Schrozberg 

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Typauswahl: Gemeinde
Status: Stadt
Homepage: http://www.stadt-schrozberg.de
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Einwohner: 5730
Bevölkerungsdichte (EW/km²): 54.0
Max. Höhe ü. NN (m): 495.57
Min. Höhe ü. NN (m): 331.29
PLZ: 74575

Im äußersten Norden des Landkreises Schwäbisch Hall liegt das Stadtgebiet von Schrozberg mit einer Fläche von 105,21 qkm. Es gehört naturräumlich zum größten Teil zur Hohenloher-Haller Ebene, nur westlich der Kernstadt ragt es in die Kocher-Jagst-Ebenen und im Vorbachtal nordwestlich des Stadtzentrums in das Tauberland hinein. Der höchste Geländepunkt ist an der südlichen Stadtgrenze bei Lindlein mit ungefähr 492 m NN, der tiefste Punkt am Übertritt des Jagstzuflusses Ette über die Kreisgrenze im äußersten Westen mit etwa 331 m NN. Schrozberg hat mit Creglingen Anteil an dem 1985 ausgewiesenen 71,2 ha großen Naturschutzgebiet Oberrimbacher Erdfälle. Schrozberg, seit 1609 ganz in hohenlohischer Hand, entwickelte sich als kleine Ansiedlung um eine örtliche, zu einem Schloss ausgebaute Burg. Auch in Bartenstein, seit 1445 vollständig hohenlohisch, war der Umbau der Burg zu einer Schlossanlage ab 1688 Ausgangspunkt für eine Siedlung. Das im 18. Jahrhundert entstandene, auf schmalem Sporn über dem Ettetal gelegene Zwergstädtchen steht seit 2005 als Gesamtanlage unter Denkmalschutz. 1806/10 fiel das im 18. Jahrhundert hohenlohische, rothenburgische und ansbachische heutige Gemeindegebiet an Württemberg. Ab 1811 war Gerabronn, ab 1938 Crailsheim, seit Jahresbeginn 1973 ist Schwäbisch Hall die zuständige Oberamts- bzw. Kreisstadt. Zwischen Jahresbeginn 1972 und 1974 wurden Bartenstein, Ettenhausen, Leuzendorf, Riedbach und Schmalfelden nach Schrozberg, seit dem 1. Januar 1973 Stadt und heute Unterzentrum, eingemeindet.

Teilort

Wohnplatz

aufgegangener Ort

Wüstung

Die Stadt Schrozberg liegt rund 32 Kilometer nordöstlich von Schwäbisch Hall. Im Norden grenzt sie an den Main-Tauber-Kreis, im Osten an den bayerischen Landkreis Ansbach, im Westen an den Hohenlohekreis und im Süden an die Gemeinde Blaufelden. Die Stadt gehört zur Raumkategorie Ländlicher Raum und ist Teil des Fördergebietes LEADER+. Das Stadtgebiet stellt einen Ausschnitt aus der flachwelligen Hügellandschaft der Hohenloher Ebene (331–492 Meter über Normalnull) dar, welche sich in drei Zonen gliedern lässt: Zum einen in den stärker aufgelösten Westen der Bartensteiner-Langenburger Platte, die durch den Jagstzufluss Ette stärker eingekerbt ist und Höhenunterschiede von bis zu 100 Meter vom Oberlauf bis zur Mündung überwindet; zum anderen in den Ostteil mit der Blaufelden-Gerabronner Ebene und der westlichen Rothenburger Landwehr (Spielbach, Leuzendorf, Schmalfelden, Schrozberg). Die lettenkeuperbedeckte Blaufelden-Gerabronner Ebene steigt nach Osten leicht an. Insgesamt wird dieser Landstrich von Flussversickerungen und Trockentälern sowie von Erdfällen (zum Beispiel bei Schmalfelden-Wiesenbach) geprägt. Als dritter Bereich greift im oberen Vorbachtal noch die Tauberplatte auf das Stadtgebiet über. Für den Landschaftsaufbau und die Landschaftsformen erweisen sich die Schichten und Gesteine der Trias von grundlegender Bedeutung. Im Westen des Stadtgebiets ist im Ettetal sowohl der Mittlere als auch der Obere Muschelkalk sichtbar, aber in den mittleren Talabschnitten teilweise von Hangschutt überdeckt, während in den Oberläufen der Lettenkeuper in flachen Mulden ansteht. Nur vereinzelt zeigt sich der Gipskeuper (Lindlein). Die Triasschichten werden von Quartärablagerungen überdeckt. Auf den von Lösslehm überlagerten Lettenkeuperflächen entwickelten sich feuchte, grundwasserbeeinflusste, mineralische Böden unterschiedlichster Ausprägung. Die den Lettenkeuper unterlagernden Kalke des Oberen Muschelkalks sind wasserlöslich, sodass Erdfälle oder Dolinen auftreten, die sich zu Dolinenfeldern (zum Beispiel nördlich Spielbach) gruppieren. Vielfach versickern die Bäche nach kurzem oberirdischem Lauf in Schlucklöchern, sodass die Täler von ihrer Form her als Trockentäler anzusprechen sind. Die im verkarsteten Untergrund fließenden Gewässer finden in zum Teil stark schüttenden Karstquellen wieder den Weg ans Tageslicht, wobei das Karstwasser wegen der Kalklösung hart ist, die Nitratgehalte oft stark erhöht und durch teils raschen Abfluss nach Starkregen oft bakteriell verunreinigt sind. Die Verkarstung zeichnet primär für zum Teil ausgedehnte Höhlensysteme wie das Fuchslabyrinth bei Schmalfelden mit einer bis heute festgestellten Gesamtlänge von 7600 Metern verantwortlich, womit es zu einer der größten Höhlen Deutschlands zählt. Bemerkenswerterweise kommen selbst in ihren lichtlosen Zonen überall Fuchsbeutereste vor. Weiterhin fand man dort sieben Fledermausarten, aber auch rezente neben fossilen Faunen (zum Beispiel Saurier) sowie spätmittelalterliche Gefäße. Mitverantwortlich für die starke Verkarstung ist die tektonisch hohe Lage des Schrozberger Schilds. Durch Hebungen der Erdkruste kam es hier zu Zerrungen, Verschiebungen und Verwerfungen, wodurch Gesteinsklüfte entstanden, die für die Wasserführung im Untergrund verantwortlich zeichnen. Das zerklüftete und verkarstete Gestein bedingt die Hydrogeologie mit ihrer ungleichen Ausbildung von ober- und unterirdischer Wasserscheide: Während die oberirdische Jagst-Tauber-Wasserscheide etwa in einer Linie von nördlich Bartenstein und südlich Schrozberg, dann in einem nordwärtigen Bogen über Speckheim südostwärts über Großbärenweiler verläuft, ergibt sich bei der unterirdischen ein abweichendes Bild. Der nordwärtige Bogen der oberirdischen Wasserscheide wird durch eine nahezu gerade Linie südlich Schrozberg über Naicha ersetzt. Das bedeutet: Das Grundwasser entwässert im Osten und Südosten unterirdisch über Schlucklöcher und Höhlensysteme (Spindelbach-Leuzendorf-Speckheim-Schmalfelden) und greift außerhalb des Stadtgebiets über die tauber-, damit mainabhängige Schandtauber Platz. Abweichend vom unterirdischen Einzug fließen die Wässer des Raums Speckheim-Schmalfelden oberirdisch über die jagstabhängige Brettach ab. Beiden oberirdischen Einzugsgebieten gemein ist ein ausgedehntes Trockentalsystem, das bei extremen Niederschlägen wassererfüllt ist. Das nördliche Gebiet um Obereichenrot/Untereichenrot-Spielbach entwässert oberirdisch über den Vorbach zur Tauber bei Weikersheim, während es unterirdisch über den Herrgottsbach beziehungsweise Rindbach zur Tauber bei Creglingen fließt. Die Entwässerung war einst über die Urbrenz zur Donau ausgerichtet, wovon Feuersteinlehme und -schotter Zeugnis ablegen. Durch den Oberrheingrabeneinbruch im Tertiär kam es zur Flussumkehr. Die vom Rhein über den Neckar und seine Zuflüsse zurückschreitende Erosion zerstörte im Lauf der Zeit die älteren Landschaftsformen des danubischen Systems und verlagerte die europäische Wasserscheide nach Südosten. Das weitläufige Stadtgebiet weist bereits kontinentalere Klimazüge auf. Die Jahresniederschlagsmengen belaufen sich auf circa 800–850 Millimeter, die Jahresmitteltemperaturen erreichen 8 Grad Celsius, wobei mit Bodenfrost oft schon im September zu rechnen ist. Der Wald weist an naturnahen Standorten Eichen und Hainbuchen auf, sonst meist Fichten. Der Waldanteil von knapp 23 Prozent macht darauf aufmerksam, dass er durch die intensive Siedlungstätigkeit im Mittelalter und in der Frühneuzeit auf schwer zugängliche Reliefpartien in den Taleinschnitten zurückgedrängt wurde. Die auf der von Lösslehm überdeckten Muschelkalk-/Keuperhochfläche entwickelten Braunerden bieten der Landwirtschaft gute Anbaubedingungen für Getreide und Hackfrüchte, auf sonnenexponierten Hanglagen wurde früher auch Weinbau betrieben. Nicht nur von kulturgeschichtlichem Interesse ist die heute noch in Teilen erhaltene und geschützte Rothenburger Landhege, eine in der Landschaft bei Großbärenweiler/Kleinbärenweiler-Speckheim-Kreuzfeld-Bovenzenweiler gut sichtbare Wall- und Grabenanlage, die auch seltenen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum bietet. An Bodenschätzen hatten in der Vergangenheit hauptsächlich die Ton- und Lehmvorkommen Bedeutung. Sie lieferten den Rohstoff für die Ziegelhütten in Schrozberg und Gütbach. Der Muschelkalk war früher ein begehrter Werkstein beim Hausbau; mit dem modernen Straßenbau gewann er wirtschaftliches Gewicht als Straßenschotter und als Splitt für die Asphaltmischung, so besonders in Schmalfelden, wo allerdings seit 2003 der Abbau ruht.

Schrozberg, Bartenstein, Ettenhausen, Riedbach und Schmalfelden fielen 1806 an Württemberg, gehörten von 1807–09 zum Oberamt Nitzenhausen und von 1809–10 zum Oberamt Ingelfingen. Zunächst war Schrozberg noch Sitz eines hohenlohe-öhringischen Patrimonialobervogteiamts, das bald nach der württembergischen Besitzergreifung zur Schultheißerei umgebildet wurde. Bartenstein blieb vorerst Sitz eines Patrimonialamts und ab 1810 (nochmals 1823–35) Sitz eines Unteramts, gehörte aber bereits 1812 zum Unteramt Niederstetten. Bartenstein hatte zwar durch die Mediatisierung seine Residenzfunktion verloren, als württembergische Stadt hatte es jedoch 1809 die politische Selbstständigkeit erlangt. Schrozberg und Schmalfelden wurden 1810 dem neu gebildeten Oberamt Blaufelden zugeteilt; Bartenstein, Ettenhausen und Riedbach verblieben bis zur Verlegung des Oberamtssitzes von Ingelfingen nach Künzelsau im Jahr 1811 beim Oberamt Ingelfingen. Leuzendorf und Spielbach waren bereits 1803 an Bayern gekommen und fielen 1810 an Württemberg. Als 1811 der Oberamtssitz von Blaufelden nach Gerabronn verlegt wurde, wurden nun auch Bartenstein, Leuzendorf, Riedbach und Spielbach Bestandteile des Oberamts Gerabronn; Ettenhausen verblieb bis 1938 beim Oberamt Künzelsau. Nach den revolutionären Unruhen Anfang März 1848 gegen die Fürsten zu Hohenlohe in Niederstetten, wo die hohenlohische Kanzlei in Brand gesetzt worden war, kam es auch in Bartenstein und Schrozberg zum Ausbruch von Unruhen. Einer auf den 9. März von Verwaltungsaktuar und Kaufmann Leonhard Bumiller (1816–59) nach Schrozberg einberufenen Versammlung folgten nächtliche Unruhen, in deren Verlauf im Rentamt sowie im Pfarramt Fenster zu Bruch gingen. Am 1. Oktober 1848 fand eine weitere Volksversammlung in Schrozberg statt, die ›von mehreren 1000 Personen‹ besucht war. Für die ersten Reichstagswahlen kandidierte Fürst Hermann von Hohenlohe-Langenburg für die nationalliberale Deutsche Partei. Der konservative Kandidat gewann nicht nur von 1871–78 das Mandat für den XII. Reichstagswahlkreis (Oberämter Crailsheim, Gerabronn, Künzelsau und Mergentheim), er übernahm auch in allen heutigen Ortsteilen, mit Ausnahme von Bartenstein, bei fast allen Wahlen mit deutlichem Abstand die Führung. 1881 fiel der Wahlkreis erstmals an die linksliberale Volkspartei. Von einem stabilen Abstimmungsverhalten kann zu diesem Zeitpunkt keine Rede sein. 1903 ging der Reichstagssitz endgültig an den konservativen Bauernbund/ Bund der Landwirte, der in Bartenstein nur 3 Prozent (Volkspartei 46,5 Prozent), in Leuzendorf dagegen 77,3 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Die SPD erreichte bis zum Ende des Kaiserreichs vor allem in Bartenstein, Ettenhausen und Riedbach beachtliche Erfolge. In der Weimarer Republik stiegen die Nationalsozialisten, insbesondere auf Kosten des Bauernbunds/Bunds der Landwirte, bis 1933 zur stärksten Fraktion auf. Von 1843–90 vertrat der linksliberale Oberamtspfleger Gottlob Egelhaaf ununterbrochen den Bezirk Gerabronn in der Zweiten Kammer des Stuttgarter Landtags. Nach Egelhaafs Rücktritt fiel das Gerabronner Landtagsmandat an die Volkspartei, die sich 1912 in allen Gemeinden an die Spitze setzte. Der Kandidat des Bunds der Landwirte unterlag nur knapp. Bei der Landtagswahl 1920 wurde in Bartenstein das Zentrum, in den anderen Gemeinden der Bauern- und Weingärtnerbund/Bund der Landwirte stärkste Partei. Bis 1932 konnte die NSDAP auch bei den Landtagswahlen den größten Stimmenanteil für sich verbuchen. Am 1. Oktober 1938 wurde das Oberamt Gerabronn aufgelöst. Mit Ausnahme einiger weniger Gemeinden wurde der Bezirk dem Kreis Crailsheim zugeschlagen. Die Zeit des Zweiten Weltkriegs war auch in Schrozberg und seinen heutigen Ortsteilen unter anderem gekennzeichnet durch Zwangsbewirtschaftung und Arbeitskräftemangel. Dem Arbeitskräftemangel in der Landwirtschaft versuchte man durch den Einsatz von zumeist aus den besetzten Ländern deportierten Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen abzuhelfen, insgesamt waren zwischen 1939 und 1945 über 860 von ihnen im heutigen Gemeindebezirk im Einsatz. Nach einem Luftangriff auf Schrozberg in der Nacht vom 8. auf den 9. September 1944 starben 13 Menschen, zahlreiche Menschen wurden verletzt, 14 Wohngebäude in der Oberstettener Straße vollständig zerstört. Am 8. und 9. April 1945 wurde Schrozberg von der Kaiserstraße her beschossen. Durch den Beschuss und die daneben einhergehenden Kämpfe wurden sowohl in Schrozberg als auch in den Teilgemeinden Kälberbach, Kreuzfeld und Zell zahlreiche Wohnhäuser und Scheunen zerstört beziehungsweise beschädigt, sechs Einwohner von Schrozberg wurden getötet. Am gleichen Tag wurden Bartenstein, Ettenhausen und Riedbach sowie dessen Teilorte Eichswiesen und vor allem Gütbach, wo auch erhebliche Personenverluste unter der Zivilbevölkerung zu beklagen waren, beschossen. Eine Reihe von Wohn- und Ökonomiegebäuden wurde total zerstört, unter anderem auch das nördliche Untere Tor in Bartenstein, andere schwer beschädigt. Am 13. April 1945 erfolgte die Sprengung der Eisenbahnbrücke unterhalb von Könbronn. Zwei Tage später wurden Lindlein, Schmalfelden, Speckheim und Großbärenweiler, die alle an der von Schrozberg und Blaufelden nach Rothenburg führenden Straße liegen, besetzt. Schwere Schäden verursachte auch die Artilleriebeschießung Spielbachs und verschiedener seiner Teilorte. Leuzendorf, in dem sich eine SS-Kompanie festgesetzt hatte, hatte durch Artilleriebeschuss zwischen dem 12. und 16. April 1945 eine Totalzerstörung von rund 40 Prozent der Wohn- und Ökonomiegebäude und schwere Beschädigungen unter anderem auch der Kirche und des Friedhofs zu verzeichnen. Bis zum 16. April erfolgte auch die Besetzung der Leuzendorfer Teilorte Gemmhagen, Hechelein, Spindelbach und Standorf. Auf Befehl der Militärregierung wurden alle 58 Bürgermeister des Landkreises Crailsheim entlassen und neue eingesetzt. Georg Schumann, seit 1908 Bürgermeister von Ettenhausen, wehrte sich jedoch erfolgreich gegen die seiner Meinung nach unverdiente Absetzung, sodass er mit Erlaubnis der amerikanischen Militärregierung als einziger der 58 Bürgermeister des Landkreises Crailsheim sein Amt ab Dezember 1945 bis zur Pensionierung weiterhin ausüben durfte. Der während des Dritten Reichs amtierende Bürgermeister Wilhelm Hirschburger wurde von Max Kunert abgelöst, der aber kurz darauf verstarb. Ihm folgte im März 1946 der durch den Gemeinderat gewählte Rudolf Neu nach. Alle anderen wurden in ihrem Amt bestätigt. 1952 beschloss der Rat der Stadt Bartenstein die Übernahme der Patenschaft für die Kreis- und Garnisonsstadt Bartenstein in Ostpreußen. Bei der ersten Bundestagswahl von 1949 konnte die FDP/DVP im Landkreis Crailsheim die Führung übernehmen, das Übergewicht der CDU im Wahlkreis führte jedoch dazu, dass die CDU das Direktmandat erlangte, das sie danach auch immer wieder erfolgreich verteidigte. Im Vergleich zu den Landtagswahlen von 1946 hatte die SPD im Landkreis geringere, die KPD erhebliche Verluste hinzunehmen. Nach heutigem Gebietsstand erhielt die FDP/DVP bei der Bundestagswahl 1949 in Schrozberg mit 38,8 Prozent die meisten Stimmen, gefolgt von der CDU mit 31,6 Prozent und der SPD mit 9,4 Prozent. 1953 gab die FDP/DVP ihre Führung an die CDU ab, welche diese Position, wenn 1961 auch nur ganz knapp, weiterhin erfolgreich verteidigen konnte. Der Wandel der Wirtschafts- und Sozialstruktur spiegelte sich im Wählerverhalten wider. Die SPD konnte ihren Stimmenanteil in Schrozberg kontinuierlich ausbauen und erzielte in den Jahren 1972 und 1998 mit jeweils 28,5 Prozent (Landkreis 1998: 35,3 Prozent) ihre besten Ergebnisse. Die FDP/DVP verlor nach 1961, als sie bezogen auf das heutige Stadtgebiet mit 39,4 Prozent (Landkreis: 28,3 Prozent) ihr bestes Ergebnis verzeichnen konnte, immer mehr Wähler und erreichte 1976 mit 9,8 Prozent ihren Tiefstand. Bis 1987 konnte sie zwar wieder hohe Gewinne für sich verbuchen, fiel jedoch bis zum Jahr 2002 wieder zurück. Nachdem die GRÜNEN im Jahr 1980 mit bescheidenen 1,8 Prozent (Landkreis: 1,6 Prozent) gestartet waren, kamen sie bei der Bundestagswahl 2002 auf 10,5 Prozent (Landkreis: 10,9 Prozent); die Republikaner erzielten ihr bestes Ergebnis 1998 mit 7,3 Prozent (Landkreis: 7 Prozent). Die CDU hatte sich sowohl im Landkreis als auch im heutigen Stadtgebiet bei der Landtagswahl 1952 an die Spitze gesetzt, konnte ihren Stimmenanteil jedoch nicht halten und kam 1968 insgesamt auf nur 25,4 Prozent (Landkreis: 29,9 Prozent). Der Verfall der CDU ging einher mit einem Stimmenzugewinn der FDP/DVP. Als bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang das NPD-Ergebnis von 21,7 Prozent (Landkreis: 14,7 Prozent) bei der Landtagswahl von 1968 hervorzuheben. Nach dem landesweit guten Ergebnis war auch der Wahlkreis Crailsheim für eine Legislaturperiode mit einem Abgeordneten der NPD im Landtag vertreten. Schon seit 1960 hatte die FDP/DVP auch das Direktmandat des Wahlkreises erhalten. Die Wahl von 1972 brachte der FDP/DVP auch in Schrozberg herbe Verluste, die CDU konnte dagegen erheblich zulegen. Das Direktmandat des Wahlkreises ging wieder an die CDU. Ab 1980 verlor letztere immer mehr Wähler und erzielte 1996 mit 40,3 Prozent (Landkreis: 31,2 Prozent) ihr schlechtestes Ergebnis. Die SPD konnte sich in Schrozberg von Wahl zu Wahl steigern und erreichte 1988 mit 25,9 Prozent (Landkreis: 34,3 Prozent) ihr bestes Ergebnis. Wie im gesamten Landkreis auch, ging ihr Stimmenanteil zwar bis 1996 stark zurück, betrug im Jahr 2001 aber wieder 24,1 Prozent (Landkreis: 30,1 Prozent). Die GRÜNEN erreichten 1996 mit 11,7 Prozent ihr bestes Ergebnis, fielen 2001 jedoch auf 4,4 Prozent zurück. Die Republikaner kamen 1996 auf 14,2 Prozent; sie errangen neben den bisherigen Abgeordneten der CDU, FDP und SPD nun auch ein Mandat, das aber 2001 wieder verloren ging. Die Neugliederung der Landkreise zum 1. Januar 1973 brachte die Auflösung des Landkreises Crailsheim, die Gemeinden fielen an den Landkreis Schwäbisch Hall. Im Zuge der Gebiets- und Verwaltungsreform wurden die ehemalige Residenzstadt Bartenstein unter Übertragung ihres Stadtrechts (1. 1. 1973), Ettenhausen (1. 1. 1974), Leuzendorf (1. 1. 1973), Riedbach (1. 1. 1972), Schmalfelden (1. 1. 1972) und Spielbach (1. 1. 1972) nach Schrozberg eingemeindet. Sitz der Gemeindeverwaltung ist Schrozberg. Die Gesamtgemeinde erstreckt sich mit ihrer weitläufigen Markung in Ost-West-Richtung auf etwa 21 Kilometern, in Nord-Süd-Richtung auf maximal neun Kilometern. Sie umfasst ein Gebiet von 10521 Hektar mit 54 Wohnplätzen und zählte am 30. September 2004 insgesamt 6117 Einwohner.

Wappen von Schrozberg

In Gold (Gelb) über einem grünen Berg eine blaue Kornblume.

Beschreibung Wappen

Die am 1. Januar 1973 zur Stadt erhobene Gemeinde verwendete 1930 ein Dienstsiegel, in dessen Schild über einem naturalistischen Berg eine nach heraldisch rechts geöffnete Hafte zu sehen war. Wahrscheinlich handelte es sich dabei um eine auf Missverständnissen beruhende Abwandlung des Wappens der Herren von Schrozberg, das über einem Sparren eine liegende Schafschere zeigt. Da die Hafte mangels inhaltlicher Begründung nicht befriedigte und weil auch die Gültigkeit des Stempelwappens nicht nachgewiesen werden konnte, legte die Gemeinde mit Beratung der Archivdirektion Stuttgart das jetzige Wappen fest, das vom Innenministerium am 23. April 1963 samt der Flagge verliehen wurde. Der grüne Berg bezieht sich auf den Ortsnamen, während die Kornblume auf die Landwirtschaft hinweisen soll.