Besigheim - Altgemeinde~Teilort 

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Typauswahl: Ortsteil – Historisches Ortslexikon
Typ: Teilort
Ersterwähnung: 1153

Ortslage und Siedlung
(bis 1970):
Die alte Stadt mit dem rechtwinkligen Marktplatz und dem imposanten, 1976/77 umgebauten Rathaus liegt auf dem Felssporn bei der Vereinigung von Enz und Neckar. Seit 1936 dehnten sich die Ortserweiterungen auch auf das rechte Neckarufer aus. Neue Wohnsiedlungen schließen nach Süden im »Ingersheimer Feld« (ab 1950) und Südosten im »Schimmelfeld« (ab 1965) an. Im Nordosten nimmt das Neubaugebiet »Neusatz« (ab 1955) die Schlinge östlich des Neckars ein, während westlich der Altstadt die Wachstumsgebiete »Schwalbenhälde«, »Spindelberg« (ab 1950) jenseits von Enz und Bahnlinie entstanden. Das Industriegelände »Auf dem Kies« (nordöstlich) besteht seit 1955.
Historische Namensformen:
  • curtis Basincheim 1153
  • Boesinkain 1253
Geschichte: 1153 curtis Basincheim, 1253 Boesinkain, von Personenname. Das der frühesten Siedlungsschicht angehörige Dorf Besigheim nicht sicher nachweisbar. Ein Reihengräberfeld 1km ostnordöstlich am Neckar könnte etwa die Lage bezeichnen. In salischer Zeit Königsgut. Einen Fronhof in Besigheim schenkte Kaiserin Agnes († 1077) dem elsässischen Kloster Erstein, von dem dieser 1153 an die Markgrafen von Baden kam. Die Markgrafen verlegten die Siedlung zu ihrer Burg und statteten den verkehrsmäßig und militärisch gleichermaßen günstig gelegenen Ort mit dem Marktrecht aus und begannen, ihn wohl in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts zu einer stark befestigten Stadtanlage auszubauen. Zwischen einer unteren und einer oberen Burg - ihre Reste die beiden mächtigen, aus der Zeit um 1220 stammenden Bergfriede - auf dem schmalen, nach Nordosten und Südwesten, den Langseiten, schroff abfallenden Sporn, unmittelbar vor der Einmündung der Enz in den Neckar, entstand die ummauerte Stadt (Areal etwa 160 auf 400m), durchschnitten von der auf dem Rücken des Sporns entlangführenden Hauptstraße und mit rechtwinklig von dieser abzweigenden kurzen Seitengassen. Mauern und Gräben im 19. Jahrhundert größtenteils niedergelegt. Für die im Nordwesten, Westen und Süden angelegten Vorstädte blieb nur wenig Raum. Besigheim 1277 oppidum genannt, 1280 civitas. Die aus dem 15. Jahrhundert erhaltene Stadtordnung ähnelt in manchem der Durlacher, die Stadtordnung von 1587 der von Baden-Baden. Mit dem Burglehen bis 1325 der seit 1231 bezeugte Adel (badische Vögte und Marschälle) belehnt, danach die Sturmfeder, im 15. Jahrhundert auch die von Yberg. Stift Backnang bereits 1245 in Besigheim begütert, später auch Stift Baden, das bis 1806 hier eine Pflege unterhielt. Besigheim musste nach dem unglücklich verlaufenen Krieg gegen Kurfürst Friedrich den Siegreichen mit dem Recht auf Wiedereinlösung an Kurpfalz abgetreten werden. 1529 löste Baden die von der Kurpfalz zeitweise verpfändete und 1504 von Herzog Ulrich von Württemberg eroberte Stadt wieder aus. Die Einwohner erkauften sich bei dieser Gelegenheit die Entlassung aus der Leibeigenschaft, freien Zug, Rechtssicherheit und das Niederlassungsverbot für Juden. Baden veräußerte 1595 Besigheim an Württemberg. Besigheim bildete auch unter Württemberg den Mittelpunkt eines Amts. Das 1808 mit dem Oberamt Bietigheim vereinigte Oberamt Besigheim wurde 1938 aufgehoben, die Stadt dem Landkreis Ludwigsburg zugeteilt. Schwere Schädigungen und hohe BevölkerungsVerluste durch Seuchen im 30jährigen Krieg, Zerstörung der unteren Burg durch die Franzosen 1693. In Besigheim geboren: Christoph Schrempf (1860-1944), Religionsphilosoph.
Ersterwähnung als Stadt: 1277
Wirtschaft: Wirtschaftliche Bedeutung der Stadt beruhte bis ins 19. Jahrhundert auf Weinbau, Landwirtschaft und Handwerk. Mittelpunkt eines lebhaften Weinhandels. Anschluss an die Eisenbahnlinie Stuttgart-Heilbronn 1848. Vor Eisenbahnbau Haupthalteplatz der Langholzflößerei. 1955 Vollendung des Abschnitts Besigheim-Marbach des Neckarkanals Mannheim-Stuttgart. Nach 1839 Ortserweiterung zwischen Enz und Bahnhof, an der Löchgauer Steige, vor dem Oberen Tor und andernorts. Seit 1936 Ausdehnung auf das rechte Neckarufer.

Name: Untere Burg Besigheim. Obere Burg Besigheim.
Datum der Ersterwähnung: 1220 [13. Jahrhundert]

Ersterwähnung: 1257
Kirchengeschichte: Die dem Hl. Cyriacus geweihte Pfarrkirche erstmals 1257 erwähnt. Patronat stand den Markgrafen von Baden zu. Evangelische Stadtkirche beim oberen Turm (oberen Bergfried) aus dem 14./15. Jahrhundert: gewölbter Chor 1383 geweiht, Schiff von 1448, mehrfach verändert, 1847 erhöht, der nordöstlich stehende Turm 1795 erhöht und mit Kuppel abgedeckt. Um 1520 prachtvoller Schnitzaltar aus der Schule Christophs von Urach. Einführung der Reformation 1554/58. 1955 katholische Kirche zum Hl. Kreuz, Pfarrei seit 1958. Lateinschule seit Mitte 15. Jahrhundert bezeugt, Realschule seit 1906, Oberschule seit 1938.
Patrozinium: Hl. Cyriacus
Ersterwähnung: 1257

GND-ID:
  • 4006021-4
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