Innenstadt - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Namensformen: Altstadt
Liegt auf Gemarkung: Innenstadt
Ersterwähnung: 0197

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Die zusammenhängend bebaute Fläche der Stadt liegt im Oostal in der geologischen Mulde des Rotliegenden, die durch Verwerfungen begrenzt und stark von Spalten durchsetzt ist. Der etwa kreisförmige Altstadtkern liegt unterhalb des Neuen Schlosses um Marktplatz und Stiftskirche an einem Bergsporn über dem Oostal, der von zwei Seitenbächen der Oos begrenzt wird. In seinem Bereich sind die an Spalten aufsteigenden Thermalquellen gefasst, die für Geschichte und Funktion der Stadt bestimmend waren. An die Altstadt schließt im Süden eine alte Vorstadt an; beide zusammen bilden die eigentliche Innenstadt um den an ihrer Nahtstelle liegenden Leopoldsplatz. Das Stadtbild Baden-Badens ist im Wesentlichen von der Bautätigkeit des 19. Jahrhunderts geprägt, als in der international bedeutenden Kurstadt Bäderbauten, Kurhaus mit Trinkhalle und Kuranlagen, zahlreiche große Hotelbauten, Kirchen verschiedener Religionsgemeinschaften und private Villen entstanden. Im 19. Jahrhundert erst dehnte sich die Stadt auf die linke Oosbachseite und auf Tal und Hänge ober- und unterhalb der Altstadt aus. Während die Talsohle hauptsächlich Grünanlagen vorbehalten blieb (Lichtentaler Allee), wurden die unteren und mittleren Hänge bis weit in die Seitentäler hinein bebaut. In neuerer Zeit wurde zwar auch die Einzelbebauung an den Talflanken fortgeführt, stärkerer Nachdruck aber lag auf der Ausdehnung talabwärts in Richtung Oos.
Historische Namensformen:
  • Respublica Aquensis 0197
  • Aque 0217
  • civitas Aurelia Aquensis 0220 [220/30]
  • de balneis, que dicuntur aquas calidas (Fälschung) 0675
  • Badon 0987
  • Markgrafen Baden 1356
  • Nydern Baden 1390
Geschichte: 197 Respublica Aquensis, 217 Aque, 220/30 civitas Aurelia Aquensis, 675 de balneis, que dicuntur aquas calidas (Fälschung), 987 Badon, 1356 Markgrafen Baden, 1390 Nydern Baden, beides zum Unterschied von Baden im Aargau. Die Territorienbezeichnung Baden-Baden vom 19. Jahrhundert an auf die Stadt übertragen, 1931 offiziell eingeführt. Auf dem Battert vorgeschichtlicher Ringwall, wohl aus der Latènezeit. Römersiedlung ab 70 n. Chr. im Gebiet der Altstadt und südlich davon auf dem Rettig, Bäderanlagen im Bereich zwischen Stiftskirche und Kloster Heiliggrab. Daran nach Südosten anschließend Tempelbezirk. Gräberfelder in Richtung Oos. Der Vicus in Baden-Baden war vermutlich seit Trajan Vorort einer Gaugemeinde, die vielleicht von Kaiser Caracalla, der hier nach seinem Alemannenfeldzug geweilt haben soll, den Beinamen Aurelia erhielt. Schon vor dem Alemanneneinbruch um 260 schweigen selbst die archäologischen Quellen. Die Übersetzung des römischen Namens ins Deutsche könnte für eine nicht ganz abgerissene Kontinuität sprechen, ebenso wie die trotz der entstellten Uberlieferung doch nicht grundsätzlich anzuzweifelnde Schenkung der heißen Quellen durch König Dagobert II. an Kloster Weißenburg. 987 gaben die Vormünder Ottos III. den Ort samt der Kirche an den Grafen Manegold von Nellenburg. Der Salier Konrad II. hat Teile Badens entweder von den Nellenburgern oder von Weißenburg erworben, Kaiser Heinrich III. schenkte sie an das Bistum Speyer. Als Erbe der Nellenburger kam Markgraf Hermann II. um 1100 in Besitz von Baden. Seit 1112 nannte er sich Markgraf von Baden. Die Burg, erst 1257 als Castrum eigens bezeugt, 1,5 km nördlich der heißen Quellen errichtet, wurde später Hohenbaden genannt. Die Anlage nützt in ihrem Kern den südwestlichen Felsvorsprung des Battert aus, der durch einen Halsgraben abgetrennt ist. Durch den wohl noch ins 12. Jahrhundert zu datierenden Bergfried und die anschließende Schildmauer wurde die Oberburg gedeckt, die Ende des 13. Jahrhunderts erheblich erhöht und mit zusätzlichen Ummauerungen des unteren Burgbereichs geschützt wurde. Unter Markgraf Bernhard (1391-1431) Ausbau der Unterburg durch einen großen Palasbau. Sein Nachfolger Jakob I. fügte den Kapellenbau samt Turm an. 1479 wurde die Residenz in die Stadt verlegt. Das Schloss, zunächst noch Witwensitz, verfiel nach Bränden von 1584 und 1597. Samt dem Burgwald erst nachträglich der Waldgemarkung Ebersteinburg zugeteilt, wurde es 1929 mit dem größeren Teil des Waldes der Stadt Baden zugeschlagen. Die Entwicklung der Stadtanlage ist noch nicht voll geklärt. Das spätmittelalterliche Baden war geschieden in Oberstadt und Unterstadt. Die Oberstadt ist nach ihrer sehr herausgehobenen Lage eigentlich eine Burg oberhalb von Kirche und Thermalquellen. Möglicherweise war sie der Sitz der von 1167 an bekannten, wohl verschiedenen Familien angehörenden markgräflichen Ministerialen von Baden, und nur ihre Vorburg bildete die erste Stadt. Als solche ist Baden ab 1288 urkundlich gesichert. Spätestens im 14. Jahrhundert folgte die Ummauerung der Unterstadt. Sie lehnte sich im Süden und Westen an einen in die Oos mündenden, in seinem Lauf mit der Stadtbefestigung veränderten Seitenbach an, umfasste ein gestrecktes unregelmäßiges Fünfeck mit dem Gelände angepassten gewundenen Straßen und Treppen. Unterhalb der Oberstadt bei den heißen Quellen wurde der viereckige Markt und Kirchenplatz ausgespart. Die vier Zugänge waren durch das Ooser, Obere, Spital- oder Gernsbacher und Beurener Tor gesichert. Um 1820 fielen sie samt der Stadtumwehrung. Ein Rathaus ist ab 1410 nachweisbar, das erste in der Schlossstraße. Die Stadtgründung hat wohl die bis dahin noch bestehende Mitherrschaft des Bischofs von Speyer verdrängt. Baden war zunächst nur in Konkurrenz mit Pforzheim Residenz; erst seit der endgültigen Teilung der Markgrafschaft 1535 hat es sich voll dazu entwickelt. Kanzlei und die nur selten (16. und frühes 17. Jahrhundert) arbeitende Münze an der Stelle des heutigen Rathauses. Neue Kanzlei Mitte 16. Jahrhundert in der Schlossstraße. Das Neue Schloss, schon 1384/99 als Burg ausgebaut, nahm von 1479 an die Hofhaltung auf, zeigt sich heute vor allem in der Gestaltung, die ihm der Ausbau unter Philipp II. um 1575 verlieh. Den ebenen Schlosshof auf alten Substruktionen - davor im Süden die Orangerie - schließen im Westen Marstall- und Torbau ab, im Norden der sich in Loggien öffnende Küchenbau mit älterem Archivturm (1529). Mitten im Hof der als Kavaliersbau umgestaltete spätgotische Palas. Der eigentliche Renaissancepalast an der Ostseite von Kaspar Weinhart 1575 enthält das noch originale Prunkbad und die Schlosskapelle. Trotz Zerstörung, Wiederaufbau und zusätzlicher Baumaßnahmen im 19. Jahrhundert ist das Schloss eines der besten Beispiele deutscher Renaissance. Es verblieb nach der Vermögensauseinandersetzung mit dem badischen Staat 1919 dem abgedankten Fürstenhaus. Infolge der Misswirtschaft der Badener Linie des markgräflichen Hauses wurde die Stadt von 1594 an durch Baden-Durlach besetzt und erst 1622 nach der Wimpfener Schlacht herausgegeben. 1632-1634 durch die Schweden wieder den Durlacher Fürsten überlassen, 1642 von den Weimarern geplündert, hat die Stadt doch ein relativ glimpfliches Schicksal im Dreißigjährigen Krieg erlebt. Sie fiel aber am 24. 8. 1689 einer planmäßigen Zerstörung durch die Franzosen anheim, die keines der öffentlichen Gebäude verschonte. Dies gab den Anstoß zur im Zug der Zeit liegenden Verlegung der Residenz nach Rastatt (endgültig 1707). Der Aufbau in Baden zog sich schleppend bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts. Auch nach dem Übergang an das Haus Baden-Durlach 1771 blieb der Stadt an zentralen Funktionen das in seinem Umfang den heutigen Stadtkreis nicht ausfüllende Amt erhalten, zeitweilig wurde sie Sitz von Mittelbehörden. Der Amtsbezirk wurde 1924 aufgelöst, die Stadt aber, in die 1909 Lichtental und Beuren, 1928 Oos und Oosscheuren und 1939 Balg eingemeindet wurden, 1939 ein eigener Stadtkreis.
Ersterwähnung als Stadt: 1288
Wirtschaft: Neben Residenz und Waldreichtum waren die Thermalquellen die eigentliche Lebensgrundlage der Stadt. Seit 1306 ist ihre Nutzung für den bald von Straßburg her stark besuchten Badebetrieb als markgräfliches Lehen belegt. Die »Badkästen« standen in Verbindung mit den 12 Wirts- und Badehäusern, dazu gab es noch Fürsten-, Armen- und Bürger- sowie 2 Freibäder. In völlig neue Dimensionen rückte der Kurbetrieb seit Ende des 18. Jahrhunderts, hauptsächlich aber, als durch Weinbrenner die entsprechenden Anlagen für ein gesellschaftliches Leben geschaffen wurden. Das Weltbad bot vollen Ersatz für die verlorene Residenz. 1765 Bau des Promenadenhauses jenseits der Oos, 1802 in Staatsbesitz. 1821/24 großzügiger Um- und Neubau als Konversationshaus durch Weinbrenner, als Kurhaus noch vielfach verändert. Glücksspiel unter den französischen Pächtern seit 1827 bis 1872, 1933 Spielbank wieder eröffnet. 1839 Baubeginn der Neuen Trinkhalle nach Plänen von H. Hübsch, ausgemalt durch J. Götzenberger mit Motiven aus Schwarzwaldsagen. Neues Dampfbad von Hübsch 1846, Friedrichsbad 1877, Landesbad 1890, Augustabad 1891 (1962 abgebrochen). Inhalatorium 1899. Seit 1845 Bahnanschluss. Im Gefolge von Badeleben und Verkehrserschließung verstärktes Wachstum der Außenbezirke, wo schon vorher große Villen entstanden. Palais Hamilton 1808 durch Weinbrenner für Dr. Maier erbaut, durch Großherzogin Stephanie 1834 erworben und an ihren Schwiegersohn, den Herzog von Hamilton, übergegangen. Erneutes großes Wachstum, nachdem 1945 die Stadt Hauptquartier der französischen Armee und Sitz der Militärregierung wurde.

Name: Hohenbaden; Neues Schloss
Datum der Ersterwähnung: 1257

Ersterwähnung: 0987
Kirchengeschichte: 987 ging die Hälfte der Pfarrkirche an die Nellenburger über, die andere Hälfte des Kirchensatzes blieb bis ins 15. Jahrhundert dem Bistum Speyer. Das Patrozinium Peter und Paul (1256 bzw. 1346) könnte für Weißenburger Beziehungen sprechen. 1245 wurden die badischen Rechte dem Kloster Lichtental übertragen und inkorporiert, um 1400 fiel das Patronat an den Markgrafen zurück. Nach bereits 1412 auftauchenden Plänen 1453 zum Stift für insgesamt 24 Pfründen erhoben, jetzt die Muttergottes Hauptpatronin. 1800 zum Schulstift mit der Aufgabe der Theologenausbildung umgewandelt, aber als solches nach Anfall der Universität Heidelberg an Baden wieder aufgehoben. Die Stiftskirche blieb die Pfarrkirche der Stadt. Frühester Teil die Turmuntergeschosse aus dem 13. Jahrhundert. Umbau zu einer Staffelhalle 1453/77 mit neuem 5/8 Chor. Einbeziehung des Turms ins Langhaus und spätgotische Portalumrahmung. Im 18. Jahrhundert mit barockem Dach und Turmabschluss (doppelter Laterne) wieder instandgesetzt. 1861 barocke Stuckierung und das einheitliche Dach beseitigt, um runde Oberlichter im Mittelschiff zu ermöglichen. Im Innern prachtvolles spätgotisches Sakramentshäuschen, zahlreiche Grabdenkmäler, besonders reich gestaltet an den Wänden des Chores die 13 Monumente regierender Fürsten und ihrer Gemahlinnen: ganz beherrschend das des Markgrafen Ludwig Wilhelm, des Türkenlouis, von 1757. 1967 wurde das Kruzifix des Gerhart von Leiden (1467), eines der ganz großen Werke des »neuen Stils«, vom alten Friedhof in den Chor der Stiftskirche versetzt. Das Spital beim Gernsbacher Tor ab 1351 erwähnt. Kirche der Jungfrau Maria und der 14 Nothelfer, Bau von 1368, einschiffig mit sterngewölbtem Chor, 1963 um ein Joch verkürzt, darin das Gestühl der Stiftskirche von 1512. Diente im 19. Jahrhundert dem anglikanischen, seit 1874 dem altkatholischen Gottesdienst. Die Reformation wurde von Markgraf Bernhard IV. begünstigt, nach seinem Tod 1536 durch eine bayerische Vormundschaft aber unterdrückt, ab 1555 geduldet und seit der erneuten katholischen Vormundschaft von 1569 energisch bekämpft. Baden-Durlach als Besatzungsmacht setzte 1594 einen evangelischen Prediger in der Spitalkirche ein und erzwang 1632 das Simultaneum in der Stiftskirche. Schon 1622 wurden die Kapuziner und Jesuiten als Helfer für die Gegenreformation berufen. Das Kapuzinerkloster außerhalb der Stadt jenseits der Oos auf angeblich Straßburger, im Mittelalter sicher Speyerer Diözesanboden gegründet (Kirche St. Brigida), gehörte zur schwäbischen Ordensprovinz. 1806 säkularisiert, zum Badehotel Badischer Hof umgebaut. Die Jesuitenniederlassung im Bereich der alten Kanzlei wurde 1647 zum Kolleg erhoben mit Marienkirche, seit Aufhebung des Ordens von 1773 bis 1808 Stiftsschule, an der die Stiftsgeistlichen lehrten. 1811 nach Abriss der Kirche Konversationshaus, 1824 in Privatbesitz, 1862 Rathaus. 1670 stiftete der Markgraf das Kloster zum Heiligen Grab, von Lütticher Sepulchrinerinnen besiedelt. Saalkirche St. Josef mit Ausstattung des 18. Jahrhunderts, 1811 in Pensionat und Internat unter Staatsaufsicht umgewandelt. Ein Teil des Stadtbezirks heute zur Pfarrei St. Joseph (vgl. Lichtental). 1832 evangelische Pfarrei errichtet, 1960/64 in Lukas- und Markuspfarrei geteilt, Kirche von 1855. 1864 Orthodoxe Sturdza-Kapelle als private Grabkirche eines rumänischen Fürsten und letztes Werk Klenzes erbaut, 1880 russisch-orthodoxe Kirche. Seit 1833 anglikanische Seelsorge; 1864 Kirche, 1874 altkatholische Pfarrei. 1453 erstmals Lateinschule nachweisbar, 1642 Jesuitengymnasium, 1775 verstaatlicht, mit dem Stift zusammengeschlossen, 1808 nach Rastatt verlegt, 1809 städtische Lateinschule, diese 1836 in Bürgerschule umgewandelt. 1870 Progymnasium, 1876 Gymnasium, Höhere Mädchenschule im Kloster zum Heiligen Grab. 1867 Höhere Töchterschule. Theater von 1867.
Patrozinium: Peter und Paul, später Muttergottes Hauptpatronin
Ersterwähnung: 1256
Jüdische Gemeinde: Juden zunächst nur als Badegäste, im 18. Jahrhundert vorübergehend eine kleine Gemeinde, erst 1861 offizielle Zulassung, 1867 Betsaal, 1898 neuromanische Synagoge, 1938 niedergebrannt; 1956 Gemeinde wiederbegründet.

GND-ID:
  • 7823860-2
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