondere montfortische Herrschaft, die 1743 bis 1756 an das Hochstift Speyer, dann an Österreich verpfändet war. Amts­haus mit Freitreppe 16./17. Jahrhundert. Ein zweites Schloss im Unterdorf, der »Rosenstock«, war im 15. Jahrhundert im Besitz der Familie von Asch am Lech, im 16. Jahrhundert der von Danketsweiler. 1617 erwarb es der Graf von Montfort, fortan als adliges Lehen ausgegeben. 1780 an Österreich, 1805 an Bayern, 1810 an Württemberg. Oberamt (1938 Landkreis) Tettnang. 1937 wurde Oberdorf und der südliche Teil des Tettnanger Waldes zur Gemeinde Langenargen gezogen.
Ersterwähnung als Stadt: 1453

Name: Burg; Schloss; Schloss Rosenstock
Datum der Ersterwähnung: 1330 [um]

Ersterwähnung: 1267
Kirchengeschichte: Die Sankt Martinspfarrei ist, wie Patrozinium und Größe des Pfarrsprengels zeigen, eine der Urpfarreien des Bodenseekreises. Zu ihrem Gebiet gehörten außer Langenargen selbst die Orte östlich der Schüssen bis nach Sassen und Kau, die Gemeinden Oberdorf, Argenhardt (bis 1363) nahe Tettnang und die Siedlungen westlich von Nonnenbach (Gemeinde Kressbronn). 1267 ging das Patronat von Nellenburg an das Stift Sankt Johann, 1290 an die Grafen von Montfort über. Die alte Pfarrkirche war im Unterdorf; von dem spätgotischen Bau steht nur noch der Chor als Sankt Annakapelle auf dem Friedhof. Erst 1718/22 Bau der katholischen Pfarrkirche Sankt Martinus am Platz der ehemaligen Fridolinskapelle, die dem 1491 gestifte­ten Spital gehörte. Stattlicher Barockbau, von den geplanten 2 Fassadentürmen nur der nördliche errichtet (1734/35), im Innern ein harmonischer Saal, an der Südwand Marienkapelle (1728). Neben der Kirche das Spitalgebäude von 1716/18. Das Pfarr­haus von 1735/40 ist jetzt Museum. Sankt Nikolauskapelle im Unterdorf mit Armen­spital, 1800 aufgehoben und profaniert. Kapelle zum Heiligen Kreuz an der Straße nach Oberdorf. 1694 ein Kapuzinerkloster gegründet, 1810 aufgehoben, Kirche abgebro­chen. Evangelischer Betsaal 1882, Friedenskirche von 1914, Pfarrei 1930.
Patrozinium: Sankt Martin

GND-ID:
  • 4034500-2
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