Schramberg 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Große Kreisstadt
Homepage: http://www.schramberg.de
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Einwohner: 20701
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 257.0
Max. Höhe ü. NN (m): 944.09
Min. Höhe ü. NN (m): 394.77
PLZ: 78132, 78144, 78713

Die Große Kreisstadt (seit 1.1.1971) liegt im Westen des Landkreises Rottweil. Das 80,7 qkm große Stadtgebiet erstreckt sich vorwiegend über den Mittelschwarzwald und hat Anteil am Oberen Schiltach- und Lauterbachwald (Tennenbronn), an den Quelltälern der Kinzig (Kernstadt, Tennenbronn) und den Randplatten des Mittleren Schwarzwalds (Sulgen). Östlich von Heiligenbronn greift die Muschelkalk-Keuper-Hochfläche des Oberen Gäus auf das Areal aus. Die Schiltach markiert an der Grenze zur Stadt Schiltach auf etwa 394 m NN den tiefsten Punkt, während der höchste mit rd. 944 m NN auf der Brunnhölzer Höhe erreicht wird. Der Landesentwicklungsplan weist der Stadt die Funktion eines Mittelzentrums im Ländlichen Raum zu. War der evangelische Teil Tennenbronns altwürttembergisch (Amt Hornberg), fielen der katholische Teil sowie Schramberg, Sulgen und Waldmössingen (alle vorderösterreichisch) 1806 an das Königreich. Die drei Ersteren wurden dem neuen Oberamt Schramberg und 1807 dem Hornberger Bezirk zugeteilt, ehe sie 1810 an das neu geschaffene Oberamt Oberndorf gelangten – außer den nun beiden badischen Tennenbronner Teilen (Amt, 1813 Oberamt Hornberg; 1857 Bezirksamt Triberg; 1924 Bezirksamt bzw. 1939 Landkreis Villingen). Waldmössingen zählte zunächst zum Obervogteiamt Oberndorf, ab 1807 zum Oberamt Rottweil, ab 1810 zum Oberamt Oberndorf. 1938 kamen die württembergischen Orte zum Landkreis Rottweil, zu dem 1973 das 1922 vereinigte Tennenbronn stieß. Während Sulgen 1939 nach Schramberg eingegliedert wurde, erfolgten die Eingemeindungen Waldmössingens und Tennenbronns 1971 sowie 2006.

Teilort

Wohnplatz

aufgegangener Ort

Wüstung

Schramberg liegt am Westrand des Kreisgebietes. Die Entfernung zur Kreishauptstadt beträgt rund 19 Kilometer und ist vom Oberzentrum Villingen-Schwenningen, dem Hauptort des Nachbarkreises Schwarzwald-Baar, etwa 1 Kilometer weiter entfernt. Der Nahbereich von Schramberg ist durchweg als Berggebiet und benachteiligtes Gebiet einzustufen. Die Stadt Schramberg liegt im Mittelschwarzwald und hat Teil an verschiedenen naturräumlichen Untereinheiten. Die Kernstadt ist den Quelltälern der Kinzig zuzurechnen. Sie nimmt die Talweitung der Schiltach zwischen 400–480 Meter über Normalnull ein und verästelt sich in die Nebentäler von Kirnbach, Lauterbach, Göttelbach und Glasbach, so dass sie auch als Fünftälerstadt bezeichnet wird. Die kesselartige Talweitung ist dem morphologisch weichen Rotliegenden zu verdanken, einem leicht erodierbaren roten Trümmergestein des Perms, das – lokal auf die Umgebung von Schramberg (Schramberger Trog) beschränkt – unter dem Buntsandstein ansteht. Dieser bedeckt im Westen die Höhen von Schlossberg und Tösberg sowie die Hochflächen östlich der Schiltach. Im Bereich des Rotliegenden am Kirnbach, Göttelbach und Glasbach von etwas sanfteren Berghängen umgeben, herrschen an Schiltach und Lauterbach oberhalb Schrambergs (Falkensteiner Kapelle) und auch unterhalb (ab Ruine Schilteck) engere Täler und steilere Berghänge, die in den Granit eingeschnitten sind. Das Oberrotliegende tritt im gesamten Stadtgebiet, besonders gut aber an den Felsen des Schlossbergs zutage. Erst ab etwa 700 Meter über Normalnull beginnen die sanfteren Hochflächen. Die Hochfläche westlich der Schiltach gehört mit Schlossberg und Hochsteig zum Oberen Schiltach-Lauterbachwald, dessen Granitoberfläche zwischen Wolfsbühl und Hinterholz im Westen ein Schichtstufenrest (Hochsteig-Härtsköpfle) des Mittleren Buntsandsteins als nochmals rund 90 Meter höheres Stockwerk aufsitzt. An der Grenze des Buntsandsteins zum wasserstauenden Granit liegt ein Quellhorizont, an dem alle zur Schiltach strebenden Bäche ihren Anfang nehmen und die Granithochfläche zerschneiden. Der verwitternde Granit bildet große rundliche Blöcke (Wollsäcke), die am Rande des Lauterbachtals auch zu Felsburgen aufgetürmt sind und oberhalb der Lauterbachfälle bis zum Elisabethenfelsen als Blockmeer erscheinen. Als Aussichtspunkt ist der Schlossberg der Ruine Hohenschramberg zu erwähnen; die Ruine gründet auf Konglomeraten des Mittleren Buntsandsteins. Die etwas komplizierte geologische Situation Schrambergs ist einer großen, wiederholt aufgelebten Verwerfungszone (Schramberger Graben) zu verdanken, deren im Tertiär aktivierte Hauptverwerfung heute das Gebiet westlich der Schiltach von der Ruine Schilteck bis zum Kreuzfelsen nach Südsüdost durchzieht, dort die Schiltach quert und sich über Hardt nach Süden in den Königsfelder Graben fortsetzt. Im höheren westlichen Teil wurde die Buntsandsteindecke weitgehend abgetragen, im östlichen abgesunkenen Flügel blieb sie erhalten; die Schiltach durchschnitt längs der Schwächezone von der Kinzig her den Granitrumpf, räumte den hangenden Buntsandstein ab und legte das liegende Rotliegende des Schramberger Troges frei, um im gehobenen westlichen Flügel oberhalb des Kreuzfelsens im Bernecktal erneut den Granit anzuschneiden. Der Stadtteil Sulgen und alle anderen auf der Hochfläche östlich der Schiltach gelegenen Weiler und Zinken gehören zu den Randplatten des Mittleren Schwarzwaldes. Das sind sanft nach Osten geneigte Hochflächen im Oberen Buntsandstein (Plattensandstein), welche durch nur wenig eingeschnittene, zur Eschach entwässernde Täler modelliert werden und ausgedehnte Waldungen tragen. Die der Schiltach mit starkem Gefälle (rund 80–100 Promille) zufließenden Bäche entspringen im Wald oder in Quellmulden auf kleinen Rodungsinseln. Die Quellen dienen hauptsächlich der Versorgung der Einzelhöfe. Die Bäche sind relativ naturnah belassen, verlaufen alle überwiegend im Wald und weisen eine Gewässergüte der Klasse I–II auf, die etwas stärker belastete Schiltach unterhalb von Schramberg erreicht durchschnittlich die Güteklasse II. Die zur Eschach fließenden Bäche haben mit 8–10 Promille, dem danubischen Flachrelief entsprechend, ein wesentlich geringeres Gefälle. Ihr Einzugsgebiet ist für die Wasserversorgung von Schramberg von besonderer Bedeutung. Daher liegt zwischen Rötenberg und Hardt eine geschlossene Zone von Wasserschutzgebieten mit über 40 Quadratkilometer Fläche. Die Stadt Schramberg ist dabei im Verbundsystem dem Zweckwasserverband Kleiner Heuberg, dem Zweckverband Wasserversorgung Eberbachgruppe und dem Zweckverband Wasserversorgung Oberer Neckar angeschlossen. Das repräsentative Messnetz der Landesanstalt für Umweltschutz zur Grundwasserbeschaffenheit bestätigt den für Schramberg wichtigen Grundwasservorkommen und Quellen in der Regel Trinkwasserqualität. Allerdings unterliegen die Waldböden des Oberen Buntsandsteins bei von Natur aus niedrigen pH-Werten leicht zusätzlicher anthropogen bedingter Versauerung mit der Folge der Auswaschung von Aluminium-Ionen, die in den sandig-lehmigen Periglazialdecken (Mehrschichtböden) schnell in die Oberflächengewässer gelangen und zur weiteren Versauerung beitragen. Zu erwähnen ist, dass Schramberg 1971 eine Bohrung auf Thermalwasser unternommen hat, die, bis auf etwa 670 Meter niedergebracht, aber keinen Erfolg zeitigte. Die natürliche (potenzielle) Vegetation des Gemeindegebietes ist weniger von den Böden als vom Klima und besonders von den Niederschlagshöhen abhängig. Derzeit sind 37 Prozent der Fläche Schrambergs bewaldet; wobei Nadelbäume mit 97 Prozent (63 Prozent Fichte, 22 Prozent Tanne, 12 Prozent Kiefer) vorherrschen. Für die noch kollinen bis submontanen Höhen von unter 500–600 Meter über Normalnull würde von Natur aus auf relativ tiefgründigen aber nährstoffarmen Grus- und Mischlehm-Standorten (podsolierte Braunerden) ein atlantisch-submontaner Buchenwald mit Tanne und Traubeneiche wachsen. Dem würde im rhenanischen Gebiet der Kinzigquelltäler pflanzensoziologisch der Hainsimsen-Buchenwald mit Eiche als Regionalgesellschaft entsprechen. Bachbegleitend wären auch Schlucht- und Ahorn-Eschen-Wälder sowie auf feinerdearmen felsigen Standorten Birken-Traubeneichen-Wälder zu erwarten. In höheren Lagen wäre dem regionalen Hainsimsen-Buchenwald bei großer Konkurrenzkraft der Buche die Tanne stärker beigemischt. Auf den Randplatten bei Sulgen und Heiligenbronn wären statt der heute dort vorherrschenden Fichten-Kiefern-Forsten differenziertere Waldgesellschaften natürlich. Regional würden Labkraut-Tannenwälder mit durchaus starker Beimischung von Buche herrschen; abflussträge, staunasse Senken wären Moorkiefernwäldern mit Birke und Sumpfheidelbeere vorbehalten, Grauerlen-Weiden-Gehölze würden die Bäche säumen. Naturschutzgebiete sind im Gemeindebereich nicht ausgewiesen. Unter Landschaftsschutz stehen das Schiltach- und Bernecktal mit rund 500 Hektar Fläche mit dem Zweck, das schöne Landschaftsbild und den Landschaftscharakter zu erhalten. Das Landschaftsschutzgebiet Römerkastell (60 Hektar) bei Fluorn-Winzeln reicht in den Bereich der Gemeinde hinein. Als Flächenhafte Naturdenkmale sind in Sulgen der Wiesenwaldweiher und der Vierhäuser-Waldteich geschützt, um die Lebensräume seltener, in ihrem Bestand bedrohter Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Daneben sind zahlreiche Biotope durch den Paragraphen 24 des Naturschutzgesetzes auch ohne Schutzverordnung geschützt. Dazu gehören laut der Bewertung des Regionalen Landschaftsrahmenplans: Rappenfelsen und Teufelskopf, Schlossberg und Hohenschramberg sowie das untere Trombachtal. Bei stagnierender bis rückläufiger Entwicklung im Produktionssektor hätte der Erholungsort Schramberg aufgrund seiner reizvollen Umgebung durchaus gewisse Entwicklungschancen im Fremdenverkehr. Im Regionalplan ist die Umgebung Schrambergs als Vorranggebiet für Ferienerholung ausgewiesen. Zum 1.5.2006 wurde Tennenbronn nach Schramberg eingemeindet.Die ehemalige Markung Tennenbronn bildet die Südwestecke des Landkreises. Die Markungsfläche liegt auf der Ostabdachung des Mittelschwarzwaldes und hat teil an dessen naturräumlichen Einheiten Oberer Schiltach- und Lauterbachwald im Westen und den Quelltälern der Kinzig im unmittelbaren Bereich beiderseits der Schiltach; mit der Höhe Sieh-dich-für und bei Kalkecken werden im Osten die Randplatten des Mittleren Schwarzwaldes und im Südosten am Brogen die Königsfelder Randhöhen gerade noch erreicht. Geologisch betrachtet, vollzieht sich auf der ehemaligen Markung Tennenbronn die relativ sanfte Absenkung von der Scheitelregion des Mittelschwarzwaldes zur Kinzigmulde. Die größten Höhen liegen im Südwesten und Westen bei fast 950 Meter über Normalnull an der Brunholzer Höhe, über 920 Meter über Normalnull am Windkapf, 890 Meter über Normalnull am Steigers Eck und immer noch 860 Meter über Normalnull an der Falkenhöhe im Nordwesten, im Süden mit rund 890 Meter über Normalnull am Brogen; sie fallen nach Nordosten ein, erreichen am Sieh-dich-für noch rund 820 Meter über Normalnull und im Nordosten gegen Lauterbach bei Purpenhalden-Reute rund 720 Meter über Normalnull. Damit schwächt sich die von der Kinzig herauf greifende Erosion nach anfänglich äußerst tiefem Einschneiden der Schiltach flussaufwärts ab, so dass die eindrucksvolle Felsenschlucht des Bernecktals zwischen Ruine Falkenstein/Schlossberg und dem Ramstein oberhalb der Schleifebachmündung in ein Sohlental übergeht; in der Schlucht herrscht ein durchschnittliches Gefälle von 48, oberhalb davon bis zur Gersbachmündung ein solches von 9 Promille. Dementsprechend sind auch die weiter oberhalb mündenden Seitenbäche zwar noch bis 150 Meter tief in die umgebenden Hochflächen eingesenkt, beginnen aber als Mulden oder Wannen und behalten eine Talsohle wechselnder Breite bis zur Mündung bei. Dadurch ist beiderseits der Schiltach ein breiter Rahmen flacher bis plattenartiger Rücken aus Buntsandstein erhalten geblieben. Er wird nur von der Schiltach selbst und ihren Nebenbächen zwar angenagt, aber nur von der Schiltach und den Unterläufen der Seitenbäche bis aufs Grundgebirge durchschnitten. Dieses besteht auf ehemaliger Tennenbronner Markung aus Graniten des Triberger Granitkomplexes, überwiegend Zweiglimmergranit, der von dicht gescharten Granitporphyrgängen durchzogen ist, welche im Talschluss der Unterschiltach bei Hub auch schlotartig aufgedrungen sind. Die Buntsandsteindecke setzt mit Konglomeraten des Mittleren Buntsandsteins ein, gefolgt vom Karneolhorizont, dem Plattensandstein des Oberen Buntsandsteins aufliegt; dieser bedeckt die Brunholzer Höhe, die Benzebene bis zur Falkenhöhe und die von ihnen ausgehenden Rücken von Winterecke, Gersbacher Winterecke, Hinterecke bis zur Ramsteiner Höhe. An der Winterecke liegt bei 900 Metern über Normalnull sogar noch ein Rest von Röttonen. Als Zeuge und Rest der ehemals zusammenhängenden Buntsandsteindecke ist der allseitig von der Erosion erfasste und inzwischen isolierte Mittelberg (843 Meter über Normalnull) zu betrachten. Da die Granite Wasserstauer sind, treten an der Grenze zum Buntsandstein viele Quellen aus. Darum liegen dort meist die Einzelhöfe und Zinken wie am Bühl oberhalb des Affentäles, im Gersbach, im Dobel oder im Unterschiltachtal unter dem Langenberg. Bemerkenswert sind die tief eingesenkten zirkusartigen Talschlüsse mit flachen Böden wie beim Schachenbach, Schwarzenbach, Gersbach, am Trombach und bei Purpen/Purpenhalden. Es handelt sich um würmzeitliche Firngruben; auch die regelmäßig gegenüber den Sommerhalden versteilten Schattenhänge zeigen, dass hier in den Kaltzeiten ganzjährig Schnee- oder Firnmassen überdauerten. Am Schachenbronn liegt sogar ein kleiner Wall, der als Endmoräne zu deuten ist. Die damalige regionale Schneegrenze muss etwa bei 850 Meter über Normalnull oder wenig darüber gelegen haben. Der Ortskern von Tennenbronn liegt auf einer Schotterterrasse der Schiltach, wobei die evangelische Kirche auf einem die Schotter durchragenden Granitkopf steht. Außer örtlichen kleinen Entnahmestellen zur Gewinnung von Schottern (Granitporphyr) oder Sand (Granitgrus, Buntsandstein) sind keine mineralischen Bodenschätze bekannt. Allerdings ist am Mittelberg ein Eisenerzgang (Roteisenerz, Eisenglanz mit Schwerspat) bis ins 19. Jahrhundert hinein abgebaut worden. Gewannbezeichnungen wie Spalt, Katzenloch, Muckenloch lassen auf (mittelalterliche?) Bergbauversuche schließen, die im Bereich von Gängen mit Erzführung der Kobalt-Nickel-Silber-Formation unternommen wurden, vorzugsweise aber Eisen und Mangan galten. Der Neigung der Gesamtscholle entsprechend, verlaufen die Seitenbäche der Schiltach mit Ausnahme der Unterschiltach und des Schleifebachs nach Südosten oder Osten; das ist die alte (danubische) Entwässerungsrichtung zur tertiären Ur-Eschach, die infolge des Einsinkens der Kinzigscholle gestört und später durch die jüngere, von der Kinzig mit starkem Gefälle herauf greifende Schiltach zerschnitten wurde. Die Wasserversorgung erfolgt ausschließlich aus den vorhandenen Quellen, der Hubquelle, Eichbach-, Wiesen- und Weiherquelle sowie der Waldquelle. Daneben haben Einzelhöfe eigene Hofquellen. Wasserschutzgebiete wurden für die Hubquelle unter dem Brogenwald sowie zum Schutz von Wiesen-, Eichbach- und Weiherquelle im Norden der Markung ausgewiesen. Das Rohwasser muss entsäuert und entkeimt werden. Die minimale Schüttung beträgt noch rund 28 Kubikmeter pro Stunde, so dass derzeit die Wasserversorgung gewährleistet ist. Amtlich ausgewiesene Natur- und Landschaftsschutzgebiete bestehen nicht; indessen sind im Regionalen Landschaftsrahmenplan das Bernecktal und seine Flanken sowie das obere Tal der Schiltach wegen ihrer wichtigen Funktion im ökologischen Verbund als Landschaftsschutzgebiet geplant. Daneben unterliegen die Felsen, die naturnahen Gewässerläufe und die im Tennenbronner Gebiet noch häufigen Besenginsterheiden auch ohne besondere Ausweisung dem Schutz des Paragraphen 24 des Naturschutzgesetzes.

Am Ende des Alten Reiches wurde die Herrschaft Schramberg, Patrimonialamt des Oberamtes Rottenburg der vorderösterreichischen Grafschaft Hohenberg, im Frieden von Preßburg vom 26. Dezember 1805 dem Königreich Württemberg zugesprochen und am 25. Januar 1806 als neuwürttembergisches Gebiet in Besitz genommen. Am 25. April 1807 wurde das bisherige Oberamt der Herrschaft Schramberg in ein bis 1826 bestehendes Unteramt umgewandelt und dem Oberamt Hornberg sowie dem Kameralamt St. Georgen zugeteilt. Durch die Mediatisierung wurde kurzzeitig die jahrhundertelange Insellage der vorderösterreichischen Herrschaft Schramberg aufgehoben, die in ihrer 222jährigen Zugehörigkeit zum Haus Habsburg fast vollständig vom Herzogtum Württemberg, der Reichsstadt Rottweil und entlang kleinerer Grenzteile auch von anderen Nachbarterritorien umgeben war. Die für die Gemeinde Schramberg zunächst sehr günstige Lage änderte sich aber wieder mit dem Staatsvertrag zwischen dem Königreich Württemberg und dem Großherzogtum Baden vom 2. Oktober 1810, durch den das Oberamt Hornberg und das Kameralamt St. Georgen badisch wurden und die Gemeinde Schramberg im Norden, Süden und Westen erneut in eine Grenzlage geriet. 1809 wurde das Patrimonialgericht der Grafen von Bissingen-Nippenburg aufgehoben und 1810 die Gemeinde Schramberg dem neuen Oberamt Oberndorf zugeteilt. Die Ablösung der alten Lasten in der ehemaligen Herrschaft Schramberg erstreckte sich im 19. Jahrhundert über mehrere Jahrzehnte. 1818 verzichteten die Grafen von Bissingen auf alle Hoheits-, Gerichts-, Vogtei- und Polizeirechte und die damit verbundenen Gefälle gegen Entschädigung. Am 12. November 1837 wurde ein Vergleich über die Ablösung leibherrlicher Leistungen und grundherrlicher Abgaben abgeschlossen, dem in den 1840er Jahren weitere Regelungen folgten. Die Ablösung der alten Lasten kam 1851 weitgehend zum Abschluss, erstreckte sich mit der Zehntablösung aber noch bis 1871. 1818 fanden in der Gemeinde Schramberg die ersten Gemeinderats- und Bürgerausschusswahlen und 1832 die erste Schultheißenwahl statt. Die schwierigen sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse als Folge von Grenzlage und Ablösung der alten Lasten verstärkten im Vormärz die Bereitschaft zu politischen Veränderungen, weshalb die Gemeinde Schramberg zum Zentrum der Revolution von 1848/49 im Mittleren Schwarzwald wurde. Am 26. September 1848 begann die Bürgerwehr mit einem Marsch zum Cannstatter Volksfest, den sie aber nach der Niederlage der badischen Revolutionäre am 27. September 1848 abbrach, was die Besetzung durch württembergisches Militär zur Folge hatte. Ein 1849 erneut geplanter Marsch nach Stuttgart kam nicht mehr zustande. Aufgrund der zunehmenden industriellen Bedeutung und der wachsenden Einwohnerzahl wurde die Gemeinde Schramberg am 7. September 1867 zur Stadt erhoben, in die Gruppe der Gemeinden II. Klasse eingereiht. Sie war damals die größte Gemeinde im Oberamt Oberndorf. In den 1880er Jahren entwickelte sich die Parteienlandschaft des Kaiserreichs: 1884 wurde ein linksliberaler Demokratischer Volksverein gegründet, der sich 1906 mit dem Demokratischen Bürgerverein vereinigte und 1910 in der Fortschrittlichen Volkspartei aufging, 1887 ein der nationalliberalen Deutschen Partei angehörender Nationaler Verein und 1888 ein Arbeiterverein, der sich 1891 nach dem Ende des Sozialistengesetzes der SPD anschloss und zum Vorort des 8. Reichstagswahlkreises wurde. Aus der mehrheitlich katholischen Bevölkerung entstand 1904 ein Zentrumsverein. 1902 erreichte die Stadt Schramberg durch das kontinuierliche Bevölkerungswachstum die Aufnahme in die Gruppe der Gemeinden I. Klasse mit über 10000 Einwohnern. Infolge der großen Arbeiterschaft wurde die Industriestadt Schramberg auch zu einem bedeutenden Zentrum der konfessionellen Arbeitervereine und der verschiedenen Richtungsgewerkschaften: 1871 wurde als eine der ersten Gewerkschaften des Königreichs ein Gewerkverein der Porzellan- und verwandten Arbeiter der sozialliberalen Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine gegründet, 1888 der erste Evangelische Arbeiterverein in Württemberg, 1894 die sozialdemokratischen Freien Gewerkschaften, 1896 ein Katholischer Arbeiterverein, 1898 die katholisch geprägten Christlichen Gewerkschaften, 1909 ein Katholischer Arbeiterinnenverein und schließlich 1919 auch ein Evangelischer Arbeiterinnenverein. Als erste Zeitung erschien 1873 der Schwarzwälder Postillion, der ab 1877 der Deutschen Partei nahe stand und 1892 in Schramberger Anzeiger umbenannt wurde. Das Zentrum brachte 1901 das Schramberger Tagblatt heraus, kaufte 1908 den Schramberger Anzeiger auf und veröffentlichte seitdem das Schwarzwälder Tagblatt als Organ des Kirchen-, Partei- und Vereinskatholizismus. Die Fortschrittliche Volkspartei gründete 1908 in Stuttgart den Schwarzwälder Grenzboten, der 1912 nach Schramberg verlegt wurde und seitdem als Schramberger Zeitung erschien. Ende 1918 schlossen sich der Nationale Verein und die Fortschrittliche Volkspartei in der DDP zusammen. Die Schramberger Zeitung wurde 1918 von der Uhrenfabrik Gebrüder Junghans erworben und stand seitdem der DDP und der DVP nahe. Während der Novemberrevolution wurde am 16. November 1918 ein Arbeiterrat aus 24 Mitgliedern der SPD, der DDP und des Zentrums sowie der verschiedenen Richtungsgewerkschaften gebildet, der bis zum 25. Juni 1919 bestand. 1919 wurden der Bürgerausschuss abgeschafft, das Verhältniswahlrecht eingeführt, die Zahl der Gemeinderäte von bisher zwölf auf 20 erhöht und mit Theresia Bantle (1884–1973) vom Zentrum und Bertha Kuhnt (1872–1929) von der SPD erstmals auch zwei Frauen gewählt. Mit der Spaltung der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung entstanden 1919 zunächst eine USPD-Ortsgruppe und 1920 auch eine KPD-Ortsgruppe. 1921 konnte die SPD mit der Schwarzwälder Volkswacht eine eigene Zeitung herausgeben. Die Weimarer Republik wurde in der Stadt Schramberg überwiegend durch das Zentrum, die SPD und die DDP geprägt. Die Reichstags- und Landtagswahlen während des Kaiserreichs zeigten folgendes Bild: Nach längerer Vorherrschaft der Deutschen Reichspartei beziehungsweise Deutschen Partei waren die Reichstagswahlen zunehmend durch den Aufstieg des Zentrums (1890: 4,9 Prozent, 1893: 16,8 Prozent, 1898: 27,2 Prozent, 1903: 25,4 Prozent, 1907: 39,9 Prozent) und der SPD (1890: 1,3 Prozent, 1893: 24,2 Prozent, 1898: 25,4 Prozent, 1903: 20,6 Prozent, 1907: 32,3 Prozent, 1912: 36,8 Prozent) gekennzeichnet. Auch bei den Landtagswahlen erreichten vor allem das Zentrum (1895: 43,9 Prozent, 1900: 37,1 Prozent, 1906: 44,1 Prozent, 1907: 42,2 Prozent, 1908: 54,0 Prozent, 1912: 43,7 Prozent) und die SPD gute Ergebnisse (1895: 21,6 Prozent, 1900: 16,4 Prozent, 1906: 26,0 Prozent, 1907: 27,4 Prozent, 1908: 26,8 Prozent, 1912: 33,7 Prozent). Die Wahlerfolge des Zentrums waren ab 1906 der Kandidatur des Schramberger Zentrumspolitikers Josef Andre (1879–1950) aus der katholischen Arbeitervereins- und christlichen Gewerkschaftsbewegung zu verdanken, der von 1907 bis 1933 dem württembergischen Landtag, 1919 der Verfassunggebenden Landes- und Nationalversammlung und von 1920 bis 1928 auch dem Reichstag angehörte. Bei den Wahlen zur Verfassunggebenden Nationalversammlung am 19. Januar 1919 entfielen 43,0 Prozent auf die SPD, die an dieses Spitzenergebnis aber nicht mehr anknüpfen konnte, 37,2 Prozent auf das Zentrum, 16,6 Prozent auf die DDP und 2,3 Prozent auf die USPD. In der Weimarer Republik setzte sich das Zentrum bei den Reichstagswahlen von 1920 bis 1933 als führende politische Kraft mit einem Mittelwert von 35,9 Prozent durch. Die SPD hatte zwar ebenfalls einen stabilen Kern von Stammwählern, die Wahlergebnisse waren aber teilweise sehr unterschiedlich und lagen bei einem Mittelwert von 20,7 Prozent. Vor allem die USPD (1920: 13,4 Prozent) und die KPD mit einem Mittelwert von 12,1 Prozent stellten eine starke Konkurrenz für die SPD dar. Die DDP war der allgemeinen Entwicklung entsprechend mit einem Mittelwert von 8,6 Prozent vom zunehmenden Zerfall des Liberalismus betroffen und erreichte am 5. März 1933 nur noch 3,1 Prozent. Die NSDAP konnte zwar ihre Ergebnisse kontinuierlich verbessern, dennoch blieb sie immer deutlich unter dem Reichs- und Landesdurchschnitt (1928: 0,4 Prozent, 1930: 6,3 Prozent, 1932–1: 15,1 Prozent, 1932–2: 17,6 Prozent, 1933: 25,9 Prozent). Bei der Wahl zur Verfassunggebenden Landesversammlung am 12. Januar 1919 entfielen 42,7 Prozent auf die SPD, 36,0 Prozent auf das Zentrum, 16,6 Prozent auf die DDP und 3,1 Prozent auf die USPD. Das Zentrum war auch bei den Landtagswahlen von 1920 bis 1932 mit einem Mittelwert von 37,0 Prozent die führende politische Kraft. Die Ergebnisse der SPD waren mit einem Mittelwert von 22,3 Prozent wechselhaft und ebenfalls von der Konkurrenz durch USPD (1920: 13,4 Prozent) und KPD mit einem Mittelwert von 8,9 Prozent gekennzeichnet. Der Zerfall der DDP war allerdings mit einem Mittelwert von 12,4 Prozent nicht so stark wie bei den Reichstagswahlen. Die Ergebnisse der NSDAP entsprachen den Ergebnissen der Reichstagswahlen (1928: 0,4 Prozent, 1932: 18,1 Prozent). 1930 wurde in der Stadt Schramberg – nach einem Vorläufer 1922 bis 1923 – eine NSDAP-Ortsgruppe gegründet. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde der Gemeinderat nach dem Ergebnis der Reichstagswahl vom 5. März 1933 umgebildet: Zehn Gemeinderatsmandate entfielen auf das Zentrum, sieben auf die NSDAP und eines auf die Kampffront Schwarz-Weiß-Rot. Die Arbeiterbewegung wurde durch Verbote und Verhaftungen zerschlagen. Die Schramberger Zeitung wurde von der NSDAP aufgekauft, in deren Verlag am 1. Juli 1933 die NS-Wacht erschien. Am 3. Juni 1933 wurde der bisherige Oberbürgermeister Eugen Ritter (1880–1940) amtsenthoben und am 6. Juni 1933 durch den zunächst kommissarischen NSDAP-Bürgermeister Fritz Klingler (1901–1936) ersetzt, der am 20. Januar 1934 formell als Bürgermeister eingesetzt wurde und dem am 12. Dezember 1936 Dr. Fritz Arnold (1899–1972) folgte. Bei der Volksabstimmung vom 12. November 1933 stimmten von 8316 Wählern 7508 für die NSDAP (90,3 Prozent), 808 Stimmen waren ungültig (9,7 Prozent). 1934 wurde in Schramberg die NSDAP-Kreisleitung für das Oberamt Oberndorf eingerichtet. Am 31. August 1935 musste das Schwarzwälder Tagblatt das Erscheinen einstellen. Durch die Einführung der Deutschen Gemeindeordnung am 1. Oktober 1935 wurde die Zahl der Gemeinderäte auf zwölf Ratsherren mit NSDAP-Mitgliedschaft beschränkt. Bei der Auflösung des Oberamtes Oberndorf kam die Stadt Schramberg 1938 zum Landkreis Rottweil. Die NSDAP-Kreisleitung wurde deshalb 1938 auch von Schramberg nach Rottweil verlegt. Am 1. April 1939 erfolgte die Eingemeindung des Nachbarortes Sulgen mit 3245 Einwohnern, der 1934 aus der Vereinigung der beiden Gemeinden Sulgau und Sulgen hervorgegangen war und zu dem auch die beiden Ortsteile Heiligenbronn und Schönbronn gehörten. In der NS-Zeit wurden sechs Männer in Konzentrationslagern oder Zuchthäusern ermordet, einige Geistes- und Körperbehinderte im Rahmen der »Euthanasieaktion T 4« getötet und einige Sinti in Konzentrationslager verschleppt, wo sie teils starben. Die einzige jüdische Familie, nämlich die von Moritz Meyer (1889–1970), Besitzer der zwangsweise verkauften Schramberger Majolikafabrik, konnte durch Auswanderung nach Großbritannien überleben und kehrte 1949 zurück. 997 Bürger der Stadt Schramberg sind als Soldaten gefallen oder wurden als vermisst gemeldet. In der Industriestadt Schramberg wurden 2750 Fremd- und Zwangsarbeiter eingesetzt. Bei einem einzigen größeren Bombenangriff kamen am 21. März 1945 13 Menschen ums Leben. Am 20. April 1945 wurde die Stadt Schramberg von Einheiten der 1. Französischen Armee besetzt, wobei es kaum mehr zu Kampfhandlungen kam, aber dennoch sechs Menschen umkamen. Nach der Besetzung der Stadt Schramberg wurde am 22. April 1945 Christian Beiter (1908–1979) zum kommissarischen Bürgermeister durch die französische Besatzungsmacht ernannt, der am 24. Mai 1945 einen Beirat aus Mitgliedern der Parteien und Gewerkschaften der Weimarer Republik berief. Zur Information der Bevölkerung erschien vom 28. April 1945 bis zum 20. Oktober 1945 das Mitteilungsblatt Schramberger Anzeiger. Am 24. Mai 1945 nahm ein Ausschuss für politische Säuberung seine Tätigkeit auf. Am 12. April 1946 wurde die Gewerkschaft Metall-, Uhren- und verwandte Industrien gegründet, aus der 1949 die Verwaltungsstelle Schramberg der Industriegewerkschaft Metall wurde, die 2000 in der neuen Verwaltungsstelle Freudenstadt aufging. Am 2. Mai 1946 wurde die KPD, am 29. April die CDU, am 27. Mai 1946 die SPD und als letzte Partei in dieser Zeit an einem unbekannten Datum die DVP (ab 1948: FDP/DVP) gegründet. Mit dieser auf der Grundstruktur der Weimarer Republik beruhenden Parteienlandschaft begann der demokratische Neubeginn in Schramberg. Die meisten Parteien knüpften an ihre früheren politischen Lager und sozialmoralischen Milieus an. Die CDU löste sich aber aus der Tradition des früher vollständig katholisch geprägten Zentrums und öffnete sich als interkonfessionelle Volkspartei auch evangelischen Mitgliedern und Wählern, blieb aber im Kern mehrheitlich katholisch geprägt. Für die Entwicklung der CDU und SPD und ihren Generationenwechsel waren außerdem 1959 die Gründung der Jungen Union und 1968 einer Arbeitsgemeinschaft der Jungsozialisten nachhaltig prägend. 1994 entstand zuletzt die kommunalpolitische Vereinigung Buntspecht, die mit den Grünen und der ÖDP verbunden ist. Bei der ersten Gemeinderatswahl am 15. September 1946 erreichte die CDU als seitdem führende kommunalpolitische Kraft acht Gemeinderatsmandate, die SPD vier, die KPD und die Freien Wähler mit der DVP erreichten jeweils ein Gemeinderatsmandat. Außerdem wurde am 15. September 1946 der bisherige kommissarische Bürgermeister Christian Beiter formell gewählt. 1946 wurde eine bereits früher bestehende Geschäftsstelle und Redaktion des Schwarzwälder Boten neu eröffnet. 1950 erschien als vierte Lokalausgabe der Schwäbischen Zeitung außerdem auch das Schwarzwälder Tagblatt wieder, das an die frühere Tradition einer Zeitung des Kirchen-, Partei- und Vereinskatholizismus anknüpfte und der CDU nahe stand. Bei den Bundestagswahlen von 1949 bis 1998 war stets die CDU mit einem Mittelwert von 48,1 Prozent die führende politische Kraft, deren Ergebnisse teilweise sogar deutlich über dem Bundes- und Landesdurchschnitt lagen, so dass die Stadt und Große Kreisstadt Schramberg als Hochburg der CDU bezeichnet werden kann. Abgesehen von der ersten Bundestagswahl 1949 stand an zweiter Stelle immer die SPD, die mit einem Mittelwert von 34,0 Prozent zwar fast stets unter dem Bundesdurchschnitt, aber meistens über dem Landesdurchschnitt lag. Die FDP/DVP hat mit einem Mittelwert von 10,1 Prozent vor allem seit 1994 deutlich Wähler verloren. Ihre Wahlergebnisse lagen zwar häufig über dem Bundes-, aber meistens unter dem Landesdurchschnitt. Die Grünen erreichten mit einem Mittelwert von 4,6 Prozent nur unter dem Bundes- und Landesdurchschnitt liegende Ergebnisse. 1947 entfielen bei den Landtagswahlen in Südwürttemberg-Hohenzollern 45,2 Prozent auf die CDU, 23,2 Prozent auf die SPD, 21,8 Prozent auf die DVP und 9,8 Prozent auf die KPD. Bei den Landtagswahlen von 1952 bis 2001 war die CDU wie bei den Bundestagswahlen mit einem Mittelwert von 48,5 Prozent die führende politische Kraft. Mit wenigen Ausnahmen lagen die Ergebnisse der CDU fast immer über dem Landesdurchschnitt. Die Ergebnisse der SPD blieben mit einem Mittelwert von 32,2 Prozent teilweise über und teilweise unter dem Landesdurchschnitt, sanken seit 1972 deutlich ab und stiegen erst 2001 wieder an. Die FDP/DVP erreichte mit einem Mittelwert von 9,7 Prozent überwiegend unter dem Landesdurchschnitt liegende Ergebnisse, die seit 1969 sehr deutlich abgenommen haben. Die Grünen liegen seit 1980 mit einem Mittelwert von 5,2 Prozent ebenfalls unter dem Landesdurchschnitt. Ebenso lag die NPD 1968 mit 6,8 Prozent unter dem Landesdurchschnitt, genau wie die Republikaner 1992 mit 9,2 Prozent, die aber 1996 mit 10,2 Prozent über dem Landesdurchschnitt lagen, um dann aber wieder 2001 mit 4,1 Prozent unter den Landesdurchschnitt zu fallen. Im Rahmen der Gebiets- und Kreisreform kam es am 1. Dezember 1971 zur Eingemeindung der Gemeinde Waldmössingen in die Stadt Schramberg, welche somit die 20000-Einwoh¬nermarke überschritt und am 1. Januar 1972 zur Großen Kreisstadt erhoben wurde. Bürgermeister Dr. Konstantin Hank (1907–1977) wurde zum Oberbürgermeister ernannt. Mit Inkrafttreten des Kreisreformgesetzes am 1. Januar 1973 wurde Schramberg mit dem Landkreis Rottweil nach bisheriger Zugehörigkeit zum Regierungsbezirk Tübingen jenem von Freiburg zugeordnet. Am 7. Juni 1974 schloss sich die Große Kreisstadt Schramberg mit den benachbarten Gemeinden Aichhalden, Hardt, Lauterbach und Tennenbronn zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen. Der 1958 abgeschlossene Freundschaftsvertrag zwischen den Städten Schramberg und Hirson war eine der ersten deutsch-französischen Städtepartnerschaften in Deutschland. 1963 folgten ein Freundschaftsvertrag mit der Stadt Lachen in der Schweiz und 1964 mit der Stadt Marcinelle in Belgien. 1978 wurde die Große Kreisstadt Schramberg wegen ihres besonderen Engagements zur Gemeinde Europas ernannt und erhielt die Europa-Fahne. 1989 wurde ein weiterer Freundschaftsvertrag mit der Stadt Cakovec in Jugoslawien geschlossen, der 1994 nach der Unabhängigkeit Kroatiens erneuert wurde. Beziehungen werden außerdem zur Stadt Pilisvörösvar in Ungarn unterhalten. Die Städtepartnerschaften werden vor allem durch den Verein für Städtepartnerschaften durch internationale Jugendbegegnungen und zahlreiche Schulpartnerschaften getragen. Die Wahlbeteiligung bei den Europawahlen von 1979 bis 1999 lag in der Großen Kreisstadt Schramberg immer unter dem Bundes- und Landesdurchschnitt. Wie bei den Bundes- und Landtagswahlen war auch bei den Europawahlen die CDU die führende politische Kraft und lag mit einem Mittelwert von 50,8 Prozent über dem Bundes- und Landesdurchschnitt. Die unterdurchschnittlichen Ergebnisse der SPD gingen mit einem Mittelwert von 28,6 Prozent kontinuierlich zurück. Die Ergebnisse der FDP lagen mit einem Mittelwert von 6,0 Prozent und fallender Tendenz meistens über dem Bundes-, aber unter dem Landesdurchschnitt. Auch die Grünen erreichten mit einem Mittelwert von 6,0 Prozent nur unterdurchschnittliche Ergebnisse. Die Republikaner waren mit einem Mittelwert von 4,8 Prozent bei den Europawahlen mit fallender Tendenz weniger erfolgreich als bei den Bundestags- und Landtagswahlen.

Wappen von Schramberg

In Schwarz ein rot bewehrter und rot bezungter goldener (gelber) Greif, in der rechten Vorderpranke ein silbernes (weißes) Schwert haltend.

Beschreibung Wappen

Schramberg war Mittelpunkt einer Herrschaft, die sich seit 1648 als österreichisches Lehen in der Hand der Herren und späteren Grafen von Bissingen-Nippenburg befand. 1805 wurde sie von Württemberg mediatisiert. Das Dorf selbst, 1293 erstmals erwähnt und in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit Marktrecht ausgestattet, erhielt 1867 Stadtrecht. Altere Gemeindesiegel sind nicht bekannt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts führte Schramberg ein Wappen, das Schwarz auf grünem Dreiberg oder Hügel den goldenen Greifen mit silbernem Schwert zeigt. Dieses Wappen entspricht dem 6. Feld des Wappens der Grafen von Bissingen. Ab 1910 wird der Dreiberg weggelassen, 1926 wurde dem Wappenbild ein großes goldenes Zahnrad unterlegt als Hinweis auf die Industrie, insbesondere die bedeutende Uhrenfabrikation in der Stadt. Seit 1938 gilt die heute gebräuchliche Form des Wappens.